Kultur & Freizeit in Berlin

Die besten Adressen zum Thema Urban Farming

Mitmach-Gärten, Erlebnisbauernhöfe, Wochenmärkte und Regionalläden. Alles rund um Frisches und Gesundes aus Berlin und Brandenburg. Große Übersicht mit Infos und Adressen.

Die besten Adressen zum Thema Urban Farming

Die Kinder in ihrer Straße würden sie bereits die „Apfelfrau“ nennen, erzählt Anja Fiedler von der Initiative Stadt macht satt. Jedes Jahr im Spätsommer zieht die Kulturmanagerin mit allen, die Lust haben, los, um Obst zu ernten. „Es sind ja Tonnen über Tonnen, die nicht genutzt werden.“ Sie sieht ihr Projekt Apfelschätze als eine Art Rettungseinsatz – und redet dabei nicht nur übers Umland, sondern auch über Berlin.
Denn in der Hauptstadt stehen eine Menge Obstbäume. Das zeigt auch die Webseite mundraub.org. Allein für Berlin verzeichnet die Online-Karte mehr als 1?000 Einträge: Äpfel, Birnen, Pflaumen, zudem Nüsse und Kräuter – selbst in den Innenbezirken. „Am Ostbahnhof zum Beispiel steht ein uralter Aprikosenbaum“, verrät Mundraub-Gründer Kai Gildhorn. Woher der komme? „Keine Ahnung.“ Allerdings fänden sich in Berlin eben noch zahlreiche Relikte des preußischen Brauchs, entlang von Militärstraßen Obstbäume zur Beschattung und Versorgung zu pflanzen. Brachen und Bahnanlagen wiederum würden schnell von wilden Brombeeren und Sanddorn besiedelt. „Man könnte sagen, Berlin ist schon so etwas wie eine essbare Stadt.“
Das Konzept, auf das Gildhorn anspielt, stammt aus dem englischen Todmorden und ist hierzulande vor allem mit Andernach in Rheinland-Pfalz verbunden. Dort wachsen auf Betreiben der Verwaltung Tomaten, Bohnen und Zwiebeln an der Stadtmauer. Pflücken erlaubt, heißt das Motto.
Das soll nun auch in einigen Berliner Bezirken die Maßgabe werden. In Pankow und Lichtenberg laufen entsprechende Anträge der Grünen. In Friedrichshain-Kreuzberg ist die Prüfung bereits abgeschlossen. Im Juni teilte das dortige Bezirksamt mit, künftig gebe man bei allen öffentlichen Neupflanzungen „essbaren Pflanzen“ den Vorzug. Wenn auch nicht ganz so variantenreich wie in Andernach: Eine Expertenkommission empfahl Arten wie Haselnuss, Quitte oder Johannisbeere, die robust gegen Autoabgase oder Hundeurin sind und kaum Wespen anlocken. „Zudem machen wir das nur dort, wo ohnehin Maßnahmen geplant sind“, sagt Birgit Beyer vom Fachbereich Grünflächen, etwa an der Oberbaumbrücke, wo nach der Neugestaltung des Grünen Tors jetzt Sanddornsträucher gedeihen. Und auf dem Spielplatz am Rodelberg im Görlitzer Park dürften nach dem Umbau bald Apfelbäume stehen. „Das haben sich die Nutzer so gewünscht.“

Text:
Roy Fabian

Foto: Himmelbeet

Allgemeine Informationen zum Thema Obst in der Stadt finden Sie unter www.mundraub.org und www.apfelschaetze.de, dort etwa viele Erntetermine im September.

Weitere Adressen:

Mitmachen

Ackerhelden
Als Ackerheld ist man einen Sommer lang „Besitzer“ von einem biozertifizierten Gemüseacker. Dieser wird im Frühjahr von Experten professionell vorbereitet und mit verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt. Anschließend kann man knackfrisches Biogemüse ernten und neu säen.
www.ackerhelden.de/acker-bestellen/berlin

Berliner Beerengarten
An sechs Standorten rund um Berlin kann man frische und erntereife Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren selber pflücken und verzehren.
Tiergartenstraße, Ecke An den Eichen, 16515 Oranienburg, Tel. 03301-57 51 00, Mo–So 8–19 Uhr, Filialen: B1/B5 Ecke Neuer Hönower Weg, 15366 Dahlwitz-Hoppegarten; Straße 265, 14089 Gatow; Bergfelder Chaussee, 16567 Schönfließ, ?www.berlinerbeerengarten.de

