Die besten Pizzen Berlins

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Die besten Pizzen Berlins  

plus39_neu_c_kerstin_anders_hipiPlatz 1: Pizza Contadina
Auf die Größe kommt es nicht an. Oh doch, findet der Pizzabäcker in der Möckernstraße und schiebt stoisch 40-Zentimeter-Pizzen in den Steinofen. Größe ist in puncto Qualität kein Maßstab. Bei den XL-Teigrädern der urbanen Trattoria hingegen schon. Das gilt für alle 24 Sorten: von der puristischen Pizza Margarita bis zur teuersten, dennoch preisstimmigen Variante, der Pizza Scampi. Die Pizza Contadina ist die zeitgemäße Interpretation der Margarita. Bereits der herrlich dünne Knusperteig mit krachendem Rand hat den typischen Wie-in-Italien-Geschmack. Das Geheimnis: Dreierlei Mehl, Weiß- und Sojamehl sowie etwas Gries, vermengt mit Wasser, Salz und wenig Hefe. Weiterhin eine 24-stündige Ruhezeit. Tomatensauce und Mozzarella machen die Sache saftig, getrocknete Tomaten, Rucola und Parmesanhobel verleiten zu italienischem Sprachexperiment: "molto bene". Übrigens: Alleine ist sie nicht zu schaffen, ist also geteiltes oder doppeltes Pizzaglück. Text: Manuela Blisse

Durchmesser: Gut 40 Zentimeter, manchmal auch 41.
Qualität des Bodens: Dünn und knusprig.
Qualität des Belages: Daumen hoch für den Belag, der sich in Qualität wie Quantität nicht lumpen lässt.
Aus welchem Ofen? Natürlich Steinofen.
Wie kann man sie essen?: Gabel und scharfem Messer, am besten in Achteln und dann mit den Fingern.
Fazit: Wenn schon nicht in Rom, dann im +39 in Berlin.

+39 Möckernstraße 73, Ecke Kreuzbergstraße, Kreuzberg, Tel. 70 09 42 06, www.plus39.de, tägl. ab 12 Uhr, Pizza 7 bis 12,50 €

Il_Pane_e_le_Rose_c_kerstin_anders_hipiPlatz 2: Pulpo
Sinnenfreudigem Essgenuss sollte man sich als Gast im Il Pane e le Rose verschrieben haben, denn hier ist Olivenöl beim Belag ganz wichtig. Bei der Variante mit Mozzarella, Tomatenconcasse und Pulpo bildet es kleine Seen zwischen zarten Tintenfischstückchen und fruchtigen Tomaten. Kein Einzelfall: der Blick auf die Pizzen anderer Gäste bestätigt den kulinarischen Akzent auf saftigen Geschmack. Wer es weniger triefend mag, möge sich auf den herrlich knusprigen dünnen Boden aus "Farina di Grano Tipo 00" konzentrieren. Der ungleichmäßige Rand be­tont die Herstellung in Handarbeit und erfreut ebenso sehr wie der ausgesprochen freundliche Service. Ein paar Meter vom Volkspark Friedrichshain entfernt ist Pizza hier nicht Fast Food, sondern Bestandteil italienischer Lebensfreude. Zwischen Kletterrosen auf der Terrasse und Fotos in Schwarzweiß in den Innenräumen treffen sich Gäste mit dem An­sinnen, sich ganz weit weg vom Alltag eine kleine Auszeit zu nehmen. Text: Susanne Finsterer

Durchmesser: Gut 32 Zentimeter.
Qualität des Bodens: Überzeugend knusprig und dünn.
Qualität des Belages: Gute frische Zutaten und sehr viel Olivenöl.
Aus welchem Ofen? Natursteinofen.
Wie kann man sie essen?: Messer und Gabel und nur dann mit den Händen, wenn das Outfit großflächig mit Servietten abgedeckt ist.
Fazit: Pizza für Freunde des Slow Food.

Il Pane e le Rose Am Friedrichshain 6, Friedrichshain, Tel. 423 19 16, www.brotundrosen.de, tgl. ab 12 Uhr, Küche bis 24 Uhr, Pizza 4 bis 12 €

PizzaPane_c_kerstin_andersPlatz 3 : Parma
Hochwirbeln, auswalzen, mit dem Handrücken flachklopfen und dann alles wieder von vorn. Auf Dauer ist es hypnotisch, dem Pizza­bäcker im Pizza Pane beim Teigmachen zuzusehen. Durch eine Glasscheibe vom Gastraum abgeschirmt, fertigt er Pizzen im Minutentakt, und hat dabei noch genug Atem, um lautstark italienische Lieder zu schmettern. Man kann sich noch so sehr vornehmen, nicht von italienischem Lebensgefühl ansgesteckt zu werden, es funktioniert nicht. Da die Pizza auf ganzer Linie überzeugt, geben wir uns auch gar keine Mühe mehr. Die Pizza Parma, Rucola e Pamigiano ist üppig belegt, ziemlich groß und besticht durch den handgemachten Teig: dünn, knusprig und am Rand noch leicht mit Mehl bestäubt. Außerdem hat man hier nicht mit dem Pizza-Problem zu tun, dass saftig mit fettig gleichgesetzt wird. Der Besucherstrom reißt denn auch den gesamten Abend lang nicht ab. Text: Annika Zieske

