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10 wichtige Berliner Modelabels

Berlin hat sich seinen Platz als Mode-Metropole verdient. Die ganze Stadt ist ein Runway. Und (Wahl-)Heimat zahlreicher talentierter Designer. Zum Auftakt der Fashion Week werfen wir einen Blick in die interessantesten Showrooms, Studios und Stores der Stadt

Fashion Show von Lala Berlin bei der Berlin Fashion Week 2013
Foto: imago images / Future Image

Esther Perbandt
Schwarz, androgyn, kantig, Galerie- und Club-tauglich: Die Mode von Esther Perbandt ist wie ein Berliner Ausrufezeichen – dazu noch eines mit hohem Wiedererkennungswert. Sie löst Geschlechtergrenzen auf und bringt obendrein eine gute Portion Rockstar-Style in den Berliner Fashionzirkus. Ihrer engen Verbindung mit der Kunst- und Kultur-Szene Berlins entsprechend, zeigte sie ihre kongenialen Runway-Shows auch schon in der Volksbühne. www.estherperbandt.com, Berliner Store und Studio in der Almstadtstr. 3, Mitte


Lala Berlin
Das Label von Designerin Leyla Piedayesh ist ein Berliner Klassiker! Lala Berlin wurde 2004 gegründet und zählt zu den Marken aus Berlin mit internationaler Strahlkraft. Die Kaschmir-Triangles sind Standards mit regelmäßigen Updates. Die in Teheran geborene Designerin engagiert sich im Verein Be an Angel für die Integration geflüchteter Menschen – das T-Shirt zur Aktion trägt den Schriftzug: „I’m an immigrant.“ www.lalaberlin.com/de, Flagship-Store in der Alten Schönhauser Str. 3, Mitte


Nobi Talai
Inspiration für ihre Designs findet die Esmod-Absolventin Nobieh Talaei in ihrer Familiengeschichte. Ihre Großmutter war Nomadin, von ihr lernte die Designerin das Handwerk und den Umgang mit Stoffen. Und sie weiß, Mode zu entwerfen ist die eine Seite. Die andere Seite, den Vertrieb, das Marketing, hat sie durch praktische Erfahrung u.a. bei Wolfgang Joops Label Wunderkind kennengelernt. Nobi Talai wird mit seinen neuen Entwürfen auch auf der Berlin Fashion Week 2020 vertreten sein. www.nobitalai.com, im KaDeWe


Frank Leder
Frank Leder ist der Hidden Champion in Berlin. Dem Modezirkus entzieht er sich und ist dennoch präsent: Schuhe mit Ludwig Reiter, Kooperation mit dem Musiker Florian Horwath, eine Kollektion für Manufactum und ganz aktuell Manschettenknöpfe als Hommage an die Berliner Bars, wie dem Rumtrader. Es geht immer um Handwerk und Tradition, Ursprung und Natur. Auch Online-Shopping – sehr wichtig, denn Kunden kommen aus der ganzen Welt – geht anders: im Dialog mit dem Designer. www.frank-leder.com


Model bei der William Fan Fashion Show auf der Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2018 im Kronprinzenpalais.
Foto: imago images / Future Image

William Fan
Es ist schon atemberaubend, wie der Modedesigner William Fan seine Karriere vorantreibt. Der deutsche Designer mit chinesischen Wurzeln wurde 1987 in Hannover geboren. Nach dem Abschluss an der Kunsthochschule Weißensee meldete er sich bei Mercedes-Benz und bat die in der Mode engagierten Autobauer um Unterstützung. Zwei Tage später kam die Antwort – verbunden mit einer Einladung zur Fashion Week. Fan hat bei der Berliner Modewoche 2020 seine neue Kollektion auf dem Fernsehturm gezeigt. Fans Looks sind jedes Mal anders: klassisch & funktional, ausgefallen & spielerisch, elegant, integrieren Pailetten und chinesische Elemente. Zu bewundern auch in seinem Shop in Mitte. www.williamfan.com, Große Hamburgerstr. 25, Mitte


Marcel Ostertag
Wegen einer Verletzung beendete Marcel Ostertag seine Ballett-Karriere. Und studierte Mode. Dem Zufall sei Dank. Ostertag entwirft Looks, die seine Kundinnen wie „Musen“ fühlen lassen sollen. Inzwischen konzentriert sich der Münchner Designer nicht mehr ausschließlich auf Damenmode – sondern löst immer wieder Gendergrenzen auf: Wallende Stoffe, teils träumerische, teils strenge Formen und Schnitte, feminine Muster. Seit der Geburt der Fashion Week ist Ostertag mit dabei. In diesem Jahr mit einer besonders persönlichen Kollektion. www.marcelostertag.com, Store in der Schlüterstr. 12, Charlottenburg


DSTM
Ein Blick in Berlins Lingerie-Schublade offenbart: Leder, Latex, Schnallen, Netzstoffe. Die Designerin Jen Gilpin ließ sich bei Agent Provocateur in London inspirieren, bevor sie das Modelabel DSTM gründete, das nackte und provokante Dessous sowie Streetwear für Frauen entwirft. Unaufdringlich und cool wie Berlin selbst ist auch die Farbauswahl, schwarz, beige und gedeckte Töne dominieren. DSTM ist super sexy und mutig, zugleich tragbar. Das Modelabel ist auch auf der Mercedes Benz Fashion Week 2020 dabei. www.dstm.co, Store in der Torstraße 161, Mitte


Last Heirs
Der Stil des Modekollektivs Last Heirs ist rebellisch und direkt. Futuristisch und auf eine gute, spannende Art pubertär. Grobe Schnitte und funktionale Materialien paaren sich mit eigensinnigen Teilen – steifen Krägen, kurzen Röcken und Schlaghosen. Spielerische Akzente wie Raffungen und transparente Stoffe unterstreichen die Handschrift des Labels, das zwischen Berlin und L.A. arbeitet. Zu ihren Fans gehört u. a. Lil Nas X (Old Town Road). www.lastheirs.com


Blanck
Der Designer und Neuberliner Leon Emanuel Blanck fühlt sich inspiriert von groben Stoffen wie Leder und Baumwolle. Seine Kreationen entstehen direkt am Körper, er nutzt den Stoff wie einen Spiegel der menschlichen Anatomie. Es gibt kein Denken in Konfektionsgrößen. So schlicht die Teile zum Teil aussehen mögen, so aufwendig sind sie gefertigt. Viele der Stoffe, die Blanck verwendet, bearbeitet er zuvor noch mit Leder-Ölen oder Wachsen. Die Ästhetik ist brutal zeitlos, etwas düster und roh. Nirgends zu verordnen und darum nah am Zeitgeist. www.leonemanuelblanck.com


Arys
Arys ist gelebter Minimalismus und Funktionalität. Optisch mischt sich bei dem Label Outdoor-Kleidung mit urbanem Casual. Die Stoffe sind atmungsaktiv und antibakteriell. Umweltschonend und fair produziert in Europa. Ende 2018 eröffnete der Berliner Store. www.arys-berlin.com/de/de/

Texte: Stefan Sauerbrey, Rosanna Steppat