Beim Betreten des Ladens sticht zunächst das große auf Pappe und in Kreide gemalte Wandbild ins Auge. Es zeigt zwei umschlungene, sehr freizügige Liebende.
Ein Kontrast zum Rest der Einrichtung: Holztische, ein großes Weinregal und traditionelle Landschaftsbilder. Insgesamt sehr schlicht und doch hochwertig. Genau wie die Küche. Zwar liest man von außen "Cucina italiana", strenggenommen gibt es jedoch apulische Küche. Apulien ist eine Region in Südost-Italien und auch als sogenannte Kornkammer Italiens bekannt. Sie ist der größte Hartweizenlieferant des Landes. So erklärt sich nicht nur der Name des Restaurants, sondern auch die vielfältigen Pastagerichte auf der Karte. Im Gegensatz zum Rest Italiens wird nämlich die apulische Pasta mit Hartweizengrieß hergestellt. Diese kommt zum Beispiel als Paccheri Capesante - dicke, gerillte Hohlnudeln mit Jakobsmuscheln und einer fruchtigen Tomaten-Olivenöl-Salsa - auf den Tisch. Die Nudeln sind al dente, die Jakobsmuscheln aromatisch und auf den Punkt gegart. Die vegetarische Alternative - gefüllte Artischocke mit geräuchertem Scamorza-Käse und Couscous - spielt förmlich mit den kräftigen Geschmäckern und verbindet sich zu einer außergewöhnlichen Kombination von Artischocke und dem Raucharoma des Scamorza. Die Karte ist überschaubar, dafür exklusiv: Oktopus, Rinderzunge, Kaninchenleber und viel mediterranes Gemüse von Fenchel über Aubergine bis zu den berühmten apulischen Strauchtomaten. Dazu ist ein guter italienischer Wein ein Muss, wie der Ravenna Burson, ein sehr kräftiger Rotwein, der besonders mit dem Räucheraroma des Käse harmoniert.