Gemeinschaftsgarten Prachttomate
Im Schatten der großen Karl-Marx-Straße gedeihen im Gemeinschaftsgarten allerlei Gemüse­sorten, Kräuter, Beeren und Blumen – alles in Bio. Das Motto lautet hier: „Gemeinsam pflanzen, ernten, experimentiern!“
Bornsdorfer Straße 9, Neukölln, ?Di–Fr 16–19 Uhr, ?www.prachttomate.de

Himmelbeet
Gegenüber dem Leopoldplatz, unweit der umtosten Kreuzung Müllerstraße/Schulstraße ist die Adresse dieses Urban-Gardening-Projektes Programm: Ruheplatzstraße. Zum Saisonbeginn kann man hier Hochbeete pachten, aber auch an Gemeinschaftsbeeten werkeln und lernen, wie Tomaten, Salate oder Zucchini gut gedeihen.
Ruheplatzstraße 12, Wedding, Tel. 0162-298 72 05, ?www.himmelbeet.com

Kiezgarten ?Fischerstraße
Dieses Mitmachprojekt für urbane Gärtner soll auch ein freier Ort sozialer Interaktion sein. Hier darf jeder mit anbauen.
Fischerstraße 9, Lichtenberg, Tel. 0176-93 71 13 07, ?www.kiezgarten.de

Mauergarten e.?V.
Wie man gemeinsam, mit Spaß, Leidenschaft und mit Rücksicht auf die Natur verschiedene Pflanzen und Kräuter anbaut, lernt man im Kreise dieser kleinen Gruppe von urbanen Gärtnern. Zudem wird hier der verantwortungsbewusste Umgang mit Ressourcen gelehrt.
Ramlerstraße 20, Wedding, ?www.mauergarten.net

Meine Ernte
In den bereits professionell bepflanzten Gärten reichen drei Stunden Jäten wöchentlich, um eine erfolgreiche Bio-Ernte einzufahren. Gartengeräte, Wasser und fachmännische Beratung gehören zum Service-Angebot. Mit der Gemüsegarten-Box lässt sich der Anbau auch auf den heimischen Balkon verlagern.
Gärten und Infos siehe: ?www.meine-ernte.de ?

Für Kind & Kegel

AKiB-Landesverband
Landleben für Großstadtkinder – das ermöglichen die im AKiB-Landesverband organisierten Kinderbauernhöfe. Hier kann der Nachwuchs nicht nur erleben, wie man bäuerliche Haustiere, etwa Schafe, Ziegen, Hühner oder Kaninchen hält, sondern findet auch ein Fleckchen, um Möhren oder Salat anzupflanzen. Alle Infos über die Berliner Kinderbauernhöfe und Abenteuerspielplätze, ihre Adressen, Lage und Angebote finden sich auf der Homepage.
Viktoriastraße 12-18, auf dem Kinderbauernhof in der ufaFabrik, Tempelhof, Tel. 75 76 47 97, Mo–Fr 10–17 Uhr, www.akib.de

Freilichtmuseum Domäne Dahlem
Einst ein Rittergut – heute der wohl bekannteste Ort urbaner Landwirtschaft Berlins. Hier lernt man, welchen Weg Naturprodukte vom Anbau über die Ernte bis zur Verarbeitung gehen. Dazu Ausstellungen rund um das Thema Berliner Landwirtschaft, Veranstaltungen, Lesungen und Marktfeste. Mit hauseigenem Hofladen.
Königin-Luise-Straße 49, ?Zehlendorf, Tel. 666 30 00, Freigelände durchgehend geöffnet, Museum Mi–Mo 10–18 Uhr, Hofladen Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 8–13 Uhr, Führungen Mo–Fr nach Vereinbarung (Tel. 66 63 00 50), ?www.domaene-dahlem.de

Erlebnisbauernhöfe

Bauer Karls
Bauer Karls lockt nicht nur mit selbst zu pflückenden Erdbeeren, Obst und Gemüse sowie weiterverarbeiteten Lebensmitteln aus eigenen Manufakturen. Seine Höfe sind auch gleichzeitig Freizeitparks mit Bienenmuseum, Ponyreiten, Traktorfahren, Maislabyrinth und, und, und.
Zur Döberitzer Heide 1, 14641 Wustermark, Tel. 033234-24 30 30, www.karls.de

