Geschenktipps der tip-Redakteure für Weihnachten

Geschenktipps der tip-Redakteure für Weihnachten  

Volontärin LAURA EWERT empfiehlt:

Für Ritualisten
Es ist nicht so, dass ich ein Weihnachtsmuffel bin. Ich feiere das Fest nur seit ein paar Jahren nicht mehr. Zumindest nicht mit Baum und Präsenten. Eher mit leckerem Essen und lauter Musik. Und wenn ich es auch schaffe, jeglichem seligen Feiertagsgefühl vor den Festtagen aus dem Weg zu gehen, so überkommt mich doch in jedem Jahr zum 24. das Verlangen nach irgendwelchen Feierlichkeitsritualen. Muttis Weihnachtskekse sind meist schon Mitte des Monats verschlungen, und auch wenn ich am 24. kurz vergesse, dass es blödsinnig ist, eine goldene statt einer weißen Kerze anzuzünden oder kleine Engel baumeln zu lassen, habe ich es ja erfolgreich vermieden, Weihnachtsschmuck anzuschaffen. Das Feierlichkeitsverlangen muss dann also anders in den Griff bekommen werden. Und ganz wichtig ist die musikalische Un­termalung der langwierigen Essenszubereitung und der Stimmungsschwankungen. Dafür empfehlen sich folgende drei Alben: für den Morgen ein Album, das auch an Sonntagen ganz wunderbar funktioniert, um fluffig, froh und getragen in den Tag mit Aufbackbrötchen zu kommen: Gabor Szabos "The Sorcerer" (ab 11,99 € über Abella.at).
Hip­piesker Jazz zum Fußwippen und Mitpfeifen. Am Nachmittag, nachdem die Sekt­euphorie schon in bedächtige Müdigkeit umgeschlagen ist, gibt es Ane Bruns Album aus diesem Jahr "Changing Of The Season" (ab 14,89 €, Amazon.de). Da kann man dann ganz hervorragend den aufgestauten Pathos raussingen. Und nachdem Jungs­chöre dezent das Festmahl begleitet haben, braucht es zur Nacht noch mal etwas vollkommen Unheiliges. Ich empfehle "The Downward Spiral" von Nine Inch Nails (ab 10,95 €, Amazon.de). Damit kann man sich auf nächtliche Tänze genauso gut einstimmen, wie meditativ den letzten Schluck Rotwein im Glas zu betrachten.

Filmredakteur VOLKER GUNSKE empfiehlt:



Das Buch mit der spektakulärsten Grafik

Hauptdissident der Wall Street –, so wird der Bestsellerautor Nassim Nicholas Taleb gerne bezeichnet. Sein Buch "Der Schwarze Schwan" ist das Beste, was man zurzeit über die Finanz- und Wirtschaftskrise lesen kann. Es handelt von der "Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse". Thanksgiving etwa ist für einen 1000 Tage lang gemästeten Truthahn so ein unwahrscheinliches Ereignis. Talebs These: Der Verlauf von 1000 Tagen sagt uns nichts darüber, was als Nächstes passieren wird. Während der naive Truthahn denkt, die Mästung geht immer weiter, zeigt der 1001. Tag, dass jederzeit Überraschungen möglich sind. Der Finanzmarkt tickt wie ein Truthahn vor Thanksgiving.

Nassim Nicholas Taleb "Der Schwarze Schwan", Hanser, 442 Seiten, 24,90 €

Die DVD-Box mit der gerade besten Serie
Ob diese Serie jemals im deutschen Fernsehen laufen wird? Wahrscheinlich nicht. Denn sie ist viel zu gut. "Mad Men" hat gerade alle möglichen Preise in den USA abgeräumt. Sie spielt 1960 in New York und handelt von rück­sichtslosen Angestellten der Wer­be­industrie in der Madison Avenue. Erfunden hat sie Matthew Weiner, der auch schon die "Sopranos" produziert hat. Und auch die Sopranos waren ja schon viel zu gut fürs deutsche Fernsehen.


Mad Men
Season 1, 13 Episoden,
593 Minuten; erschienen bei Lionsgate (US-Import)

Literaturredakteur SASSAN NIASSERI empfiehlt:

Jack Bauer in Afrika
Der Streik der Hollywood-Drehbuchautoren bescherte uns ein 2008 ohne neue Staffel der besten TV-Serie aller Zeiten, "24". Dieser zweistündige Fernsehfilm, in Deutschland nur auf DVD veröffentlicht, und Appetizer der neuen Staffel im Januar, zeigt Geheimagent Jack Bauer (Kiefer Sutherland) auf ungewohntem Terrain: im kriegserschütterten Afrika. Dort muss er sich den Weg zur amerikanischen Botschaft frei­foltern. Gaststar: Robert Carlyle!


24 – Redemption
DVD, Fox, 18,97 €

Tolle Short-Stories
Bradbury hat so viele Kurzgeschichten veröffentlicht, dass er sie gar nicht mehr zählen kann. Die Storys sind oft sogar noch besser als seine Romane (selbst besser als "Das Böse kommt auf leisen Sohlen"). Ob hier die 25 Schmuckstücke versammelt sind? Geschmackssache. Auf jeden Fall ein neuer, gelungener Überblick über das Werk des 88-Jährigen, der viele Genres beherrscht: Mythologie, Horror, auf den Mars verlegte Western oder Coming-of-Age-Geschichten in den Sommern des ländlichen Illinois. Danach kann man ja den Rest von Bradbury kaufen.

Ray Bradbury "Ausgewählte Erzählungen", Diogenes, 19,90 €

 

Indianer Jones für alle
"Raiders" hat die düsterste Atmosphäre, "Doom" die brutals­ten Chöre und "Cru­sade" den versöhnlichsten Family-Tune, den Komponist John Willams jemals aufgenommen hat. Dieses Box-Set vereint die kompletten(!) Musikspuren aller India­na-Jones-Filme, darunter den vergriffenen "Doom", sowie Outtakes und In­terviews. Den ebenfalls enthaltenen vierten Teil und Williams’ schlechtestes Werk überhaupt, "Crystal Skull", einfach ignorieren.


Indiana Jones – The Soundtrack Collection
CD, Universal, ca. 30 €

 

Lesen Sie die Empfehlungen von 11 weiteren tip-Redakteuren in tip 26/08 ab Seite 50

 

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von  tip-Redaktion
Veröffentlicht: 10.12.2008 , Zuletzt aktualisiert: 16.12.2008

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