Gruppenausstellung

„Passengers“ im Salon Dahlmann

Die Welt ist in Bewegung: Im Salon Dahlmann geht es in der Ausstellung „Passengers“ um Mobilität und Migration

Passengers
Foto: Courtesy Jonathan Monk and Galerie Meyer Riegger

Da sitzt einer seelenruhig auf dem Schlossplatz und stickt. Es ist Dzamil Kamanger aus dem iranischen Kurdistan. Seine Handarbeit hängt in der Ausstellung „Passengers“. Das Video der Performance lässt sich auf der Homepage des Salons Dahlmann betrachten. Der utopische Pass, an dem hier gestickt wird, führt mitten hinein ins Thema Mobilität. Ihm widmet Kuratorin Christine Nippe ihre Schau. Die Welt ist in Bewegung, mehr denn je. Menschen reisen oder sind auf der Flucht vor Hunger und Krieg. Können Künstler als kulturelle Mittler wirken? Schließlich sind sie in vielen Ländern unterwegs, Passagiere der Kunst sozusagen. In ihrer Biographie ist das Moment der Migration oft schon eingeschrieben.

Robert Lucander, Berliner UdK-Professor, erfuhr früh das Gefühl von Fremdheit in der Welt. „Ich musste nur meinen Namen in Finnland sagen und die Anderen wussten, dass ich zur schwedischen Minderheit gehöre.“ Auf einem semiabstrakten Gemälde memoriert er den Sänger Tapio Rautavaara, dessen Lieder er als Kind hörte. Zwölf Künstler – von Nevin Aladag bis Nasan Tur – erzählen in der anregenden Ausstellung von Fernweh, Heimatlosigkeit und der Poesie der Straße. Sie behandeln fiktive Reisen und die unaufhaltsame Transformation unserer Gesellschaft. Daniel Knorrs „Welcome“-Menagerie aus schwarz-weißen Matrjoska-Puppen bringt den Zuwachs auf den Punkt. Eine kleine, bunte Puppe hat sich unter die traditionellen Figuren gemischt. Die Stimme des anderen bringt Farbe.

Salon Dahlmann, Marburger Str. 3, Charlottenburg, Sa 11–16 Uhr u. n. V., bis 27.8.; www.salon-dahlmann.de

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