Mediterrane Speisen und real- sozialistischer Schick im HBC

Mediterrane Speisen und real- sozialistischer Schick im HBC  

HBCDas frühere Haus Ungarn, 1973 als Kulturzentrum errichtet, bietet mit seiner weitläufigen, labyrinthischen Innenarchitektur viel Platz für unterschiedliche Nutzungen. Seit das Collegium Hungaricum Berlin (CHB) in die Dorotheenstraße umgezogen ist, hat sich das Haus am Alexanderplatz als Club und Eventlocation HBC einen Namen gemacht. Neben Musikabenden, Modenschauen und multimedialen Ausstellungen gibt es seit einigen Wochen einen weiteren Grund hinzugehen: die exzellente Küche.

Die Macher des neuen Restaurants, das sich im ersten Stock gleich hinter der Bar befindet, mischen seit Jahren in der Berliner Gastro- und Ausgehszene mit. Die beiden Köche Hugo de Carvalho und Antonio Lamarca haben früher in der Weinerei am Herd gestanden, Restaurantleiter Maxime Boillat gehörte zu den Gründern des Münzsalons. Seit Anfang Februar ziehen sie nun die gastronomischen Fäden im früheren Haus Ungarn. Durch den Gastraum mit den roten Plastikstühlen und der vertäfelten Rückwand weht ein kräftiger Hauch Realsozialismus, doch kulinarisch erinnert nichts mehr an die ungarische Vergangenheit. Die Küche ist mediterran orientiert und entwickelt Gerichte mit ungewöhnlichen Fisch-Fleisch-Kombinationen, die "in keinem Kochbuch zu finden sind", so die forsche Ansage des Restaurantleiters. Da wird schon mal ein Perlhuhn mit Crevetten gefüllt oder ein Rinderfilet mit Austern serviert. Ungewöhnliche Kombinationen kennzeichnen auch die Beilagen, die die Küchenchefs als eigenständige Gerichte verstehen und entsprechend inszenieren. Zur klassischen Frühjahrsbeilage Spargel reichen sie eine kleine Käsetorte, deren herzhafter Geschmack einen gelungenen Kontrast zum Hauptgericht markiert: Filet vom Kabeljau mit zerlassener Butter und einem federleichten Krus-tentierschaum. Auch der vorzügliche Lammrücken hat interessante Begleiter: ein milder Balsamico-Sirup und ein bittersüßer Schokoladen-Jus. Die Küchenchefs im HBC starten auf hohem Niveau, das Dinner überzeugt in jedem Detail. Hoffentlich machen sie so weiter.

Text: Oliver Burgard

Foto: Nina Zimmermann

tip-Bewertung: Herausragend

HBC Karl-Liebknecht-Straße 9, Mitte, Tel. 24 34 29 20,
U+S-Bhf. Alexanderplatz;
Di-Sa 19-24 Uhr, Mittagstisch Di-Fr 12.30-15 Uhr;
Vorspeisen 4,50 bis 7 €, Hauptspeisen 12 bis 16 €, Softdrinks ab 2 €, Bier (0,3 l) ab 2,80 €, Wein (0,1 l) ab 2,80 €,
Fl. Wein (0,75 l) ab 19 €; Rauchen: nur an der Bar


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von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 11.05.2010

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