Schlechtwetter-Aktivitäten

10 Tipps für Regentage

Der Februar ist so etwas wie der verregnete Dienstag des Jahres. Das Jahresende steckt einem noch in den Knochen und der Sommer ist ach so fern. Doch die vertrockneten Berliner Böden brauchen den Regen, die Dürre in den letzten beiden Jahren haben ihnen und den Pflanzen schwer zugesetzt. Deswegen kann man sich auch einfach mit dem Regen abfinden und drinnen etwas unternehmen. Wir haben ein paar Tipps für regenreiche Wochenenden und freie Tage zusammengestellt.

Durchs Tropenhaus im Botanischen Garten flanieren

Botanischer Garten Gewächshaus. Foto: Marlene Wessel

Draußen schickt der Himmel Bindfäden gen Erde und Kälte kriecht einem die Beine hoch. Im Tropenhaus dagegen ist es schön warm. So warm, dass hier tropische Pflanzen tropische Pflanzen gedeihen und Sauerstoff in die Luft entlassen. Bis Mitte Februar hat das Tropenhaus sogar noch mehr zu bieten: Im Rahmen des CTM-Festivals haben die Künstlerinnen Maria Thereza Alves und Lucrecia Dalt das Tropenhaus mit Sound versehen. Mit Kopfhörern können Besucher*innen den verschiedenen Geräuschen folgen, die sie zwischen den Pflanzen hören. Je nach dem, wie und wohin man sich bewegt, verändert sich der Sound. Außerdem lernt man, wie die Pflanzen von den Menschen genannt werden, die dort leben, wo sie wachsen. Den meisten sind nämlich nur die lateinischen Namen bekannt. Die Installation ist also ein Akt der Dekolonialisierung.

Tropenhaus, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Straße 6-8, Steglitz, www.bgbm.org


Sich in Buchläden verlieren

Buchhandlung Zauberberg in Friedenau. Foto: imago images / Jakob Hoff

Wände voller Bücher und zerschlissene Sessel, knarrende Dielen und manchmal der Geruch von Staub auf papiernen Seiten: Für viele Menschen sind Buchläden Wohlfühlorte zum Verweilen und Schmökern in Romanen, Biografien, Sachbüchern. Hier hat man die Möglichkeit, ein paar Zeilen, Seiten oder gar Kapitel in einem Buch zu lesen, es doch wieder wegzustellen und sich das nächste zu greifen. Da kann es schon mal passieren, dass man nachmittags einen Laden betritt und immer tiefer in Geschichten hineingesogen wird. Wenn man das nächste Mal aus dem Fenster schaut, ist es vielleicht schon dunkel.

Buchhandlung Zauberberg, Bundesallee 133, Schöneberg, Tel. 030 567 39 091, Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr, www.der-zauberberg.eu

Bücherbogen, S Savignyplatz, Stadtbahnbogen 593, Charlottenburg, Tel. 030 31 86 95 11, Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-19 Uhr, www.buecherbogen.com

Die Buchkönigin, Hobrechtstr. 65, Neukölln, Tel 030 224 94 900, Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr, www.buchkoenigin.de


Im Planetarium in den Sternenhimmel eintauchen

Im Universum regnet es nicht. Zumindest dann, wenn man sich von Planeten mit Atmosphäre und flüssigem Wasser fern hält. Das allerdings ist nach aktuellem Wissensstand extrem selten im All – in unserer Galaxie, der Milchstraße wurde außerhalb unseres Sonnensystems noch kein flüssiges Wasser entdeckt. Und so könnte es sein, dass man sich über den lebensspendenden Regen freut, während man sich auf eine virtuelle Reise durchs schöne, aber wasserarme Universum begibt.

z.B. Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, Prenzlauer Berg, www.planetarium.berlin/veranstaltungen


Den Bundestag besichtigen

Foto: Ricardo Gomez Angel/Unsplash

Der Bundestag ist der Ort an dem ein Großteil der Gesetze beschlossen werden, die unser Leben bestimmen. Unzählige Tourist*innen besichtigen das deutsche Parlament jeden Tag, laufen an den Rändern der gläsernen Kuppel entlang und verfolgen die Debatten der Abgeordneten. Und die Berliner*innen? Manche fahren jeden Tag am Bundestag vorbei, von innen gesehen haben ihn aber die wenigsten. Er läuft ja nicht weg, sagen sich wohl viele. Ein Regentag ist die perfekte Gelegenheit, um eine Besichtigung des Bundestags nicht noch weiter aufzuschieben.

