Der Beat-Dirigent gehört zu den kreativsten Gestaltern des HipHop und hätte am Mittwoch in Kreuzberg auftreten sollen. Das Konzert fällt leider aus, doch Embryo spielen kostenlos im Monarch.
Für Leute, die auf Heilung aus sind, hat Madlib das richtige Rezept parat. Der Produzent aus Los Angeles veröffentlicht jeden Monat eine Album-Dosis seiner "Medicine Show", jedes Mal mit anderer Zusammensetzung. Bisher gab es unter anderem Beats mit afrikanischen Samples, ein Mixtape mit brasilianischer Musik, Exkursionen in die Welt des Jazz oder "High Fi Sounds For Smokers And Drinkers" zu hören. Es ist eine ambitionierte Serie, mit der Madlib beweist, über was für ein unglaubliches kreatives Reservoir er verfügt und wie egal ihm Überlegungen in Bezug auf Vermarktung und Verkauf sind.
Einen ersten Hinweis auf das, was kommen würde, gab es vor zehn Jahren. "The Unseen", das erste Album unter dem Namen Quasimoto, klang im Gegensatz zu den meisten anderen HipHop-Produktionen von der Westküste entspannt und freundlich, zudem verblüffte Madlib mit am Mischpult manipuliertem Sprechtempo. Kurz danach erkundete er erstmals den Jazz (Yesterdays New Quintet), arbeitete mit den ebenfalls gerne experimentierenden Produzenten J Dilla und MF Doom sowie Rapper Talib Kweli zusammen und kreierte als Beat Konducta hochwertige Instrumentals. Madlib wurde ein Held des HipHop-Untergrunds, was aber nicht heißt, dass er dem Lager der Großverdiener nur ablehnend gegenübersteht. Im Augenblick munkelt man über eine Beteiligung am nächsten Album von Kanye West.
Text: Thomas Weiland
Konzert fällt aus!!! Madlip + Embryo, Festsaal Kreuzberg, Mi 13.10., 20 Uhr, VVK: 33 Euro
Embryo, Monarch, in direkter Nachbarschaft zum Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Straße 134, 1. Stock, Berlin-Kreuzberg, Mi 13.10., 21 Uhr, Eintritt frei