Im Süden geht einiges: Was für das europäische Trash-Kino Spanien oder Italien ist, war für Amerika immer Mexiko.
Nah genug dran an Entertainment- und Filmkunst des nördlichen Nachbarn, entstanden dort in einer Ursuppe zwischen Luis Buñuel und Mexikos eigenem, trashigen SuÂperhelden Santo wirre, irre, bunte Filme. Totenkult- und C-Movies für wenig Geld, gewalttätige Reißer mit drogeninduzierten Plots, schamlos zusammengeklaut und doch stets sehr eigen: Mexploitation, eine fast vergessene Spielart des Billigfilmvergnügens.
Das Babylon Mitte widmet bis Mitte Dezember jeden Mittwochabend diesen mexikanischen Liebhaberstücken. Die Bandbreite des Programms unter dem Titel „Hossa! Hossa! Hossa! Horror Fiesta Mexicana“ reicht von The Curse of the Crying Woman (Mi 22.10.; Foto), der volkstümliche Motive mit B-Grusel verbindet, bis zu Guyana – Cult of the Damned (Mi 29.10.), in dem das Jonestown-Massaker zwiÂschen True-Crime-Thrills und psychedelischem Massenwahn aufgearbeitet wird. Es sekundieren: Jodorowskys „Montana Sacra“ und Mendéz’ „Vampiro“, blutrünstige Meeresviecher und Zombie-Bauern. Darauf einen, zwei, viele Tequilas!
Text: TK
Hossa! Hossa! Hossa! Horror Fiesta Mexicana
Babylon Mitte, Mi 22 Uhr, bis 17. Dezember