Musik & Party in Berlin

Sinnйad O\Connor im Astra Kulturhaus

Stehauffrauchen: Nach unzähligen Krisen findet die irische Sängerin wieder in die Spur zurück.

Sinead O'Connor

Erinnern Sie sich noch? Sinйad O’Connor? Die Sängerin, von der viele glaubten, sie sei der kommende Superstar. Lang, lang ist das her. 1990 stand sie mit ihrer Version des Prince-Songs „Nothing Compares 2 U“ weltweit an der Spitze der Charts. Bei näherer Betrachtung konnte daraus jedoch nie und nimmer ein Dauerzustand werden.
Eine kahlrasierte Frau, die sich überhaupt nicht um die Betonung ihrer Weiblichkeit schert und in ihrer irischen Heimat die Taten der IRA verteidigt hat, war für die Rolle als streitbare Person, nicht aber für ständigen Erfolg prädestiniert. Das galt erst recht, nachdem sie im amerikanischen Fernsehen bei einer Live-Sendung ein Bild des Papstes zerrissen hatte.
Danach versuchte die Irin lange Zeit vergeblich, das Interesse auf ihre Musik zu lenken und gegen Voreingenommenheit anzukämpfen. Auf die Sprünge half O’Connor ein Aufenthalt in Jamaika, wo sie für das Album „Throw Down Your Arms“ Songs von Reggae-Musikern aufnahm. Vorher hatte sie noch angekündigt, sich vollständig aus dem Musikgeschäft zurückziehen zu wollen, aber das hatte sich dann wieder erledigt.
Zum Glück, möchte man heute sagen. Denn mit ihrem neuen Album „How About I Be Me (And You Be You)?“, das fast ausschließlich eigene Kompositionen enthält, erreicht O’Connor wieder ein vorzeigbares Niveau. Die Lust auf Popmusik ist wieder da und ihre unverwechselbare Stimme ist es auch. Gegen die Kirche wettert sie immer noch, das ist und bleibt Teil ihrer Persönlichkeit. Da lässt sie sich nicht verbiegen.

Text: Thomas Weiland

Sinйad O’Connor, Astra Kulturhaus, Do 19.4., 19.30 Uhr, VVK: 33 Euro

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare