Daniel Brühl, die Tapas und die Bar Raval

Daniel Brühl, die Tapas und die Bar Raval  

BarRavalAlso wundert’s nicht, dass er sich bei einem gastronomischen Kulturimport beteiligt. Vor zwei Wochen also hat die Bar Raval in Kreuzberg eröffnet und am ersten Abend soll es unglaublich viele Menschen in diese eher durchschnittliche Ecke am Görlitzer Park gezogen haben. Auch ist nach der ersten Erfahrung klar: An den Wochenenden lohnt es sich auf jeden Fall zu reservieren. Denn irgendwie glauben alle, das Daniel Brühl mal kurz hinterm Tresen erscheint und den Szene-Wirt gibt. Tut er an diesem Samstag nicht, wird er wahrscheinlich auch ganz selten tun. Er ist eher der Mann im Hintergrund, der zum Beispiel Spaß hat, die Inneneinrichtung zu gestalten. Die Kacheln hat er gefunden, die Siphonsammlung haben sie gemeinsam auf den Flohmärkten Barcelonas aufgestöbert, erzählt Geschäftsführer Atilano González. "Es geht uns im Raval hauptsächlich ums Essen."

Jedenfalls gibt es das klassische Tapas-Angebot und daran gibt es nichts zu mäkeln. Der dünn geschnittene Jamon bellota schmilzt auf der Zunge, die Patatas bravas kommen mit einer frischen Knoblauchmayonnaise auf den Tisch, die Croquetas sind aromatisches Hüftgold. Vielleicht hätten die Gambas ein aromatisches Öl verdient? Die zerstörten Eier – Huevas estrellados – sind nicht unbedingt eine raffinierte Delikatesse. In einem gusseisernen Pfännchen kommen Kartoffelscheiben und Eier auf den Tisch mit Schinken obenauf, das Ganze muss ordentlich durchgerührt werden – die Männer an unserem Tisch mögen’s.

Noch nicht ganz spanisch sind die Gepflogenheiten der Gäste. Denn die Spanier touren von Bar zu Bar, trinken etwas und bestellen dazu Tapas. Das geht in Berlin nicht, wir haben zu wenig Tapas-Bars. Auch wir – wie fast alle anderen Gäste – haben alle Gerichte auf einmal bestellt; wie wir es halt gewohnt sind. Das soll sich noch ändern. Geschäftsführer Atilano González will in den nächsten Tagen auch die Vitrine bestücken, so dass man an der Bar ein paar Kleinigkeiten einfach zwischendurch ordern kann – und das auch nach 23 Uhr. Zudem wird die Getränkekarte erweitert. Und eine Auswahl an Cava wird es geben. Zumindest einmal haben wir was spanisch hingekriegt: eine Flasche Cava (vom Familienbetrieb Rimarts, nur ein paar Kilometer vom Massenproduzenten Freixenet entfernt) zu den warmen Tapas getrunken.

Text: Eva-Maria Hilker

Foto: Eric Strelow / HIPI

tip-Bewertung: Empfehlenswert

Bar Raval Lübbener Straße 1, Kreuzberg, Tel. 53 16 79 54; U-Bhf. Schlesisches Tor; Di-So ab 18 Uhr, ab 1. April ab 10 Uhr;
Speisen 1,30 bis 19,50 €, Softdrinks ab 2 €, Bier 2,50 €, Wein (0,2 l) 5,20 €, Fl. Wein (0,75 l) 16 €

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von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 21.03.2011

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