Kunst und Geschichte

12 wichtige Berliner Museen, die immer einen Besuch wert sind

Mehr als 170 Berliner Museen buhlen um die Aufmerksamkeit kulturinteressierter Besucher, und jedes Jahr kommen weitere hinzu. Da verliert man schnell den Überblick, gerade wenn man neu in der Stadt ist oder nur für einige Tage zu Besuch bleibt. Doch auch gestandene Berliner*innen kennen längst nicht alle Museen, die ebenso Geschichte vermitteln wie Wissen, die Kunstschätze präsentieren und uns bekannte Persönlichkeiten näher bringen. Das sind die wichtigsten Institutionen der Stadt, die jede*r Berliner*in (und natürlich alle regelmäßigen Gäste) einmal im Leben besucht haben sollte.

  • Bitte beachten: Corona-bedingt gibt es Einschränkungen. Zwar haben fast alle Häuser wieder geöffnet, teils jedoch mit Einschränkungen. In den meisten Fällen ist der Kauf eines Online-Zeitfenster-Tickets obligatorisch. Bitte informiert euch vor dem Besuch auf den Webseiten des jeweiligen Museums.

Berliner Museen: Romantische Gemälde bewundern in der Alten Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie gehört zu den bekanntesten Berliner Museen, zu den Highlights der Dauerausstellung gehören die Gemälde von Caspar David Friedrich. Foto: Imago/Emmanuele Contini
Die Alte Nationalgalerie gehört zu den bekanntesten Berliner Museen, zu den Highlights der Dauerausstellung zählen die Gemälde von Caspar David Friedrich. Foto: Imago/Contini

Neben Werken von Caspar David Friedrich, dem bekanntesten romantischen Maler Deutschlands, hängen in der Alten Nationalgalerie Werke anderer bedeutender Künstler des 19. Jahrhunderts wie Auguste Renoir und Paul Cézanne. Hugo von Tschudi Direktor, ab 1896 Direktor der Nationalgalerie, war schon sehr früh ein Bewunderer der französischen Impressionisten. Ihm verdankt Berlin diesem großartigen Sammlungsschwerpunkt. Außerdem sollte man die Arbeiten von Adolph von Menzel nicht verpassen, den bedeutendsten deutschen Realisten im 19. Jhd. Sein „Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci“ und „Das Eisenwalzwerk“ hängen hier.

  • Alte Nationalgalerie, Bodestraße 1-3, auf der Museumsinsel, Mitte, Tel. 266 42 42 42, Di–So 10–18 Uhr, www.smb.museum

Antike Welten entdecken im Alten und Neuen Museum

Die Büste der Nofretete kann seit 2009 im Neuen Museum bewundert werden. Foto: Imgao/Andreas Neumeier
Die Büste der Nofretete kann seit 2009 im Neuen Museum bewundert werden. Foto: Imgao/Andreas Neumeier

Das Alte Museum war das erste Gebäude auf der Museumsinsel und das erste öffentliche Museum Preußens. Das Gebäude am Lustgarten ist übrigens selbst eine Attraktion: Es wurde 1823-1830 von Karl Friedrich Schinkel erbaut und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Klassizismus. Es beherbergt Kunst und Skulpturen der Griechen, Etrusker und Römer. Ein thematischer Rundgang zeigt vor allem griechische Steinskulpturen und Figuren aus Ton und Bronze, Vasen sowie Goldschmuck und Silberschätze. Die Kunst der Römerzeit wird von wenigen Werken vertreten, u. a. durch Porträts von Cäsar und Kleopatra, Sarkophage, Mosaiken, Fresken und römisch-ägyptische Mumienbildnisse. Wer die weltbekannte Nofretete sehen will, muss ins Neue Museum. Dessen ägyptische Abteilung hat eine beeindruckende Sammlung aus der Zeit des Königs Echnaton zu bieten.

  • Altes Museum, Am Lustgarten 1 / Neues Museum, Bodestraße 1-3, auf der Museumsinsel, Mitte, Tel. 266 42 42 42, Di–So 10–18 Uhr, www.smb.museum

Moderne Kunst verstehen in der Berlinischen Galerie

In der Berlinischen Galerie wird Gegenwartskunst gezeigt. Foto: Imago/Reiner Zensen
In der Berlinischen Galerie wird Gegenwartskunst gezeigt. Foto: Imago/Reiner Zensen

Das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur sammelt in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute. Die Sammlung ist hervorragend bestückt und präsentiert. Darin finden sich Arbeiten zu Dada, der Neuen Sachlichkeit und Osteuropäische Avantgarde sowie die Kunst des geteilten Berlins und der wiedervereinigten Metropole. In der Berlinischen Galerie finden regelmäßig Sonderausstellungen statt


Die Geschichte unsere Landes kennenlernen im Deutschen Historischen Museum (DHM)

