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100 Berlin-Filme, die man gesehen haben sollte – Teil 3 (1991-2005)

Im dritten Teil unserer Auflistung der Berliner Filme, die man gesehen haben muss, starten wir in den wilden 90ern und enden Anfang der 2000er. In diesen Filmen geht es oft um das Leben am Rande – ob am Rande der Geschichte, der Gesellschaft oder der Liebe.


51. Ostkreuz (1991, Michael Klier)

Der Umsteigebahnhof in Friedrichshain verströmt ja als Dauerbaustelle seinen ganz eigenen herben Charme. Das erkannte auch Michael Klier („Idioten der Familie“) und siedelte 1991 sein Drama um eine 15-Jährige, die auf einen polnischen Gauner trifft, genau dort an. In der Hauptrolle glänzt die ihrerzeit blutjunge Laura Tonke.


52. Ich bin meine eigene Frau (1992, Rosa von Praunheim)

Rosa von Praunheim erzählt in dieser Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Charlotte von Mahlsdorf. Als Lothar Bergfelde 1928 geboren, wurde sie zum wohl bekanntesten Transvestiten der DDR und blieb zugleich ein Leben lang Außenseiterin.


53. Schwarzfahrer (1993, Pepe Danquart, Kurzfilm)

Der aus Freiburg stammende Pepe Danquart gewann 1994 mit diesem witzigen Kurzfilm rund um Rassismus in einer Berliner S-Bahn den Oscar.


54. Das Leben ist eine Baustelle (1997, Wolfgang Becker)

In dieser Liste darf natürlich Wolfgang Beckers Werk von 1997 mit dem viel zitierten Filmtitel nicht fehlen. Christiane Paul und Jürgen Vogel spielen zwei verlorene Seelen, die sich im modernen Berlin kennen und lieben lernen. Ein routiniert gemachtes Melodram, bei dem die soziale Kälte der Stadt nicht ausgespart wird.


55. Silvester Countdown (1997, Oskar Roehler)

Ein typischer Berlin-Film über eine schwierige Liebe. Foto: Filmgalerie 451
Ein typischer Berlin-Film über eine schwierige Liebe. Foto: Filmgalerie 451

Romeo und Julia sind zusammen, haben viel Sex und viel Spaß. Viel mehr gibt es allerdings auch nicht zwischen den beiden. Ein rasanter Film über zwei durchgeknallte, verliebte Berliner und ihre Unfähigkeit, wirklich zueinander zu finden.


56. Geschwister – Kardeşler (1997, Thomas Arslan)

Während Erol (Tamer Yigit) sich im Kreuzberger Kleinkriminellen-Milieu bewegt, streben seine Geschwister Ahmet (Savas Yurderi) und Leyla (Serpil Turhan) einen Platz in der Mitte der Gesellschaft an. Aus diesem Kontrast entwickelt Thomas Arslan Konflikte, die  durch das Verhältnis zu den Eltern erschwert werden. Doch nicht nur der Blick auf ein Milieu, das im deutschen Kino allzu stiefmütterlich behandelt wird, macht den Film interessant, auch Arslans schon in diesem frühen Film erkennbare formale Strenge fasziniert.


57. Alle Zeit der Welt (1997, Matl Findel)

Ein krebskranker ehemaliger Eishockeyspieler (Jockel Tschiersch) lässt sich durch Berlin treiben und begegnet vielen interessanten Menschen. Herrlich lakonische Tragikomödie, produziert von Florian Körner von Gustorf und Michael Weber, den Produzenten aller Filme Christian Petzolds.


58. plus-minus null (1998, Eoin Moore)

Einer dieser Berliner Filme über verlorene Seelen in der Stadt. Foto: imago images/United Archives
Einer dieser Berliner Filme über verlorene Seelen in der Stadt. Foto: imago images/United Archives

In gerade einmal elf Tagen wurde dieser komische, tragische und toll gespielte Film über die Begegnung von Alex aus Ost-Berlin, Svetlana aus Bosnien und Chantal aus dem Westen der Stadt. Drei Menschen, die durch das Leben treiben und auf ein bisschen Glück hoffen.


59. Lola rennt (1998, Tom Tykwer)

Ein absoluter Klassiker unter den Berlin-Filmen. Eine junge Frau rennt durch die Stadt, um in 20 Minuten 100.000 D-Mark aufzutreiben und damit ihren Freund aus einer misslichen Lage zu befreien.


60. Angel Express (1998, RP Kahl)

Rolf Peter Kahl, genannt RP, war nie zu Kompromissen bereit, sondern sucht in seinem Filmschaffen stets das Unmittelbare. In „Angel Express“ porträtiert er ungeschönt das raue Berlin der Jahrtausendwende.


61. Dunckel (1998, Lars Kraume)

Preisgekrönter und spannender Film mit Top-Besetzung. : Foto: imago images/United Archives
Preisgekrönter und spannender Film mit Top-Besetzung. : Foto: imago images/United Archives

Im Langfilmdebüt von Lars Kraume („Das schweigende Klassenzimmer“) sind drei Brüder (Florian Lukas, Oliver Korittke und Sebastian Blomberg) nach einem missglückten Überfall auf der Flucht vor der Polizei. Hübsch düsterer Krimi.


62. Nachtgestalten (1999, Andreas Dresen

Regisseur Andreas Dresen schickt sechs Charaktere auf eine Odyssee durch den nächtlichen Großstadtdschungel. Berlin von unten, kurz vor der Jahrtausendwende.


