"Piranha 3D" im Kino

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"Piranha 3D" im Kino  

Piranha 3D

Prähistorische Piranhas sind durch einen Erdrutsch im Lake Victoria aus einer unterirdischen Höhle befreit worden und haben Hunger. Da trifft es sich gut, dass sie gerade zum Spring Break, der ultimativen Party-Zeit amerikanischer Studenten aus ihrem zwei Millionen Jahre andauernden Tiefschlaf aufwachen. Nur spärlich bekleidet, sind Hunderte von ausnehmend gut gebauten Bikinischönheiten zum Komasaufen am See und werden zum Festmahl der Urzeitfische.
"Das geschieht den blöden Amis recht", scheint sich der französische Regisseur Alex­andre Aja gedacht zu haben. Er orientiert sich bei seinem Piranha-Relaunch nicht so sehr an Joe Dantes "Piranhas" aus dem Jahr 1978, sondern greift lieber gleich zu Plot-Versatzstücken aus dem großen Vorbild aller Tier-Horror-Filme, Steven Spielbergs "Der weiße Hai". Richard Dreyfuss, der letzte Überlebende der Original-Besetzung dieses großen Sommer-Block-Busters von 1975 hat dann auch die Ehre, als Erster von den Killerfischen abgenagt zu werden.
Es ist erstaunlich, mit wie viel Elan und Witz sich Aja in dieses Franchiseprojekt stürzt. Auch die renommierten Spezial-Make-Up-Effekt-Spezialisten Gregory Nicotero und Howard Berger gehen in der Darstellung der Verstümmlungen so weit, dass dem Zuschauer bald das Lachen im Halse und den Piranhas der abgebissene Puller eines schmierigen Pornofilmproduzenten im Maul stecken bleibt. "Piranha 3D" ist der Film, der endlich all die grausigen Versprechen wahr macht, die auf den übertrieben reißerischen Filmplakaten der billigen Tier-Horror-Schocker, die in den 70er- und 80er-Jahren im Fahrwasser von "Der weiße Hai" vor sich hin dümpelten, versprochen wurden. Eine kurzweilige, sexistische und vorsätzlich hirnlose Splatter-Orgie von überdurchschnittlichem Unterhaltungswert. Jahrmarktkino, konsequent bis zu Ende gedacht.

Text: Jörg Buttgereit

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: "Piranha 3D" im Kino in Berlin

Piranha 3D, USA 2010; Regie: Alexandre Aja; Darsteller: Richard Dreyfuss (Matt Boyd), Ving Rhames (Deputy Fallon), Elisabeth Shue (Julie Forester); 87 Minuten

Kinostart: 14. Oktober

 
von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 19.10.2010

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