Deutscher Bundestag, Reichstagsgebäude, Platz der Republik 1, Tiergarten, Kuppel täglich von 8 bis 24 Uhr begehbar


In einer Therme entspannen

Keine neue Idee, aber trotzdem verdammt wohltuend: Berlin bietet zahlreiche Spas und Wellnessoasen, in denen man die Zeit vergessen kann. Die heißen Dämpfe bekämpfen selbst die hartnäckigste Bronchitis und lassen einen mal wieder so richtig durchatmen. So gesehen kann man dem Regenwetter sogar dankbar sein, dass es einem die Gelegenheit gibt, in der Therme mal so richtig abzuhängen. Denn wer will schon bei gutem Wetter seine Zeit in warmen Höhlen verbringen?

Spas und Thermen: www.vabali.de/online/, www.saunabad-berlin.de/, xn--gewlbe-sauna-6ib.de/


Bei Workshops mitmachen

Dominic Scythe/Unsplash

Schnitzen, massieren, malen: Es gibt kaum etwas, was man nicht lernen kann in Berlin. Und während draußen die Pfützen zu kleinen Seen werden und sich alle in ihren Wohnungen verkriechen, hat man vielleicht mal wieder die Ruhe, etwas Neues zu lernen – ganz ohne Fear of Missing Out.

Schnitzen: walk-on-the-wildside.de/schnitzen-workshop-berlin/
Massieren: www.massieren-lernen-berlin.de/
Malen: https://www.malsalon.de/


Reparieren

Die Kaffeemaschine? Macht komische Geräusche. Der Smartphone-Display? Gesprungen. Und die Lieblingshose? Hat einen Riss im Schritt. Dinge, die man oft benutzt, gehen kaputt. Manche sogar so schnell, dass man den Herstellern unterstellen könnte, sie sollen zu einem bestimmten Zeitpunkt kaputtgehen, damit Geld ausgibt und sie neu kauft. Doch gegen diesen Konsumzwang kann man etwas tun: Reparieren. Wer nicht weiß, wie das geht, kann sich in einem der vielen Repair-Cafés Hilfe holen.

Repair Cafés in Berlin: www.bund-berlin.de/themen/klima-ressourcen/abfall/repair-cafe/, repaircafe-soldiner.de, repaircafe.org/de/location/repair-cafe-berlin-lichtenberg/


Surfen

Die stehende Welle von Lichtenberg ist ein beeindruckendes Ungetüm. Pumpen jagen bis zu 20 Tonnen Wasser pro Sekunde eine Rampe hinab, dahinter schießt der Strom über eine Schanze. Der Energieverbrauch ist massiv, aber immerhin wird die Welle mit Ökostrom betrieben. Außerdem: Wenn die Lust nach dem Wellenreiten einen mit aller Macht packt, ist es sicher weniger klimaschädlich, in Lichtenberg zu surfen als auf Teneriffa.

Wellenwerk, Landsberger Allee 270, Lichtenberg, eine Stunde Surfen kostet 41,90 Euro


Tagsüber feiern

Daytime-Clubbing hat so einige Vorteile. Der größte ist wohl, dass man seinen Schlaf-Rhythmus nicht kaputt macht, wenn man sich am Samstag- oder Sonntagmorgen auf die Tanzfläche stellt und stundenlang zu Beats im 4/4-Takt tanzt und dabei die Gedanken schweifen lässt. Wie sehr es draußen regnet, vergisst man dann – schließlich betrifft es einen ja nicht. Abends kann man sich dann mit Heißhunger einen Falafel reinschieben und kaputt und müde, aber glücklich, ins Bett fallen.

Clubs, die samstags und sonntags tagsüber geöffnet sind: z.B. About Blank, Golden Gate, Berghain, Polygon


Einen Backkurs machen

Foto: Jeanie de Klerk/Unsplash

Backen mag manchmal etwas – altbacken, haha – daherkommen, aber Kuchen essen die meisten dann doch gerne, egal ob im Büro oder bei Oma, zwei Stunden nach dem Brunch oder den Kuchen vom Bäcker sonntags nach dem Spaziergang. Wem es zu teuer ist, andauernd Kuchen zu kaufen, aber trotzdem aufwendigen Kuchen essen will, der könnte einen Backkurs machen und mit den neugewonnenen Fähigkeiten Freund*innen, Familie und Kolleg*innen beeindrucken.

Backkurs-Anbieter: www.miomente.de, www.backschule-charlotte.de, www.tigertoertchen.de/backkurse