Kann man sagen, dass die Motzstraße eine testosteronstrotzende Flaniermeile ist? Nicht um Mädels zu beeindrucken wohlgemerkt.
Jedenfalls haben schwule Männer ein großer Faible für großartige Diven, die es so eigentlich kaum noch gibt bis eben auf Zsa Zsa Gabor. Die Ü-90erin hält sich wacker. Vielleicht ist es nicht ganz ihr Stil, doch die Namensgebung des Restaurant Zsa Zsa Burger ist eine nette Geste der Ehrerweisung. Der Burger kommt aber nun auch zu seinem Recht. In 15 Varianten steht er auf der Karte. Dabei eine ganz schlimme Versuchung, einer mit Gänsestopfleber. Keine Details dazu, denn dank PETA traut man sich ja dieses Ding nicht öffentlich und offiziell zu verspeisen. Also tapfer den Klassiker bestellt, aber mit Käse, dann heißt das dicke Ding Swiss Miss. Das Brötchen gibt es auch als Vollkornvariante. Die Pommes dazu sind eine Ausnahmeerscheinung, knusprig, goldbraun und haben den Anschein von handmade, der Cole Slaw ist ok, das Beef saftig, aber leider durch, entgegen der Absprache medium. Egal, schmeckte trotzdem gut. Dazu ein süffiger südafrikanischer Weißwein, damit ist ein schnelles, unkompliziertes Essen am Abend perfekt, ob vor einem Date oder danach. Es wird viel Englisch getalkt, die Testosteronproduzenten sind meist im gesetzten Alter, sportlich und mit gepflegten Äußeren. Die Heteros fallen überhaupt nicht auf. Und die gibt es reichlich. Auch sie genießen den Charme der klug eingesetzten Heimatromantik aus Bretterbude und Hirschgeweih.