Besondere Orte

12 Bibliotheken in Berlin, in denen Lesen – und sogar Lernen – richtig Spaß macht

Die Dichte an Bibliotheken in Berlin ist beeindruckend: Mehr als 80 Leihbüchereien gibt es, darunter zahlreiche Stadtbibliotheken mit ihren Zweigstellen, aber auch Universitätsbibliotheken, die Sammlung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die Staatsbibliothek mit den beiden Standorten Unter den Linden und am Kulturforum. Wir verraten euch zwölf Bibliotheken, die über eine große Sammlung verfügen, die besonders gestaltet sind oder deren Bauten architektonisch eindrucksvoll sind. In stimmigen Ambiente macht das Lesen und Lernen gleich doppelt so viel Spaß. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Entdecken!


Schmöckern mit freiem Blick über den Hafen in der Humboldt-Bibliothek

Die Humboldt Bibliothek ist ein architektonisches Kleinod im Norden Berlins. Foto: Barnos / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0
Die Humboldt Bibliothek ist ein architektonisches Kleinod im Norden Berlins. Foto: Barnos / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0

Sein Entwurf sollte zugleich monumental wie auch intim sein. Man kann sagen: Das ist Charles Moore gelungen. Die Humboldt-Bibliothek in Tegel sollte Teil eines neuen Kulturquartiers werden, aufgrund eines finanziellen Engpasses wurde allerdings nur diese Leihbücherei verwirklicht. Die lässt sich allerdings sehen. Dem 1989 fertiggestellten Haus ist ein vom Klassizismus inspirierter Eingangsbereich vorgelagert, mehrgeschossige Regalreihen erinnern an historische Klosterbibliotheken, die gewölbte Decke an ein Kirchenschiff. Die Westseite ist verglast und gibt so den Blick auf den Hafen frei.

  • Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19, Tegel

Im Grimm-Zentrum neben HU-Studierenden büffeln

Lernen mit Weitsicht im "Grimm-Zentrum" der HU. Foto: Imago/STPP
Lernen mit Weitsicht im „Grimm-Zentrum“ der HU. Foto: Imago/STPP

Dass man in der Zentralbibliothek der Humboldt-Universität Bücher leihen kann, ist hinreichend bekannt, darüber hinaus gibt es aber einige interessante Kulturgüter zu entdecken. So besitzt die Bibliothek eine umfangreiche Porträtsammlung fast aller Professoren der Universität, mit der Sammlung wurde 1836 begonnen und auch die private Arbeitsbibliothek der Gebrüder Grimm, bestehend aus über 8000 Titeln, befindet sich im Besitz des Bibliotheksarchives. 

  • Geschwister-Scholl-Straße 1–3, Mitte, www.grimm-zentrum.hu-berlin.de

Friedrichshainer schätzen die Bibliothek Pablo Neruda

Die Bibliothek "Pablo Neruda" ist bei Friedrichshainern beliebt. Foto: Levin Holtkamp / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0
Die Bibliothek „Pablo Neruda“ ist bei Friedrichshainern beliebt. Foto: Levin Holtkamp / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0

Eltern und Kinder aus Friedrichshain werden hier mit Literatur aus allen Sparten versorgt. Als Familienbibliothek ausgebaut finden sich in der ersten Etage Bücher und Medien für Groß und Klein. Bei Cappuccino und Kuchen können die Erwachsenen in Oscars Leselounge den neuen Lesestoff genießen oder das Zeitschriftenangebot durchblättern.

  • Frankfurter Allee 14a, Friedrichshain

Die Bibliothek am Luisenbad zeigt den Wedding von einer anderen Seite

Die Bibliothek am Luisenbad befindet sich im Wedding, in der Nähe der Panke. Foto: Imago/Schöning
Die Bibliothek am Luisenbad befindet sich im Wedding, in der Nähe der Panke. Foto: Imago/Schöning

Etwas versteckt an der Panke gelegen, findet sich ein wahres Juwel. Untergebracht in dem denkmalgeschützen Gebäude des ehemaligen Luisenbades kann man hier durch lichtdurchflutete Gänge schlendern und sich vor allem im riesigen Angebot für Kinder und Jugendliche umsehen, dass neben Bilder-, Erstleser- und Vorlesebüchern auch Spiele, CDs und DVDs umfasst. Bei schönem Wetter kann auch im Lesegarten geschmökert werden.

  • Badstraße 39, Wedding

Für Kinder ist die Philipp-Schaeffer-Bibliothek ein wahres Paradies

Die größte Bibliothek in Mitte in der Nähe des Rosenthaler Platzers erstreckt sich über drei Höfe inklusive eines Lesegartens im vierten Hof. Auch die Kinderbibliothek im Untergeschoss bietet viel Raum für die mehr als 40.000 Medien, zahlreiche Veranstaltungen widmen sich der Lust am Lesen und an der Literatur. Regelmäßig wird auch Hilfestellung bei den Hausaufgaben angeboten.

  • Brunnenstraße 181, Mitte

Die Philologische Bibliothek ist allein architektonisch beeindruckend

Norman Foster plante die Philologische Bibliothek an der Freie Universitaet Berlin. Foto: Imago/Reiner Zensen
Norman Foster plante die Philologische Bibliothek an der Freie Universitaet Berlin. Foto: Imago/Reiner Zensen

Das von Norman Foster geplante Gebäude begeistert mit knapp 800.000 Büchern und sehr langen Öffnungszeiten. Lediglich an den gesetzlichen Feiertagen bleibt die Bibliothek geschlossen.

