Flamenco-Legende Paco de Lucía stattet Berlin dank der Berlinale einen Besuch ab.
"Großartig!", "bester existierender Gitarrist!" oder schlicht "Fucking the best!!!" Die Musik, die in der aktuellen Kommentatorenleiste bei YouTube ein derartiges Euphoriegewitter ausgelöst hat, heißt "Entre dos Aguas", stammt von dem andalusischen Gitarristen Paco de Lucía, wurde bereits vor 35 Jahren herausgegeben und bewies seine Klassiker-Qualitäten einmal mehr im Jahr 2008, als Woody Allen das Stück als Teil der Filmmusik zu seiner preisgekrönten Komödie "Vicky Christina Barcelona" erwählte.
Dabei wurde Paco de Lucía mit Lob nicht gerade selten überhäuft. Der 1947 geborene, legendäre Gitarrist, Sohn aus einer Musikerfamilie, der bereits im Alter von vier Jahren in die Saiten griff, gilt als der große Erneuerer der Flamenco-Musik und hat zudem mit Chick Corea, Santana und Bryan Adams zusammen gespielt. Für letzteren intonierte de Lucía in dem Film "Don Juan de Marco" (USA 1995) das spanisch anmutende Stück "Have You Ever Really Loved A Woman". Noch bekannter aber ist das millionenfach verkaufte Live-Album "Friday Night in San Francisco", das Paco de Lucía zusammen mit Al Di Meola und John McLaughlin im Jahr 1981 einspielte.
In Berlin trat der Musiker zuletzt 2006 im ausverkauften Tempodrom auf. Im Rahmen des Mallorca International Film Festivals (MAIFF), das im Zusammenhang mit der Berlinale stattfindet, kommt de Lucía nun abermals und vergleichsweise überraschend an diesen Ort zurück. Das ihn begleitende Ensemble, zwei Sänger, ein weiterer Gitarrist, ein Bassist, ein Keyboarder, ein Percussionist und ein Tänzer, besteht vorwiegend aus jungen Künstlern und deutet an, dass der inzwischen 62-jährige de Lucía den Kontakt zum Sound der Zeit längst noch nicht verloren hat. Wer aber die Augen schließt und das Bild des zuletzt ungewohnt bärtigen Musikers beiseite schiebt, dürfte die unverkennbar virtuosen, dennoch weniger überschwänglichen Gitarrenklänge eindeutig de Lucía zuordnen.
Text: Eva Apraku
(tip-Bewertung: Verlässlich gut)
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Paco de Lucía Septett,
im Tempodrom, Do 18.2., 20 Uhr, VVK: 40-85 €
Tickets www.tip-berlin.de/tickets
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