Tu'es steht nicht für das französische "du bist", sondern soll deutsch gelesen werden: Mach es einfach. Das passt zur versprochenen neudeutschen Küche. Gemütlich ist es.
Bodentiefe Fenster zur ruhigen Straße, schlichte Tische mit karierten Tischdecken, unterschiedliche Stühle, ein altes Buffet an der Rückwand zur Küche. Das antike Silberbesteck glänzt, und erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass es aus verschiedenen Sets zusammengesetzt ist. Die Preise sind einen Tick höher als das umliegende Kreuzberger Niveau, vor allem beim Drei-Gänge-Menü aber angemessen. Die aufmerksame Servicekraft informiert über die drei Tagesgerichte, die nicht auf der Karte stehen. Eines davon, Pappardelle mit Rindergulasch, wird sogleich bestellt. Vorher aber erst mal die Vorspeise, Rucola mit frittierten Ziegenkäse. Daran ist nichts auszusetzen, das Dressing harmoniert sowohl mit dem scharfen Salat, als auch in Kombination mit dem Ziegenkäse. Die folgenden Pappardelle überzeugen ebenfalls. Im Vordergrund steht das Gulasch, zartes Rindfleisch, sehr aromatisch und nicht zu mächtig. Die Begleitung hat Fisch bestellt. Zarte Lachsforelle, mit angenehm knuspriger Haut. Dazu gibt es ein Beet aus Blattspinat, und zweierlei von der Steckrübe, das heißt: einmal als Mousse, einmal in Stücken. Bei diesem Gericht gefällt neben dem Geschmack vor allem die Mischung der unterschiedlichen Texturen von bissfest bis weich. Für ein Dessert reicht der Hunger leider nicht, das Spekulatiusparfait mit Glühweinkompott muss bis zum nächsten Besuch warten. Bei der Frage nach dem Wiederkommen kann man sich nämlich an die Aufforderung im Restaurantnamen halten: Tu es einfach.