Den Samstag kann man nutzen, um ins Umland zu fahren. Bei den Wasserspielen in Templin wird die sehenswerte Dokumentation "Wasser und Seife" in Anwesenheit der Regisseurin gezeigt.
Susan Gluths Dokumentarfilm ist keine "Sendung mit der Maus"-Sachgeschichte über die Herstellungswege von Reinigungsmitteln. Er zeigt den Alltag von drei Mitarbeiterinnen der Wäscherei Utecht in Hamburg Groß-Flottbek. Klingt zunächst nicht so aufregend. Umso schöner ist die Überraschung über das, was Susan Gluth daraus macht: Sie verbindet die Geschichten der drei Frauen unangestrengt und treffsicher zu einer Sozialstudie, die unwahrscheinlich unterhaltsam ist, statt auf den Magen zu schlagen.
Und das liegt vor allem an Monika Schückher und Szenen wie dieser: Nahaufnahme, Monikas rechte Hand hält eine Scheibe Schwarzbrot, mit einem Löffel in der Linken flappt sie einen dicken Klacks Fleischsalat drauf, im Hintergrund läuft die Titelmelodie von "Traumschiff", und Monika rechnet dazu vor, dass ihr im Monat 150 Euro zum Leben bleiben – "Middelschicht, nech?", sagt sie mit Hamburger Akzent. Monika Schückher ist, was man ein "Original" nennt. Man lacht aus Rührung und einfach mit ihr, die bescheiden, unverzagt und ohne zu jammern ihre Situation hinnimmt. Die drei Frauen und der Hund Bonnie schenken dem Film viele solcher unnachahmlicher Episoden.
Text: Julia Schulte-Ontrop
tip-Bewertung: Sehenswert
Wasser und Seife, Deutschland 2008; Regie: Susan Gluth; Farbe, 85 Minuten; Kinostart: 30. April
Filmgespräch mit der Regisseurin Susan Gluth im Rahmen des Festivals Wasserspiele Templin, Sa 8.8., 17 Uhr
Regulär läuft der Film im Rahmen des Festivals vom 6.8. - 11.8. im Kino