Nach circa zehnseitiger Cocktailauswahl sticht zunächst die Speisekarte ins Auge. Diese wiederum ist untypisch für eine Bar dieses Stils.
Havelzander an Schaumkraut oder hausgemachte Maultaschen mit Spinat-Ricotta-Füllung auf Rosmarin- Tomatenspiegel klingen nicht gerade nach einfachen Snacks zum Drink. Als Gruß aus der Küche kommt selbstgebackenes Brot mit reichlich Oliventapenade. Das macht Lust auf mehr. Bestellt wird das Beelitzer Waldpilzragout mit Serviettenknödeln und die in Rotwein geschmorten Ochsenbacken, von denen schon die Bedienung auf kurze Nachfrage hin verspricht, sie wären "ein Traum". Tatsächlich sind sie sehr zart und die Sauce hat ein kräftiges, süßliches Weinaroma. Das Pilzragout aus dem Brandenburger Wald schmeckt herrlich frisch und passt mit den gebratenen Knödeln gut auf die winterliche Speisekare neben Wildschweinbraten und Kürbissuppe. Als "Entschädigung" für die üppigen Portionen bringt die sehr zuvorkommende Dame im Service dann noch einen Sambuca aufs Haus. Ein guter Abschluss. Das etwas schummrige Bar-Ambiente will nicht ganz zur Speisekarte passen, dem Geschmack aber tut es keinen Abbruch. Wenn es doch mal "nur" ein Snack zum Mixgetränk sein soll, empfiehlt sich die französische Käseplatte für Zwei mit Walnüssen, Oliven und Feigensenf. Denn auch die Cocktails stehen der Küche qualitativ in nichts nach.