Von den Romanen der sogenannten "Millennium-Trilogie" des schwedischen Autors Stieg Larsson ist der letzte Teil zweifellos der am wenigsten aufregende.
Nicht zuletzt, weil in "Vergebung" Unmengen von Erklärungen notwendig werden, um das Gesamtbild der politischen Verschwörung darzustellen, in deren Mittelpunkt die verhaltensgestörte Hackerin Lisbeth Salander steht. Paradoxerweise ist Daniel Alfredson mit seiner Verfilmung nun der beste Film der Reihe gelungen. Denn angesichts der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten Salanders (sie wartet im Gefängnis auf einen Prozess) gewinnen endlich auch einmal andere Figuren der Geschichte an Profil: der Journalist Mikael Blomkvist etwa, der mit seiner sturen Unbestechlichkeit das Leben anderer Menschen aufs Spiel setzt und dabei gar nicht sonderlich sympathisch herüberkommt. Und mag sich die alte schwedische Geheimwelt auch einmal mehr gegen die Helden verschwören – diese haben nun das Heft des Handelns in der Hand und verschwören einfach zurück. Und das wirkt durchaus spannend und keineswegs so Bilderbuch-bieder wie zuvor.
Text: Lars Penning
tip-Bewertung: Annehmbar
Foto: Knut Koivisto
Orte und Zeiten: "Vergebung" im Kino in Berlin
Luftslottet som sprängdes Schweden 2009; Regie: Daniel Alfredson; Darsteller: Noomi Rapace (Lisbeth Salander), Michael Nyqvist (Mikael Blomkvist), Jacob Ericksson (Christer Malm); 146 Minuten;
Kinostart: 3. Juni
NEUSTARTS IN BERLIN