Biologisch korrekt

Biologisch korrekt  

kueheDas ist vermutlich mit ein Grund, dass sie sich diesem Wahnsinnsunternehmen überhaupt stellen. Jedenfalls glauben sie, die ganze Welt diene letztendlich nur dafür, dem Nachwuchs ideale, bessere Verhältnisse zu bieten, die Welt solle doch bitte auch der Gesundheit des Kindes, der guten biologischen Ernährung dienen — nur als Beispiel. Das ist sehr richtig und für uns kinderlose Kühe eine Stütze, im Kampf ums bessere Leben. Doch der real existierende Alltag sieht dann doch wieder anders aus. Letztens gab es mal wieder so ein Welt-wird-doch-nicht-besser-Erlebnis. Mutter bestellt im ufa-Café einen Kakao fürs Kind. Felsenfest davon überzeugt, dass dieser aus Biomilch besteht und der Kaffee natürlich mindestens fair-getradet ist. Die ufa ist ja ein alternatives Projekt! Es gibt auch eine Biobäckerei auf dem Gelände, ergo kommt die Milch von Kühen, die entweder anthropo­sophisch, also biodynamisch, aber doch zumindest biologisch korrekt gehätschelt und getätschelt werden. Doch was muss das Muttertier feststellen? Die Realität ist kon­ventionell. Nichts von besonders liebevoll behandeltem Hornvieh, nichts von zart gepflückten Bohnen, die gut bezahlte Kaffeepflücker sorgsam für den Versand sammeln. Das normale Leben und der Milchkaffee auch noch relativ teuer! Dem Himmel sei Dank gibt es im ufa tatsächlich kein Hinweisschild, das den Bio-Anspruch suggerieren könnte. Sonst hätte es garantiert Ärger gegeben.

Foto: Grasfloh, www.pixelio.de

 
von  Eva-Maria Hilker
Veröffentlicht: 27.04.2010 , Zuletzt aktualisiert: 27.04.2010
tip Ausgabe 12/2012

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