63. Sonnenallee (1999, Leander Haussmann)

Ein unterhaltsamer Kult-Film über das Leben von Ost-Berliner Jugendlichen um die Hauptfigur Michael Ehrenreich, der am kürzeren Ende der Sonnenallee nahe dem damaligen Grenzübergang wohnt.


64. Wege in die Nacht (1999, Andreas Kleinert)

Ein älterer Mann (Hilmar Thate) zieht mit einem jungen Pärchen durch Berlin und übt sich dabei in Selbstjustiz – hartes Gesellschaftsdrama des heutigen HFF-Professors Andreas Kleinert.


65. Der Glanz von Berlin (2001, Judith Keil, Antje Kruska, Doku)

Ein Film über Berliner Putzfrauen zwischen Mitte 40 und Ende 50. Foto: Salzgeber

Der schönste der vielen sehenswerten Dokumentarfilme von Judith Keil und Antje Kruska – das liebenswerte Porträt einiger Berliner Putzfrauen.


66. Mein langsames Leben (2001, Angela Schanelec)

Dieser langsam erzählte, langsam gefilmte, aber präzise beobachtende Sommerfilm über Menschen in Berlin ist ein gutes Beispiel für den Stil, der das deutsche Kino international wieder relevant gemacht hat: die Berliner Schule.


67. Tunten lügen nicht (2002, Rosa von Praunheim, Doku)

Rosa von Parunheim drehte die wichtigsten Berliner Filme über die Schwulenszene. Foto: Rosa von Praunheim
Rosa von Parunheim drehte die wichtigsten Berliner Filme über die Schwulenszene. Foto: Rosa von Praunheim

Ovo Maltine, Ichgola Androgyn, BeV StroganoV und Tima die Göttliche bezeichnen sich selbst als Tunten und gehören zu den schillerndsten Aktivisten der deutschen Schwulenbewegung. Rosa von Praunheim setzte ihnen ein filmisches Denkmal und erzählt in dieser Doku die Geschichte der deutschen Gay-Szene seit den 80er Jahren.


68. Hotte im Paradies (2002, Dominik Graf)

Mišel Matičević ist einfach hinreißend als schwer berlinernder Zuhälter, der um sein Ansehen in der Szene kämpft – und der Münchner Dominik Graf liefert ein stimmiges Porträt der Berliner Halbwelt.


69. Good Bye, Lenin! (2003, Wolfgang Becker)

Die Mauer ist gefallen und Alexander Kerner (Daniel Brühl) hat ein Problem, denn seine Mutter (Katrin Sass) ist noch vor der Wende ins Koma gefallen und kurz nach der Wiedervereinigung aufgewacht. Jegliche Aufregung bedeutet für sie jedoch ein gesundheitliches Risiko. Also entschließt ihr Sohn, die DDR weiterleben zu lassen.


70. Herr Lehmann (2003, Leander Haußmann)

Frank Lehmann, den alle nur Herr Lehman nennen, führt in seinem Kreuzberger Kiez ein gemächliches Leben. Doch das Jahr 1989 hat einige Herausforderungen für ihn in petto: den 30. Geburtstag und den Fall der Mauer.


71. Mutti – Der Film (2003, Biggy van Blond, Jörn Hartmann, Klaus Purkart, A. Zabel)

Trashig und typisch Teufelsberg-Produktion schlingert „Mutti“ wacker zwischen Bizarrem und Banalem, zeigt Kidnapping, Verfolgung, Nachbarschaftshilfe, Berliner Kneipendschungel und hyperaktives Paarungsverhalten.


72. Kroko (2003, Sylke Enders)

Kroko ist die bitchy queen des Wedding. Ein Nicken dieser Kiezgöre genügt, und der Rest der Clique weiß, was zu tun ist. Endlich mal ein Film aus dem Berliner Kiezmilieu, der sich nicht anbiedernd an seine jugendlichen Protagonisten heran wirft, sondern Verrohung und Deformation ganz selbstverständlich in Szene setzt.


73. Status Yo! (2004, Till Hastreiter)

24 Stunden aus dem Leben Berliner HipHopper: Till Hastreiters Debütfilm, gedreht mit Handkameras, improvisierten Dialogen und besetzt mit Laiendarstellern, feiert keine individuellen Rap-Potenziale ab, sondern rückt mit dieser Milieustudie den Persönlichkeiten auf die Pelle, die sich hinter den tief ins Gesicht gezogenen Mützen verbergen.


74. Netto (2005, Robert Thalheim)

Das grandiose Langfilmdebüt Robert Thalheims („Botschafter des Friedens“) und der Durchbruch für Milan Peschel: die Geschichte um einen Jugendlichen und seinen Loser-Vater.


75. Gespenster (2005, Christian Petzold)

Im Tiergarten begegnen sich zwei junge Frauen – Nina, das Heimkind, und Toni, die Diebin. Für kurze Zeit ziehen sie gemeinsam auf Beutezug durch die Stadt. Parallel sucht eine Französin nach ihrer Tochter, die vor vielen Jahren entführt wurde. In Christian Petzolds klug inszenierten Film geht es um Gespenster – die, denen man folgt, und jene, die einen verfolgen.


Mehr Filme

Hier geht es zu Teil 1 ( 1916-1968) der 100 Berlin-Filme, die ihr gesehen haben müsst. Hier findet ihr Teil 2 (1972-1991). Die neusten Filme bis 2020 findet ihr in Teil 4.

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