Spargelhof ­Klaistow
Ländliches Ausflugsziel mit Heidelbeeren zum Selberpflücken, rustikalem Scheunenrestaurant mit – je nach Saison – Spargel vom Hof, mit Marktständen mit Obst und Gemüse aus eigenem Anbau und Naturwildgehege. Obst- und Gemüseverkauf im Hofladen.
Glindower Straße 28, 14547 Bee­litz, OT Klaistow, Tel. 033206-610 70, Weihnachtsgans-Abholung nach Vereinbarung; 1.4.–23.12. tgl. 8–18 Uhr, Spargelzeit (1.4.–24.6.) tgl. 8–22 Uhr, Kürbiszeit (September+Oktober) Mo–Fr 8–18 Uhr, Sa+So 8–19 Uhr, ?www.buschmann-winkelmann.de

Regional­läden

Biopilze Berlin
In den Räumen von Biopilze e.?V. Berlin gibt es frische Pilze: Auf 100 Quadratmetern Produktions­fläche werden sie angebaut (vertikal!), gedeihen und warten nur noch darauf, vom Verbraucher abgeholt zu werden.
Wichertstraße 55, Prenzlauer Berg (Bitte vorher unter Tel. 0177-296 38 46 anrufen), www.biopilze-berlin.de

Brandenburg-­Spezialitäten ?Frank Freiberg
Marmeladen, Liköre, Obstbrände, Honig und Biere sowie Käse- und Senfsorten aus eigener Manufaktur oder von Kleinbetrieben aus dem Berliner Umland stehen hier zum Verkauf.
Dorfstraße 21, 14548 Schwielowsee, OT Ferch, Tel. 033209-702 95, www.brandenburg-spezialitäten.de

Regio-h.o.f.laden Zehlendorf
Milch, Fisch und Fleisch, Weine: Das Sortiment an regional erzeugten Produkten ist hier sehr umfangreich und von höchster Qualität. Wer wissen will, wo das alles herkommt, kann die Übersichtskarte der Webseite checken.
Breisgauer Straße 1?a, Zehlendorf, Tel. 64 49 42 44, www.q-regio.de/index.php/berlin-zehlendorf.html

Regional-Laden
Hier werden die besten regionalen Erzeugnisse des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin angeboten. Ob Milch, Fleisch oder Käse – sämtliche Produkte stammen hier vom Direkt­erzeuger.
Greifenhagener Straße 23, Prenzlauer Berg, Tel. 44 03 58 11, www.belocal.de/berlin/einkaufen/regional-laden/4897

Speisegut
Wer sich Bei SpeiseGut als Teilnehmer der bäuerlichen Wirtschaftsgemeinschaft zur regelmäßigen Abnahme frischer Produkte diverser regionaler Erzeuger verpflichtet, erhält Produkte, die ohne lange Lagerung direkt vom Acker kommen. Allerdings: An drei Tagen im Jahr wird Mitarbeit wie Jäten usw. erwartet.
www.speisegut.com?

Wochenmärkte

Märkte

Marheineke ?Markthalle
Die sanierte Marheineke Markthalle bietet viele frische, zum Großteil biologische Regionalprodukte an.
Marheinekeplatz 15, Kreuzberg, Tel. 61 28 61 46, Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 8–18 Uhr, www.meine-­markthalle.de

Markthalle Neun
Die Markthalle Neun ist ein beliebter Standort für regionale und saisonal betonte Produkte.
Eisenbahnstraße 42/43, ?Kreuzberg, Tel. 577 09 46 61, ?Fr+Sa 10–18 Uhr, ?www.markthalleneun.de

Ökomarkt am Arkona­platz
Hier gibt es ausschließlich frische Lebensmittel, keinen Non-Food-Bereich. Viele Produkte sind ökologisch erzeugt und kommen aus der Region. Daneben: Spezialitäten aus dem Mittelmeerraum.
Arkonaplatz, Mitte, ?Fr 12–19 Uhr

Ökomarkt am ­Hansaplatz
Aus rein biologischem Anbau und mit EU-Zertifikaten versehen, locken hier zahlreiche Natur­erzeugnisse zum Zugreifen. Obst, Gemüse, Jung­pflanzen, Getreide, Molkerei­produkte. Dazu Fleisch, Eier und diverse Weinsorten.
Altonaer straße/Klopstockstraße, Tiergarten, Fr 12–18.30 Uhr, ?www.ökomarkt-in-hansaviertel.de

