Annette Knol vom Kotti-Shop über Kunst am Kotti

Annette Knol vom Kotti-Shop über Kunst am Kotti  

Ab 15. Februar sind im Rahmen der Ausstellung „The Mirror – Say it Loud“ an den Gleisen der U 8 im U-Bahnhof Kottbusser Tor statt Werbeplakate künstlerisch gestaltete Poster zu sehen. Wer hat die gemacht?
Die Menschen in den Gruppen, die die Plakate gemacht haben, kommen aus unterschiedlichen Hintergründen. Es sind Türken, Deutsche, Menschen aus aller Welt, Arbeitslose, Künstler, Kulturschaffende, Studierende, Gewerbetreibende, Queere und Protestler im Alter zwischen sechs und 60 Jahren. Alle diese Leute nutzen die Gegend um das Kottbusser Tor als Wohn- und Arbeitsraum sowie als sozialen Treffpunkt.

Mit der Plakat-Aktion soll auf die momentane Situation am Kotti aufmerksam gemacht werden: Welche Problemlage haben die Initiatoren dort festgestellt?
Der Kotti ist ein ganz spezieller Ort, wo sich viele unterschiedliche Gesellschaftsschichten friedlich treffen können. In den letzten Jahren ist der Kotti immer populärer geworden. Die Leute, die dort aber tatsächlich wohnen, haben nur selten die Möglichkeit zu sagen, was sie von der wachsenden Popularität halten. Zwar finden wir es gut, dass der Kotti jetzt wegen seiner kulturellen Szene bekannt ist statt wegen der Drogen. Trotzdem entstehen dadurch auch viele neue Probleme: Alles wird teurer, Verdrängungsmechanismen setzen ein und die Anwohner leiden immer öfter unter dem wachsenden Tourismus, der oft keine Rücksicht auf die Menschen nimmt, die hier nicht im Urlaub sind.

Welche Motive werden auf den Plakaten zu sehen sein?
Auf den Plakaten, die alle von Hand gestaltet wurden, sieht man die unterschiedlichsten Motive und Slogans: Das Neue Kreuzberger Zentrum taucht oft auf, außerdem verschiedene Fantasielebewesen, die Mieterinitiative Kotti & Co in Aktion und die im Südblock gekürten Kotti-Queens.

Was ist der Reiz an künstlerischen Plakat-Aktionen an Orten wie U-Bahngleisen?
Es ist eine Form von Demokratisierung, wenn im öffentlichen Raum Kunst statt Werbung zu sehen ist. Das ist Kunst für alle. Sie lässt die Menschen zu Wort kommen.

Welche Zukunft wünschen sich die Initiatoren der Plakat-Aktion für die Gegend rund um den Kotti?
Wir wollen, dass der Kotti ein offener Ort für alle bleibt, speziell für die Anwohner. Wir hoffen, dass die Nachbarschaft noch mehr zusammenwächst und sich miteinander solidarisiert.  

Interview: Eva Apraku

The Mirror – Say it Loud
Eröffnung: Kotti-Shop, Neues Kreuzberger Zentrum, Adalbertstraße 4, Kreuzberg,
15.2., 18–21 Uhr.
Um 19 Uhr findet ein gemeinsamer Spaziergang zu den Plakaten im U-Bahnhof statt. Die Plakate hängen bis 25.2.,
www.thebigdrawberlin.de/index.php?/programm-2010/mirror---say-it-out-loud

 

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von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013

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