Tip-Redakteurin Eva-Maria Hilker empfiehlt Restaurants, Cafés und andere kulinarische Orte. Im tip-Magazin lesen Sie außerdem die Meinungen ihrer Kritiker-Kollegen
Gastbeitrag von Jürgen Schiller (Deutschlandradio Kultur):
Wer zählt die Filme, nennt die Länder und Artisten. Fast wie beim neuen Kehlmann: Bevor er ins Kino ging, war der Film schon gelaufen. Also, wohin bei Ärger, Verdruss oder Jubel? Nach dem Eröffnungsfilm, in dem Clive Owen die Welt rettet und die Banken so marode sind wie die Finanzwelt, ist Bescheidenheit gefragt. Meine Empfehlung – ohne den Bankenschutzschirm in Anspruch zu nehmen – das Selig in der Kantstraße 51 (Charlottenburg). Die besten LanzhouBandnudeln, nach dem Filmfeuerwerk das Feuerwerk der Geschmacksknospen. Die Preise liegen auf dem Niveau für verarmte Banker. Der deutsche Film ist omnipräsent, also hin zur deutschen Kost: der Bieberbau (Durlacher Straße 15, Wilmersdorf), Hardys Gute Stube (Heiligendammer Straße 18, Wilmersdorf), das Engelbecken (Witzlebenstraße 31, Charlottenburg) oder das Zander (Kollwitzstraße 50, Prenzlauer Berg), regional-saisonal. Mord und Mode – beim „Rage“ aus England und Amerika – danach ein blutiges Steak im Madison. Für leichte Kost danach, ab 18 Uhr, mal was Neues: das WeinGut (Vorbergstraße 10a, Schöneberg) bietet köstliche Tropfen, Risotto, Frischlingskeule, Perlhuhn oder Fisch. So gestärkt auf zum längsten Film der Berlinale am 14.2. im Arsenal 2: 720 Minuten, 12 Stunden, „New York, ein visuelles Arbeitstagebuch“ – danach ist Fasten angesagt.
Foto: Jens Berger
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