Im Kino: "Cafe Ta’amon"

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Im Kino: "Cafe Ta’amon"  

 "Cafe Ta’amon"

Im kleinen Café Ta’amon in Jerusalem, schräg gegenüber vom israelischen Parlament, trafen sie sich alle: linke Aktivisten, die nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 vehement das Ende der israelischen Besatzung palästinensischer Gebiete forderten, die das Gegenteil vertretenden rechten Falken sowie mittellose Künstler, die dort auch ohne Geld einen Tee und einen Happen zu essen bekamen. Man diskutierte, stritt, sprang sich an die Gurgel und beruhigte sich wieder in einer Atmosphäre von Weltoffenheit und Toleranz, die das Café bis zuletzt auszeichnete.
In seiner bereits 2012 entstandenen Dokumentation "Café Ta’amon, King-George-Street, Jerusalem" verschränkt Regisseur Michael Teutsch Impressionen aus dem Alltag des Cafés mit einem Rückblick auf die Blütezeit der linken Gruppierung Matzpen, deren Mitglieder Stammgäste im Café waren. Das driftet manchmal ins leicht Anekdotische, ergibt am Ende aber doch ein unterhaltsames Porträt einer zerrissenen Gesellschaft, in der die gelebte Toleranz und die Menschenfreundlichkeit des Betreiberehepaares die größten Erfolge zeitigten.

Text: Lars Penning

Foto: Hans Albrecht Lusznat

Orte und Zeiten: Cafe Ta’amon

Cafe Ta’amon (OT) D 2014; R: Michael Teutsch; 90 Min.; Start 14.5.

Kinostart: Do, 14. Mai 2015

 
von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 15.05.2015

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