Kino & Film in Berlin

Im Kino: „Unbelehrbar“

Aufgewacht: Ein Drama von Anke Hentschel um die Selbstfindung einer Analphabetin aus Brandenburg.

Unbelehrbar

Wer etwas so Fundamentales wie Lesen und Schreiben nicht kann, der braucht ganz besondere Strategien, um zurechtzukommen. Knapp vier Millionen Analphabeten leben in Deutschland. Eine von ihnen könnte Ellen sein, um die sich in „Unbelehrbar“ alles dreht. Ellen ist um die 40, Ehefrau, Mutter zweier Kinder und Küchenhilfe in einem Brandenburger Kaff. Dank ihres unkomplizierten sanften Wesens rettet man sie gern, wenn sie insgeheim vor Buchstaben kapituliert. Hilfsbedürftig und zuverlässig – ihr Mann kann sich kein besseres Weib vorstellen, auch für die Kinder soll sie am liebsten berechenbar bleiben. Umso größer ist aller Angst, als Ellen plötzlich nach Berlin geht, um Schreiben und Lesen zu lernen, um endlich aufzuwachen und sich selbst zu entdecken.
„Unbelehrbar“ ist eine schnell erzählte, sympathische Geschichte, die von sorgsam entwickelten Charakteren lebt. Für deren Hintergrund ließ sich die aus Ulm stammende Regisseurin Anke Hentschel von der Realität inspirieren.
Thorsten Merten spielt den klammernden Unterschichtsmacker, Leonore Stellen irrt als Ellen durch das schroffe Berlin-Mitte, wo sie immerhin noch ein paar Menschen mit Herz entdeckt.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Front Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Unbelehrbar“ im Kino in Berlin

Unbelehrbar, Deutschland/Israel 2010; Regie: Anke Hentschel; Darsteller: Lenore Steller (Ellen), Thorsten Merten (Rudi), Youssef Jammoul (Karim); 96 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 28. März

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