Ökomarkt am Kollwitzplatz
Sehr breites, auch wechselndes Angebot. Gemüse und Fleisch kommen weitestgehend aus der Region, Brot und andere Erzeugnisse sind zertifiziert, viele vegane Produkte.
Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, Tel. 44 33 91 48, Januar bis März Do 12–18 Uhr, April bis Dezember Do 12–19 Uhr, ?www.grueneliga.de

Ökomarkt am ­Nordbahnhof
Dieser Biomarkt erfreut seine Besucher mit regionalen und saisonalen Produkten aus kontrolliert ökologischem Anbau. Auch Fisch aus Wildfang, saisonale Kräuter oder Fingerfood stehen auf dem Plan.
Invalidenstraße, Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz, Mitte

Ökomarkt ­Chamissoplatz
Einer der größten und ältesten Ökomärkte Berlins. Der Großteil der Produkte stammt von Direkt­anbietern mit Zertifizierung durch Bio-Anbauverbände wie z.?B. Bioland, Biopark oder Demeter.
Chamissoplatz, Kreuzberg, Tel. 843 00 43, Sa 9–15 Uhr, ?www.oekomarkt-­chamissoplatz.de

Ökomarkt Hohen­staufenplatz
Heimeliger, kleiner Kiezmarkt mit vielen Ökoprodukten, zum Teil auch aus der Region.
Hohenstaufenplatz, Kreuzberg, ?Di 12–18 Uhr, im Sommer bis 18.30 Uhr, Sa 9–15 Uhr

Ökomarkt ­Kastanienhof
Ein sehr dörflich wirkender Markt. Obst und Gemüse kommen oft aus der Region, vieles ist bio.
Clayallee 347, Zehlendorf, Tel. 394 40 73, 0163-641 81 92, Sa 8.30–14 Uhr

Ökomarkt Lausitzer Platz
Der überschaubare Ökomarkt hinter der Evangelischen Emmaus­kirche bietet fast ausschließlich regionale Bioprodukte an. Der „Frituur Freshmade“-Stand bietet selbst gemachte vegane Pommes.
Lausitzer Platz, Ecke Eisenbahnstraße, Kreuzberg, Fr 12–18 Uhr, im Sommer bis 18.30 Uhr

Ökomarkt ­Soor­straße
Zu haben sind hier feines Obst, Gemüse und diverse Fleischsorten aus biologischem und regionalem Anbau beziehungsweise biologischer und regionaler Zucht.
Soorstraße, Charlottenburg, Tel. 34 30 63 68, Mo, Do 8–13 Uhr

Ökomarkt Thusnelda­allee
Bio-Obst und -Gemüse, Brot, Fleisch und Fisch, außerdem Kosmetik­stände mit Kräuter­salben und Aloe-vera-Produkten locken zum Kauf.
ThusneldaAllee 1, Wedding, ?Tel. 24 35 85 10, Mi 12–18 Uhr, ?www.burdack-maerkte.de, ?www.ökomärkte-berlin.de

Schillermarkt – ?Bio im Kiez

Etwa die Hälfte der Händler hier führt Bioprodukte, teils aus regionaler Erzeugung. Interessant: ein Kartoffelhändler mit 20 verschiedenen Sorten.
Herrfurthplatz, Neukölln, Sa 10–16 Uhr

Wochenmarkt Box­hagener Platz
An über 100 Ständen gibt es neben Exoten wie Aronia-Beeren und Kochbananen viel regionales Obst und Gemüse, aber auch diverse Käse- und Fleischsorten sowie erlesene Schnäpse.
Boxhagener Platz, Friedrichs­hain, Tel. 0178-476 22 42, ­?Sa 9–15.30 (Wochenmarkt), ?www.boxhagenerplatz.de

Wochenmarkt Südstern
Seit 2012 bieten hier Händler aus der Region ihre Ökoprodukte an: unter anderem frisches Obst und Gemüse, Fischspezialitäten, Geflügel und diverse Molkereierzeugnisse. Als zusätzlichen Service ist hier ein Fahrrad-Kurier tätig, der den Einkauf direkt zum Kunden nach Hause bringt.
Südstern, Fontanepromenade, ­Kreuzberg, Sa 10–16 Uhr

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