Kathrin Goldammer über die 6. Weltskeptikerkonferenz

Kathrin Goldammer über die 6. Weltskeptikerkonferenz  

Kathrin_GoldamerFrau Goldammer, ist der Lieblingssatz der Skeptiker: „Das geht sowieso schief.“?
KATHRIN GOLDAMMER Das hören wir öfter: „Was, ihr macht einen Skeptiker-Kongress? Ich glaub da nicht dran!“ Aber es geht darum, Dogmatismus mit dem Prinzip des Denkens infrage zu stellen: zum Beispiel zu Themen wie Alternativmedizin oder Kreationismus.

Der Veranstalter, die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Laut Maya-Kalender geht die Welt am 21. Dezember unter. Für die Zukunft der GWUP sehe ich da schwarz ...
Leben Sie danach? Haben Sie sich für dieses Jahr alle letzten Sachen vorgenommen, die Sie jemals vorhatten? Meine Pläne gehen da etwas weiter. Ich bin ganz entspannt.

Beim Publikumstag der Konferenz, den Sie moderieren, widmet sich unter anderem Bernd Harder besagtem „Weltuntergang“.
Er wird auf lustige Weise erklären, wie absurd diese Vorstellungen sind und wie wir uns entspannt auf das Ende des Jahres 2012 einstellen können.

Der Weltuntergang wird entspannt und lustig? Da bin ich schon wieder skeptisch.  
Er ist lustig, wenn wir uns sicher sein können, dass er nicht stattfindet – und die absurden Blüten der 2012-Paranoia anschauen.  

Auch dabei ist der durch Radioeins bekannte Kriminalbiologe Mark Benecke.  
Mark nimmt sich ja die Freiheit, einfach Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel: Was gibt’s für neue Studien? Warum sind die interessant? Vor allem: Bei welchen wird man erst mal so ein bisschen hinters Licht geführt und merkt dann erst, wie Wissenschaft doch hilft, in die richtige Richtung zu denken?

Sie sind promovierte Physikerin. Was hat Sie denn zur GWUP verschlagen?  
Ich bin ein Mensch, der schon immer ein Problem mit Willkür, Aberglauben und dogmatischem Denken hatte. Und der sich deswegen einsetzen möchte für eine Welt, in der die Menschen mündig sind und übersinnliche Behauptungen hinterfragen.

Nehmen wir das Beispiel Alternativmedizin. Was macht Sie selbst dabei skeptisch?
Sachen, die nicht wissenschaftlich basiert sind. Wir Skeptiker fragen: Was ist davon nicht nur unkonventionell, sondern glatt übersinnlich? Und wenn jemand solche Behauptungen macht, sagen wir: Prüfen! Zum Beispiel, bevor man Geld dafür ausgibt.

Rechnen Sie jetzt mit Protest-Demos von Handlesern oder Wünschelrutengängern?  
Es wäre super, wenn die mal kämen und zeigten, was sie können. Die Erfahrung lehrt aber, dass sie bei dieser Art von Demonstration häufig versagen.    

Interview: Erik Heier

PUBLIKUMSTAG der 6. WeltSkeptikerKonferenz
u.a. mit Bernd Harder, Massimo Polidoro,
Mark Benecke, Do 17.5., 13–18 Uhr, Kaiserin-Friedrich-Stiftung, Hörsaal, Robert-Koch-Platz 7, Mitte,
www.worldskeptics.org

 
von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 16.05.2012

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tip Ausgabe 16/2014

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