Auf Schlöndorffs Kritik am DDR Film folgte ein grotesk oft unterzeichneter offener Brief
Die Erregung über die pauschale Verunglimpfung des DDR-Filmkulturerbes durch Volker Schlöndorff in der „Märkischen Allgemeinen“ führt zu seltsamen Überreaktionen. Als gelte es, eine Amnesty-International-Kampagne loszutreten, stellten sich prompt mehr als 100 Prominente in einem Offenen Brief gegen Schlöndorff, um das Defa-Erbe zu verteidigen. So viel Ehre verdiente Schlöndorffs Unernst nicht. Staatsferne und Staatsnähe spielen im Offenen Brief, 19 Jahre nach Mauerfall, immerhin keine Rolle mehr: Die Liste der Unterzeichner reicht vom ausgereisten Armin Mueller-Stahl bis zu den treuen DDR-Dokumentaristen Barbara und Winfried Junge.