Durchmesser: Ca. 45 Zentimeter.
Qualität des Bodens: Knusprig und dünn.
Qualität des Belages: Aromatisch, frisch und reichlich.
Aus welchem Ofen? Steinofen.
Wie kann man sie essen? Man bekommt ein richtig scharfes Messer, und das braucht man auch.
Fazit: Pizza Pane bringt den Geschmack  Italiens in die Kastanienallee.

Pizza Pane Kastanienallee 28, Mitte, Tel. 0176-69 39 62 60, tgl. 12-24 Uhr, Pizza 5 bis 9 €

Pomodori_c_kerstin_anders_hipiPlatz 4: Vegetarisch
Nicht nur bei schönem Wetter lautet die Devise: Anstehen, artig warten – dann geht es ganz schnell. Auch, weil hinter der Glastheke bereits die fertigen Stücke auf hungrige Mäuler warten. Denn: Hier werden überdimensionale, pizzaähnliche Focaccia gebacken und stückweise von den extrem flotten, charmanten, jungen Mitarbeitern über die Theke oder aus dem Fenster gereicht. Denn bei gutem Wetter sitzen sowieso alle draußen – dicht gedrängt, aber zufrieden zwischen Grünpflanzen. Wer mindestens zu zweit kommt, gönnt sich einen kompletten Fladen, der den kompletten Tisch ausfüllt. Optional mit drei Varianten belegt, zum Beispiel vegetarisch mit Zucchini, Spinat-Gorgonzola und Tomate-Pesto. Dann wird man auch gleich schön von den Sitznachbarn angestaunt, die sich nur zwei kleine Stücke gegönnt haben. Text: Isabel Ehrlich

Durchmesser: Eine ganze Focaccia misst in der Länge gut 70 bis 80 Zentimeter und ist etwa 30 Zentimeter breit.
Qualität des Bodens: Offensichtlich tut es dem Teig gut dass er, wie bei Focacchia üblich, vorgebacken ist und erst dann belegt wird.
Qualität des Belages: Die Variante mit Tomaten und Pesto ist extrem saftig und reichhaltig, auch Spinat-Gorgonzola sehr geschmacksintensiv, nur die Zucchini-Option ist etwas spärlich belegt.
Aus welchem Ofen? Ein klassischer Pizzaofen mit Klapptür.
Wie kann man sie essen? Hier essen alle mit den Händen.
Fazit: Nette Atmosphäre, schneller Service und vielseitige, liebevoll belegte Sorten, und schmeckt wie eine gute Pizza. Auch zum Mitnehmen wunderbar geeignet.

Pomodorino Straßmannstraße 21, Friedrichshain, Tel. 60 93 04 49, www.pomodorino.de, tgl. 13-22 Uhr, Pizza 2 € (Stück) bis 14 €

PapaPane_c_kerstin_anders_hipiPlatz 5: Scampi
Papà Pane, zu deutsch päpstliches Brot, so der Name des italienischen Restaurants in der Ackerstraße. Ob hier im göttlichen Auftrag gearbeitet wird? Die Backkünste der hantierenden Pizzabäcker könnten ein Indiz dafür sein. Ihr
Können ist aber nicht vom Himmel gefallen. 20 Jahre Erfahrung stecken hinter dem lässigen Pizzateig-Luftschwenker, den man durch die große offene Küche gut im Blick hat. Nicht nur das, auch das Stimmengewirr der Kellner verrät, dass man es mit einer waschechten italienischen Belegschaft zu tun. Auch die Papiertischdecken auf den kleinen quadratischen Holztischen versprühen italienisches Flair. Außer den Tischdecken stehen nur schlichte weiße Kerze auf den Tischen. Die schnörkellose Einrichtung verleiht dem großen Raum einen rustikalen und gleichzeitig eleganten Charakter. Nach kürzester Zeit wird die bestellte Pizza-Sacmpi serviert und sorgt für ein himmlischen Genuss. Text: Nasiha Ahyoud

Durchmesser: Ca. 30 Zentimeter, der Pizzarand ragt deutlich über den des Tellers heraus.
Qualität des Bodens: Hauchdünn wird der Teig ausgerollt, bevor er in den Ofen kommt, auf dem Teller glänzen Teig und Rand durch den optimalen Knusprigkeitsgrad.
Qualität des Belages: Der Pizzateig ist mit feinstem Mozzarella überbacken, auf dem Käse türmen sich kleine Hügel aus mildem Ricotta, perfekt gegrillte Zucchinischeiben und saftige Scampi.
Aus welchem Ofen? Die Pizza kommt aus einem Holzkohleofen.
Wie kann man sie essen? Die Pizza lässt sich hervorragend mit Messer und Gabel in mundgerechte Stücke schneiden
Fazit: sehr gut geeignet für ein romantisches Abendessen zu zweit. Hier kann man sein Gegenüber beeindrucken und sich als Kenner der italienischen Küche feiern lassen.

