Astrid North im Bi Nuu

Astrid North im Bi Nuu  

Astrid North

tip Von einem Soloalbum von Ihnen war knapp ein Jahrzehnt lang die Rede. Erschienen ist es erst im letzten Jahr. Warum hat es am Ende so lange gedauert?
Astrid North Ich war wahnsinnig unzufrieden mit dem, was ich zwischendurch fertig hatte. Ich konnte nicht loslassen, hatte immer Zweifel. Zuerst war es beflügelnd. Ich bin in die USA geflogen und habe dort viele tolle Leute kennengelernt. Es sind Demos entstanden, aber am Ende reichte mir das nicht, um daraus richtige Aufnahmen zu machen. Meiner Meinung nach muss man das Gefühl haben: Das ist es! Genau das war aber nicht da. Halbe Sachen wollte ich nicht abliefern.

tip Sie haben lange in der Band Cultured Pearls gesungen, die vier Studioalben produziert hat. Warum ist es da nicht mehr weitergegangen?
Astrid North Unsere Wege haben sich getrennt, weil es mit dem Soloalbum so lange dauerte. Es war schwierig für die beiden anderen Bandmitglieder zu verstehen, dass ich eine eigene Platte machen will. Da kamen auch emotionale und schmerzhafte Gefühle auf. Sie (Bela Brauckmann und Peter Hinderthür, Anm. d. Verf.) fragten sich: Warum? Verstehe ich nicht. Wir machen zwölf Jahre lang zusammen Musik. Warum musst du unbedingt eine eigene Platte machen? Ich wollte mich nicht zeitlich einschränken und sagen, dass wir uns in genau einem Jahr wieder treffen und die nächste Band-Platte machen.

tip Ihr Album "North" ist gemessen am Stil von Cultured Pearls bissiger und rauer ausgefallen. Wollten sie das genau so?
Astrid North Absolut. Ich wollte das Gefühl haben, dass ich keine Kompromisse eingehe. Die Gefahr von Kompromissen besteht natürlich immer, wenn man mit einer anderen Person arbeitet. Ich hatte in den USA ein paar gute Sachen mit Camus Celli gemacht, aber er hat bei der Produktion diese Rauheit weggenommen. Plötzlich hörten sich die Versionen poppiger und leichter an, als ich es wollte. Das hatten wir so nicht besprochen, das konnte ich nicht zulassen.

tip Wie schwierig war es dann das Album zu veröffentlichen?
Astrid North Allen, denen ich das Material vorgespielt habe, hat es gefallen. Sie fanden es sehr persönlich und intensiv, wussten aber nicht, wie sie es vermarkten sollen. Sie fragten sich: Was ist das denn jetzt? Es ist nicht R&B, kein reiner Soul, Rock auch nicht, außerdem fehle die Radio-Single. Im Endeffekt sind das alles Komplimente für mich, weil ich sehr wenig Radio höre und mich davon nicht leiten lasse.

tip Am Ende haben Sie das Album selbst veröffentlicht. Zuschüsse gab es von der Initiative Musik, einer Fördereinrichtung der Bundesregierung. Wie genau hat Ihnen die geholfen?
Astrid North Man muss einen Finanzplan vorlegen, der alle Kosten der Produktion einschließt. Das habe ich gemacht. Daraufhin wurde mir zugesagt, dass sie vierzig Prozent meiner Ausgaben übernehmen. Das hat mir wirklich sehr geholfen. Ich konnte mir auf diese Weise Promoter für Online-Medien, Radio und Presse leisten. Ich muss ja für Plattenpressungen auch die GEMA bezahlen. Man hat ganz schöne Kosten auf der Uhr, wenn man selber veröffentlicht und im Laden verkaufen möchte.

tip Was kann man von Ihnen live erwarten?
Astrid North Wir werden zu dritt sein. Sebastian Demmin, den man auch von Micatone kennt, bedient die Keyboards. Benny Glass spielt Schlagzeug. Ich selbst sitze am Klavier. Mit dieser Besetzung ist eine tolle minimale Umsetzung der Platte möglich. Es hört sich auch live dreckig an. Reibungsflächen sind echt wichtig.

Interview: Thomas Weiland

Astrid North, Bi Nuu, Di 12.2., 21 Uhr, VVK 17 Euro zzgl. Gebühr

 
von  tip-Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 11.02.2013

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