  • Habelschwerdter Allee  45, FU Berlin, Zehlendorf, www.fu-berlin.de/bibliothek

Die Schiller-Bibliothek existiert bereits seit dem Jahr 1936

Die Schiller-Bibliothek im Wedding gehört zu den ältesten der Stadt. Foto: Imago/Jürgen Heinrich
Die Schiller-Bibliothek im Wedding gehört zu den ältesten der Stadt. Foto: Imago/Jürgen Heinrich

Als eine der ältesten Bibliotheken in Mitte blickt die Schiller-Bibliothek auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Bereits 1936 gegründet, ist sie nun mit einem Angebot für Jung und Alt im Rathaus Wedding untergebracht.

  • Müllerstraße 149, Wedding

Die Staatsbibliothek zu Berlin hat zwei Standorte in Mitte

Blick in den frisch renovierten Lesesaal der Staatsbibliothek am Standort Unter den Linden. Foto: Imago/Reiner Zensen
Blick in den frisch renovierten Lesesaal der Staatsbibliothek am Standort Unter den Linden. Foto: Imago/Reiner Zensen

Während das Haus am Standort Unter den Linden als historische Forschungsbibliothek mit der Literatur bis zum Erscheinungsjahr 1955 ausgebaut wird, ist das andere Haus am Kulturforum für die seit 1956 erschienenen Schriften zuständig. Rund 1000 Lesearbeitsplätze stehen in der Ausleih- und Arbeitsbibliothek zur Verfügung. 1978 wurde der Scharoun-Bau eröffnet und nannte sich Deutsche Staatsbibliothek (DSB). 1992 fanden die beiden Häuser unter dem Namen Vereinigte Staatsbibliotheken zu Berlin (SBB) zusammen. Der Besuch der zweitgrößten Bibliothek Deutschlands mit mehr als neun Millionen Medien ist unvermeidlicher Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens.

  • Potsdamer Straße 33, Tiergarten + Unter den Linden 8, Mitte, www.staatsbibliothek-berlin.de

In der „AGB“ werden Studierende, Leseratten und Kinder fündig

Die Amerika-Gedenkbibliothek wird im Volksmund nur "AGB" genannt. Foto: Imago/Schöning
Die Amerika-Gedenkbibliothek wird im Volksmund nur „AGB“ genannt. Foto: Imago/Schöning

Wenn der Berliner von „AGB“ spricht, sind nur selten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gemeint, vielmehr die Amerika-Gedenkbibliothek. Sie war 1948/49 nach der überstandenen Blockade durch die Sowjetunion ein Geschenk der USA an die Berliner und verspricht Bildung für jedermann –  mit allen erdenklichen Medienformen.

  • Blücherplatz 1, Kreuzberg, www.zlb.de

In alte Schriften vertiefen in der Akademiebibliothek

Die Akademiebibliothek gehört zu den ältesten Einrichtungen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Der Bestand umfasst 600.000 Medieneinheiten aus mehr als 300 Jahren. Zur Sammlung gehören Schriften in- und ausländischer Akademien, es gibt aber auch einen großen Bestand an Lexika und Enzyklopädien – sowie die wichtigsten Standardwerke fast sämtlicher Fachgebiete. Ein echter Allrounder.

  • Unter den Linden 8, Mitte

Bibliothek, VHS und Musikschule sind in Weißensee in einem Haus

Die Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek befindet sich seit 2005 am Antonplatz, Weißensees zentralem Verkehrsknotenpunkt, in einem Neubau, den sie sich mit der örtlichen Musikschule ebenso wie mit der Volkshochschule (VHS) teilt. Lernen, Lehren und Musizieren unter einem Dach: In Weißensee wird gezeigt, dass das gar kein Problem ist. Die Besucher*innen fühlen sich in dem modernen Ambiente wohl. Der Schwerpunkt der Leihbücherei liegt vor allem auf der Leseförderung.

  • Bizetstraße 41, 13088 Berlin

UdK und TU teilen sich eine gemeinsame Bibliothek

Studierende der Technischen Universität und der Universität der Künste teilen sich die Volkswagen Universitätsbibliothek. Foto: Imago/Petra Schneider

Die Volkswagen Universitätsbibliothek wird spöttisch auch „Parkhaus für Bücher“ genannt, dabei ist sie besser als ihr Ruf. Die Sammlung umfasst mehr als zwei Millionen Bände. Die ersten drei Etagen werden von der Technischen Universität (TU) genutzt, die vierte von der Universität der Künste (UdK) – entsprechend vielfältig ist die Sammlung: von Technik bis Kultur ist alles dabei. Es gibt insgesamt drei Lichthöfe, sodass man sich schnell ablenken kann, wenn der Kopf mal wieder qualmt.


Für die Nutzung der meisten Bibliotheken ist ein Ausweis nötig. Bitte informiert euch auf den jeweiligen Seite über die Beiträge und Konditionen. Im Fall der öffentlichen Bibliotheken gibt es alle nötigen Infos unter www.voebb.de

Nicht nur die Bibliotheken sind wieder geöffnet, auch Galerien, Museen und andere Institutionen empfangen wieder Besucher*innen, über den aktuellen Stand der Wiedereröffnungen informieren wir euch in diesem Artikel.