Bewahrt die deutsche Geschichte: Das DHM im Zeughaus am Prachtboulevard Unter den Linden. Foto: Deutsches Historisches Museum/Ulrich Schwarz
Bewahrt die deutsche Geschichte: Das DHM im Zeughaus am Prachtboulevard Unter den Linden. Foto: Deutsches Historisches Museum/Ulrich Schwarz

Das im Volksmund nur „DHM“ genannte Museum zählt zu den am meisten besuchten der Hauptstadt. Beheimatet ist es im historischen Zeughaus, einst Waffenarsenal der militärischen Preußen, und in Ieoh Ming Peis modernem und etwas nonchalant betitelten „Ausstellungsbau“. Allein die Dauerausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“ verfügt über 7.000 Exponate, die von der wechselhaften Historie berichten. Darüber hinaus locken etliche Sonderausstellungen.

  • DHM, Unter den Linden 2, Mitte, Tel. 20 64 27 44, tägl. 10–18 Uhr, www.dhm.de

Über die Zukunft nachdenken im neueröffneten Futurium

Das 2019 eröffnete Futurium lädt dazu ein, über die Zukunft nachzudenken. Foto: Imago/Joko
Das 2019 eröffnete Futurium lädt dazu ein, über die Zukunft nachzudenken. Foto: Imago/Joko

Am 5. September 2019 eröffnete auf Initiative der Bundesregierung in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof ein Zentrum für Zukunft. Das Futurium bietet Besuchern die Gelegenheit, mit Wissenschaftlern, Stiftungen und Wirtschaftsvertretern ins Gespräch über fliegende Autos, Hologrammhaustiere und Pauschalreisen zum Mars und andere Zukunftsvisionen zu kommen. Auch schön: Die Dachterrasse mit tollem Blick über das Regierungsviertel. Und: Die Museumsgastronomie ist spitze.

  • Futurium, Alexanderufer 2, Tiergarten, Tel. 40 81 89 70, Mo, Mi, Fr-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, www.futurium.de

Alte Meister bewundern in der Gemäldegalerie auf dem Kulturforum

Die wichtigste Institution auf dem Kulturforum ist die Gemäldegalerie mit den Werken alter Meister von Rembrandt bis Rubens. Foto: Imago/POP-EYE
Die wichtigste Institution auf dem Kulturforum ist die Gemäldegalerie mit den Werken alter Meister von Rembrandt bis Rubens. Foto: Imago/POP-EYE

Eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen europäischer Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert ist in 72 Sälen und Kabinetten ausgestellt. Unter den Meisterwerken glänzen unter anderem Gemälde von Rembrandt, Rubens, van Eyck und Tizian. Etwas Ausdauer sollten die Besucher mitbringen, denn der Rundgang durch die einzelnen Kunstlandschaften und Epochen ist knappe zwei Kilometer lang.

  • Gemäldegalerie, Matthäikirchplatz, im Kulturforum Potsdamer Platz, Tiergarten, Tel. 266 42 42 42, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa+So, Feiert. 11-18 Uhr, www.smb.museum

Zeitgenössische und archäologische Ausstellungen im Gropius Bau

Das Ausstellungsspektrum reicht von Fotografien bis zu archäologischen Schauen. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Das Ausstellungsspektrum reicht von Fotografien bis zu archäologischen Schauen. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Das von Martin Gropius – dem späteren Namensgeber – und Heino Schmieden zwischen 1877 und 1881 im Stil der italienischen Renaissance errichtete Gebäude beherbergte in seiner wechselhaften Geschichte zunächst das Kunstgewerbe- und später das Museum für Vor- und Frühgeschichte. Im Zweiten Weltkrieg fast gänzlich zerstört, konnte der Abriss durch die Intervention von Walter Gropius verhindert werden. Der Bau der Berliner Mauer sorgte für weitere Probleme, lag doch das Hauptportal genau auf dem Grenzstreifen, so dass beim Wiederaufbau ein neuer Eingang auf der Rückseite des Gebäudes installiert werden musste. Under der Direktion von Stephanie Rosenthal liegt der Schwerpunkt des Programms auf zeitgenössischer Kunst. Der verglaste Lichthof im Erdgeschoss mit einer Fläche von 600 Quadratmetern ist ein zusätzliches Argument für einen Besuch, auch bei schlechtem Wetter.

  • Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg, Tel. 25 48 60, Sa-Mi 10-19 Uhr, Do+Fr 10-21 Uhr, Di geschlossen, Kasse schließt 30 Min. vor Hausschließung, www.gropiusbau.de

Gegenwartskunst satt im Hamburger Bahnhof

Der Hamburger Bahnhof gehört zu den Museen der Nationalgalerie. Foto: Imago/POP-EYE
Der Hamburger Bahnhof gehört zu den Museen der Nationalgalerie. Foto: Imago/POP-EYE

Man mag es kaum glauben, aber beim Hamburger Bahnhof handelt es sich tatsächlich um das größte Museum der Nationalgalerie. Das lichte Gebäude, das im 19. Jahrhundert als Eisenbahnhof errichtet wurde, ist mittlerweile ein viel beachtetes Museum für Gegenwartskunst.

  • Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50/51, Tiergarten, Tel. 266 42 42 42, Di+Mi, Fr 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr (aktuell geschlossen, Wiedereröffnung in Kürze), www.smb.museum

Deutsch-jüdische Geschichte und eine neue Arche Noah im Jüdischen Museum

Im Jüdischen Museum wird die deutsch-jüdische Geschichte ergründet. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Im Jüdischen Museum wird die deutsch-jüdische Geschichte ergründet, hinten der Neubau von Libeskind. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Als architektonisches Meisterwerk ist der spektakuläre Museumsbau von Daniel Libeskind längst ein Wahrzeichen Berlins. Präsentiert werden zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte. In Kürze eröffnet die neue Dauerausstellung. Zudem gibt es mit dem „Anoha“ künftig auch ein jüdisches Kindermuseum, dessen Schwerpunkt auf der Geschichte der Arche Noah liegt.

  • Jüdisches Museum, Lindenstraße 9-14, Kreuzberg, Tel. 25 99 33 00, tgl. 10-20 Uhr (aktuell geschlossen, Wiedereröffnung in Kürze), www.jmberlin.de

Das Museum für Naturkunde hat mehr als 30 Millionen Sammlungsstücke

Versteht sich vor allem als Forschungseinrichtung: Das Museum für Naturkunde. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Versteht sich vor allem als Forschungseinrichtung: Das Museum für Naturkunde mit seiner beeindruckenden Nass-Sammlung. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Das 23 Meter lange und 13 Meter hohe Skelett eines Brachiosaurus brancai ist einfach beeindruckend, auch der Abdruck des weltweit besterhaltenen Archaeopteryx-Skeletts. Sehenswert ist ebenso die Diashow zur Entstehung der Planeten. Insgesamt über 30 Millionen Sammlungsstücke. Sensationell: der Seitenflügel mit der Sammlung in Alkohol eingelegter Lebewesen.


Kunst aus Kleinasien im Pergamonmuseum

Derzeit nur partiell geöffnet: Das beliebte Pergamonmuseum auf der Museumsinsel. Foto: Imago/VWPics
Derzeit nur partiell geöffnet: Das beliebte Pergamonmuseum auf der Museumsinsel. Foto: Imago/VWPics

Im meistbesuchten Museum – pro Jahr über eine Million Gäste – lohnt es sich, einen Kopfhörer auszuleihen und sich per Audioguide durch die Ausstellung führen zu lassen. Die archäologische Kunst aus Kleinasien besteht aus einzigartigen Werken der Baugeschichte, die durch ihre authentischen Größenverhältnisse beeindrucken. Der Besucher scheint durch eine antike Stadt mitten in Berlin zu laufen: Pergamonaltar, Markttor von Milet und das Ischtar-Tor mit Prozessionsstraße von Babylon. Im Zuge der Sanierung ist der Saal mit dem Pergamonaltar allerdings bis voraussichtlich 2023 geschlossen.

  • Pergamonmuseum, Bodestraße 1-3, auf der Museumsinsel, Mitte, Tel. 266 42 42 42, Di-So 10-18 Uhr (aktuell geschlossen, Wiedereröffnung in Kürze), www.smb.museum

Die dunkle Seite der DDR kennenlernen im Stasi-Museum

Im Stasi-Museum wird auch ein Gefangenentransporter ausgestellt. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Im Stasi-Museum wird auch ein Gefangenentransporter ausgestellt. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Das Haus 1 der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit ist nunmehr Museum: Mehrere Ausstellungen zur Arbeit der Staatssicherheit geben Aufschluss über die ausgefeilten Observationstechniken der Stasi und über die Arbeit der Opposition in der ehemaligen DDR. Zudem ist die original erhaltene Ministeretage zu besichtigen. Untergebracht ist die auf mehrere Etagen verteilte Ausstellung in der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR.

  • Stasi-Museum, Ruschestraße 103, Haus 1, Lichtenberg, Tel. 553 68 54, Fr-So 11-18 Uhr, reguläre Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa+So, Feiert. 11-18 Uhr, www.stasimuseum.de

Mehr Kultur in Berlin

Das Schlimmste scheint überstanden, immer mehr Institutionen feiern Wiedereröffnung – wir verraten, welche dabei sind. Berlin ist stets im Wandel. Es wird viel gebaut, manch Gebäude verschwindet aber auch wieder. Diese zwölf ikonischen Gebäude sind heute Geschichte.

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