Die Schlichtheit gehört hier zum Konzept: Warum einen Namen suchen, wenn schon einer an der Fassade steht?
Holz und Kohlen konnte man in der Weserstraße 28 früher kaufen, jetzt werden Bier und Wein über den langen Holztresen gereicht. Der Kerzenschein fällt durch das mit weißen Gitterstäben geschützte Fenster nach draußen auf die Straße, drinnen taucht er die beiden Räume in gemütliches Schummerlicht. Dekoelemente gibt es wenige, aber die unverputzten Wände sind mit Industrieschornsteinen bemalt, das schließt den Bogen zur Vergangenheit. Auch die Musik ist nostalgisch. An zwei von drei Abenden laufen Bob-Dylan-Platten rauf und runter. Im hinteren Raum stehen schlichte Holztische um die sich Gruppen von Studenten und Neuköllner Kreativen scharen. In dieser unaufgeregten gemütlichen Stimmung kann man gut mal einen Abend oder die ganze Nacht verquatschen, produzieren muss sich hier niemand.