Papà Pane di Sorrento Ackerstraße 23, Mitte, Tel. 28 09 27 01, www.papàpane.com, tgl. 10-24 Uhr, Pizza 4 bis 10,50 €

lafocaccia_c_hipiPlatz 6: Napoli, Vegetaria und Parma
Gäbe es mehr solch kleiner Restaurants mit hohen Ansprüchen. Zwar muss der Gast seine Bestellung am roh gezimmerten Tresen selbst aufgeben, aber eines kann die Crew von Focaccia wirklich gut: Pizza backen! Wobei das Gerücht umgeht, auch die Lasagne sei nicht zu verachten. Doch nun geht es um Pizza. Wir haben fast alle probiert, erst einmal die Bresaola, die ist klassisch, einfach, gut. Dann drei weitere, nämlich die Napoli, Vegetaria und Parma. Sie kommen schnell aus dem Ofen. Sie schmecken wunderbar würzig. Der Käse ist mild und cremig. Die Pizza Napoli schmeckt kräftig salzig durch die Sardellen und würzig durch die schwarzen Oliven. Auf der Vegetaria liegen um Brokkoliröschen drumherum frische Zucchini, Auberginen- und Pilzscheiben. Die Parma ist üppig belegt mit hauchdünn geschnittenem Parmaschinken und frischen Rucolablättern. Und wenn es dann ums Bezahlen geht, staunt man zum zweiten Mal nicht schlecht. Das Mittagsmenü– eine Pizza plus ein Getränk – kostet ab 5,50 Euro. Text: Eva-Maria Hilker

Durchmesser: ca. 28 Zentimeter
Qualität des Bodens: Gerade noch dünn genug mit krustigem Rand.
Qualität des Belages: Saftig, tomatig, käsig , gut gewürzt und angemessen portioniert.
Aus welchem Ofen? Steinofen.
Wie kann man sie essen? Die Vegetaria und die Parma nur mit Messer und Gabel, sonst flutscht Schinken, Käse und Gemüse in einem Rutsch in den Mund und übrig bleibt nur noch der Pizzaboden.
Fazit: Man kann es den drei mutigen Italienerinnen nur hoch anrechnen, dass sie in einer schrägen Ecke Berlins derartig frische Pizzen servieren. Diese Adresse hat das Potential eine Kultstätte zu werden, auch wegen des Preis-Leistungsverhältnisses.

La Focaccia Lützowstraße 19, Tiergarten, Tel. 26 39 39 45, Mo-Fr 9-17 Uhr, Pizza 5,50 bis 7,50 € (Lunch bis 15 Uhr incl. Getränk)

wohlfahrts_c_hipiPlatz 7: Tonno
Darf man das? Einen Nicht-Italiener empfehlen? Die Pizza ist so gut, dass sich die Frage erübrigt. Und der Macher Stefan Wohlfahrt ist gebürtiger Tiroler, aus der italienischen Ecke. An einer unterschätzten Kreuzung im alten Westen – Fasanen-, Ecke Hardenbergstraße – gibt es im Wohlfahrt’s die Pizza mit dem wohl dünnsten, fein krachigen Boden, den es landläufig in der Hauptstadt gibt. Darauf ein feinjustierter Belag, sodass nichts durchsuppt: feingeschnittene rote Zwiebeln, Kapern und Thunfisch, ein wenig Tomatensauce drunter. Es ist pures Vergnügen, die in Viertel geschnittene Pizza mit der Hand zusammenzuklappen und davon einen großen Bissen zu nehmen. Und wenn man keine Angst vor Straßenlärm hat, für den lohnt sich der Aufenthalt vor der Tür. Denn diese Ecke ist völlig unterschätzt, es vergehen kaum fünf Minuten, in denen nicht irgendetwas passiert. Text: Eva-Maria Hilker

Durchmesser: Etwas größer als der Teller, ca. 28 Zentimeter.
Qualität des Bodens: Ein Hauch von Boden.
Qualität des Belages: Aromatisch, ausgewogen, authentisch.
Aus welchem Ofen? Steinofen.
Wie kann man sie essen? Mit den Händen.
Fazit: Das Wochenende mit einem frühen Abendessen einläuten, die Pizza als Vorspeise teilen und danach die Karte durchprobieren.

Wohlfahrt’s Hardenbergstraße 15, Charlottenburg, Tel. 31 01 51 33, www.wohlfahrts.com, Mo-Sa 12-24 Uhr, Küche bis 23 Uhr, Pizza 7 bis 17 €

Weiter zu den Plätzen 8 bis 14


Fotos: Kerstin Anders / HiPi, Lena Ganssmanns / HiPi

 
von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 01.11.2012

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