Alles Banane

Thomas Baumgärtel war in London. Das ist erst einmal keine große Nachricht, denn vermutlich kennen Sie Herrn Baumgärtel gar nicht. Aber möglicherweise seine Bananen, die sprüht er nämlich gerne in die Nähe angesehener Galerien einfach mal an die Fassade. Das hieß früher irgendwann Sachbeschädigung, später dann Graffiti und heute heißt das Street Art. In London also, wo der berühmte, sich exzellent verkaufende und bis dato anonym verbleibende Street Art Künstler Banksy den Kunstmarkt auf den Kopf stellte, dort also hat der Bananensprayer Baumgärtel seine Frucht an die Fassade der Tate Modern gesprüht.

Ach du meine Güte, denkt man erschrocken. Doch keine Angst, weder fiese Bobbys, die einen im Tower festhalten noch keine Geldstrafen folgten. Die Tate Modern wollte es so, sie ließ Künstler an den Wandflächen sprühen, malen und kleben. Das ist schön. Die Engländer sind da ohnehin weit vorne. Wer sich die Abschlussveranstaltung der Olympiade in Peking angeschaut hat, dem wird aufgefallen sein, dass im Präsentationsfilm für die nächsten Spiele in London, eben dieser Banksy, neben schwarzen Regenschirmen und roten Doppeldeckerbussen, die Stadt an der Themse repräsentiert hat. In Berlin sind wir noch nicht ganz so weit, das „be berlin“-Logo wirkt eher müde und unser bekanntester Straßenkünstler malt weiße Sechsen auf alte Zäune, das ist nicht besonders attraktiv und lässt sich mit Sicherheit weder gut verkaufen noch vermarkten. Das ist schade.

von  Jacek Slaski
Veröffentlicht: 27.08.2008 , Zuletzt aktualisiert: 27.08.2008

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