Musikstadt Berlin

100 Berliner Platten – Teil 2 (26-50)

26. Ulrich Gumpert
Workshop Band (1979)
Jazz in der DDR ist ein Thema für die Wissenschaft, Ulrich Gumperts Band ist dabei ganz sicher eine Musterbeispiel für die hohe Qualität des Genres. Vermutlich entstand der beste Jazz aber in Ost-Berliner Clubs und nicht in den Amiga-Studios.

 

27. Morgenrot
Morgenrot (1979)
Lustig breitbeiniger Rock mit New-Wave-Anklängen und deutschsprachigen Texten unter den Fittichen von Jim Rakete. Vor allem live erfolgreich.

 

28. Engerling
Blues (1979)
1975 im Herzen der Ost-Berliner Blueserszene gegründet. Auf dem Debüt hat Sänger und Mundharmonikaspieler Wolfram „Boddi“ Bodag so richtig den Blues.

 

29. Androméda
Karliburr (1980)
Nicht zu verwechseln mit der schwedischen bzw. der englischen Band gleichen Namens. Diese lederbejackten und langhaarigen Herren standen an dem Übergang von Kraut- zu Hard Rock.

 

30. Din A Testbild
Programm 1 (1980)
Von Mark Eins und Gudrun Gut 1978 gegründetes Projekt, das heute zu den Pionieren der experimentellen elektronischen Musik und Vorreitern des Techno gehört.

 

31. Mania D.
Live In Düsseldorf & SO (1980) (Kassette)
Experimentelle Frauen-Punkband von Bettina Köster, Gudrun Gut, Beate Bartel und anderen, die Wave mit Free Jazz und Elektronik kombinierte.

 

32. Bel Ami
Berlin bei Nacht (1980)
Wave mit Pop und deutschen Texten sowie tollem Kreuzberg-Cover. Unvergessen der Hit: „Berlin bei Nacht“. Interessanter Weise spielten Bel Ami den Song auch auf türkisch ein: „Gece Berlin de“. Eine frühe Würdigung der Kreuzberger Urbanität.

 

33. Leningrad Sandwich
Go East (1980)
Den Bass in dieser harschen Post-Punk-Combo zupfte ein gewisser
Dimitri Leningrad, der nach dem Mauerfall unter dem Namen Dimitri Hegemann als Gründer des Tresors die Berliner Technoszene prägen sollte.

 

34. Interzone
Interzone (1981)
Harter, urbaner Blues-Rock mit deutschen Texten, die von Wolf Wondratschek inspiriert waren. 1981 füllte die Band um Sänger Heiner Pudelko die Waldbühne, 1986 löste sie sich auf.

 

35. Liaisons Dangereuses
Liaisons Dangereuses (1981)
Auf genau ein Album brachte es das Synthie-Elektro-Pop-New-Wave-Duo Beate Bartel und Chrislo Haas, das mit „Los niños del parque“ einen veritablen Underground-Hit landete.

 

36. Geile Tiere
Geile Tiere (1981)
Salomé, Maler und einer der Hauptvertreter der „Neuen Wilden“, gründete gemeinsam mit seinem Künstlerfreund Luciano Castelli die Avant-Punk-Performance-Gruppe Geile Tiere, mit der er gerne im legendären Dschungel auftrat.

 

37. Neonbabies
Neonbabies (1981)
Inga und Annette Humpes erste Band, die mit ihrem Synthie-Pop zu den erfolgreichsten Acts der Neuen Deutschen Welle gehörte. Anspieltipp: „Blaue Augen“.

 

38. Mekanik Destrüktiw Komandöh
Die Kriegserklärung – Live (1981)
Radikal. Experimentell. Anarchistisch. Und immer zwischen allen Stühlen. Eine der ersten Punkformationen West-Berlins, später spielte der junge Alexander Hacke bei MDK mit.

 

39. Die tödliche Doris
Die tödliche Doris (1982)
Eines der Hauptwerke aus dem kreativen Kosmos der Genialen Dilletanten. Wolfgang Müller, Nikolaus Utermöhlen und Chris Dreier vereinten Kunst, Performance, Text, Film und Musik zum Gesamtkunstwerk.

 

40. Lilli Berlin
Süss und erbarmungslos (1982)
Ziemlich aufgedrehter Elektro-Pop, immer wieder schön ist der Hit „Ostberlin-Wahnsinn“. Heute ist Lilli Berlin Modemacherin.

 

41. PVC
PVC (1982)
Gerrit Meijers PVC waren die erste Punkband West-Berlins, ein Album erschien allerdings erst verspätet, als sich die Band eher dem New Wave zuwandte und den Begriff „Wall City Rock“ prägte. Großartig ihr Hit „Berlin By Night“.

 

42. Malaria!
Emotion (1982)
Ein weiteres Projekt von Gudrun Gut und Bettina Köster, irgendwo zwischen Avantgarde, New und Dark Wave angesiedelt. Die Stücke heißen u.a. „Geld“, „Eifersucht“, „Macht“, „Tod“. „Kaltes klares Wasser“ ist hier nicht drauf!

 

43. Sick Pleasure
Aids (1983)
Sich 1983 nach Aids zu benennen steht für die Kompromisslosigkeit der Hardcore Punks. Kurz und bündig aufgenommen in den Vielklang Studios. Es singt der Destiny Records Gründer David R. Pollack.

 

44. Frieder Butzmann
Das Mädchen auf der Schaukel (1984)
Der Vordenker der Genialen Dilletanten, Avantgarde-Komponist und Klangerzeuger, Elektronik-Pionier und großer Inspirator veröffentlichte dieses kleine Sound-Art-Wunderwerk beim umtriebigen Zensor.

 

45. Notorische Reflexe
Notorische Reflexe (1985)
Geniale Dilletanten aus dem Umfeld der Einstürzenden Neubauten und der Tödlichen Doris, die ihre oft gesampelten, elektronischen Experimente um Film und Performances ergänzten.

 

46. Campingsex
1914! (1985)
Von Sonic Youth beeinflusst, gründeten Max Müller, Kerl Fieser und Florian Koerner von Gustorf 1982 die Proto-Indie-Rockband Campingsex, aus der 1986 die bis heute aktive und einflussreiche Formation Mutter hervorging.

 

47. The Chud
Silhouettes Of Sound (1986)
Vertreter des rührigen Sixties-Revivals, die mit bunten Hemden, Garagen-Punk und Psychedelic-Rock die Hippie-Träume in die Mauerstadt holten.

 

48. Foyer Des Arts
Die Unfähigkeit zu Fruehstücken (1986)
Nach „Von Bullerbü nach Babylon“ (1982) und dem Hit „Wissenswertes über Erlangen“ konnten Max Goldt und Gerd Pasemann den kommerziellen Erfolg ihres Avant-Pop-Projekts nicht fortsetzen. Trotzdem schön!

 

49. Lolitas
Lolitas (1986)
Françoise Cactus brachte Mitte der Achtziger französischen Gitarren-Rock, Yé-yé und Beat-Chanson an die Spree. Ihr retrocooles und heute visonäres Debütalbum erschien bei What’s So Funny About.

 

50. Rainbirds
Rainbirds (1987)
„I sneak around the corner. With a blueprint of my lover. With a blueprint of my life. I would better run for cover.“ Einer der wichtigsten Songs des Jahres 1987, es sind aber noch andere Stücke auf dem Album.

Lesen Sie weiter: 100 Berliner Platten – Teil 1 (1-25)

Lesen Sie weiter: 100 Berliner Platten – Teil 3 (51-75)

Lesen Sie weiter: 100 Berliner Platten – Teil 4 (76-100)

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