Die Initiatoren der Brotfabrik, des Klubradios und der Radiopiloten planen ein freies Kulturradio und rufen bis zum 17. Februar zu einer Spendenaktion zur Mithilfe bei der UKW-Frequenzfinanzierung auf. Der tip sprach mit Paul Motikat und Guido Plonski
tip Was ist neu an der Idee eines freien Kulturradios?
Paul Motikat Das Problem ist, dass in Berlin medienrechtliche sowie politische Grundlagen fehlen, auf der freie Kulturradios existieren können. Bislang gab es nur zeitlich begrenzte Veranstaltungsradios. Wir wollen eine Plattform bieten, auf der jeder, der Lust hat, Radio machen kann.
tip Warum ruft ihr zu Spenden auf?
Motikat Die Medienanstalt Berlin Brandenburg hat endlich eine freie Frequenz ausgeschrieben, damit wir langfristig senden können. Dafür brauchen wir aber Geld, um die Gebühren von cirka 50.000 Euro zu zahlen.
tip Wieviel Geld habt ihr schon?
Guido Plonski Den aktuellen Stand kann man auf unserer Homepage einsehen. Zur Zeit sind es etwa 5.000 Euro.
tip Wie unterscheidet Ihr Euch von anderen Radiosendern?
Motikat Bei Radio Fritz zum Beispiel machen die eine Sitzung, trinken ihr Teechen und sind in Studios, die so geleckt aussehen wie eine Bank. Unser Ansatz ist nichtkommerziell: keine Hits, keine Profis, kein Spam.
tip Wandelt ihr auf den Spuren des legendären Radios 100?
Plonski Ja. Der eine oder andere unserer Radiomacher hat seine Wuzeln da. Zum Beispiel Andreas Jeromin von den Radiopiloten.
tip Was bedeutet ein freies Kulturradio für die Hörer?
Motikat Wir hatten mal eine Sendung von Experten für türkische Musik. Im Nachhinein erfuhren wir, dass türkische Taxifahrer anhalten mussten, weil sie geheult hatten, als sie diese Songs endlich mal wieder hörten. Solche Lieder kommen sonst halt nirgendwo.
tip Ab wann würdet ihr senden, wenn ihr das Geld zusammenbekämt?
Plonski Das hängt von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg ab. Man geht jedoch davon aus, dass es ab Juni 2010 losginge.
Protokolliert von Hanna Wolf und Katharina Retzlaff
Foto: Judith Triebel/tip
www.herbstradio.org
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