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12 Fahrradtouren durch Brandenburg: Seen, Wälder, Sternenglück

Es gibt gute Gründe, sich einmal auf das Fahrrad zu schwingen und das Berliner Umland zu erkunden. Natürlich kann man sich genau so gut in einen Zug setzen, an einen bestimmten Ort fahren, und dort ein paar schöne Stunden verbringen. Doch auf dem Fahrrad nimmt man seine Umgebung, den frischen Geruch des Waldes und die Spiegelung des Himmels auf den Gewässern, an dessen Ufern man vorbei kommt, ganz anders wahr. Das Gefühl, sich aus eigener Körperkraft ans Ziel gestrampelt zu haben, ist unvergleichlich. Eine Auszeit für die Seele, Stressabbau, die vermehrte Freisetzung von Glückshormonen und Zufriedenheit. Und man man auch noch etwas für seine Fitness, das Herz-Kreislauf-System und entlastet seine Gelenke. Wer will das nicht? Vorbei an blühenden Feldern, glasklaren Seen, durch eindrucksvolle Wälder hindurch und auf zu surreal schönen Orten: Das sind unsere 12 Fahrradtouren durch Brandenburg.

Von Zepernick nach Birkenwerder

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Die erste unserer Fahrradtouren: Der Liepnitzsee ist einer der schönsten sowie beliebtesten Seen im nördlichen Umland. Foto: imago images/Chromorange

Startpunkt ist der geschichtsträchtige S-Bahnhof Zepernick. Wir fahren Richtung Westen und sind in ehemaligen Rieselfeldern unterwegs, heute Bestandteil des 1999 errichteten Naturparks Barnim. Rund elf Kilometer fahren wir auf unbefestigten Wegen, passieren die offene Heidelandschaft, bevor wir abwechslungsreiche Kiefernwälder durchqueren. Verlockend spiegelt sich die Sonne im Liepnitzsee und lädt zum Baden ein. Entlang der drei Pfühle erreichen wir Wandlitz und durchqueren auf ruhigen Wohnstraßen den Ort. Bei Kilometer 26,4 ist ein Zugang zum Wandlitzsee. Danach führt der Radweg neben der Straße bis nach Zühlsdorf. Dort folgen wir auf einem rustikalen Waldweg dem Flüsschen Briese durch die eiszeitliche Schmelzwasserrinne Richtung Havel und radeln weiter bis zum S-Bahnhof Birkenwerder.

  • Distanz: 47 km | Zeit: 3,5 Stunden

Zum Helenesee

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Nummer 2 unserer Fahrradtouren: Manche nennen den Helenesee auch „die kleine Ostsee“. Foto: imago images/Christian Thiel

„Die kleine Ostsee“ wird der Helenesee gern genannt. Er ist aber auch außerhalb der Badezeit ein schönes Ziel, denn die Strandbar bietet einen tollen Blick aufs Wasser. Etwa die Hälfte der Strecke geht es den Spreeradweg entlang. Am Helenesee bieten sich in der Sommersaison gleich mehrere Möglichkeiten an, am Wasser einzukehren. 34 Kilometer sind dann geschafft. Bis zum Bahnhof am Helenesee sind es dann lediglich zwei Kilometer. Vor einer langen Rückfahrt mit dem Rad muss also niemand Angst haben.

  • Distanz: 42,8 km | Zeit: 4 Stunden

Um den Schwielochsee

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Nummer 3 unserer Fahrradtouren: Herbstidylle am Schwielochsee. Foto: imago images/Rainer Weisflog

Der Schwielochsee befindet sich im Seenland Oder-Spree, südlich von Beeskow. Ein Erholungsgebiet mit zahlreichen Badestellen und Campingplätzen. Regelmäßig weist ein Schild „Fahrradreifen vor Wasser“ den Weg. Besonders idyllisch ist der Radweg am Ostufer, bevor er dann bei Friedland vom See wegführt. Aber auch die Landschaft rundherum gefällt wegen der lieblichen Hügel. Zudem lockt in Friedland eine gut erhaltene Burganlage, leider ohne Einkehrmöglichkeiten. Daher sollte man am Besten bis Beeskow fahren. Dort empfiehlt sich ein Abstecher ins Gutshaus Beeskow mit seiner hervorragenden regionalen Küche. Der Bahnhof Beeskow ist nur wenige Meter entfernt. Man muss also nicht mehr nach Beeskow reinfahren.

  • Distanz: 49 km | Zeit: 5 Stunden

Von Kratzeburg nach Mirow

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Nummer 4 unserer Fahrradtouren: Nach dem Besuch im Schloss Mirow lässt es sic am Ufer des Sees, in barocken Alleen oder auf der Liebesinsel herrlich lustwandern. Foto: imago images/BildFunkMV

Im Müritz-Nationalpark darf sich die Natur nach ihren eigenen Regeln entwickeln. Radfahrer sehen stets nur einen Teil der atemberaubenden Landschaft. In einigen Bereichen hat der Mensch nichts verloren, und dennoch ist das Rad neben dem Kanu ein ideales Gefährt, um den Nationalpark zu erkunden. Der Radweg führt vom Bahnhof in Kratzeburg nach Mirow und damit mitten durch den Nationalpark. Der Weg ist durchgängig asphaltiert. Die Strecke ist größtenteils autofrei, lediglich ein Bus fährt hier ab und an durch. Viel Wald, viel Wasser und wenig Menschen. Erst in Rechlin kehrt die Zivilisation zurück. Weiter geht es auf einer ehemaligen Bahnstraße Richtung Lärz, vorbei an den surrealen Aufbauten des Kulturkosmos, der hier das Fusion Festival veranstaltet. Mirow, das Ziel der Tour, hat auch einige sehenswerte Fleckchen zu bieten. Ein sehr romantischer Ort, besonders zum Sonnenuntergang.

  • Distanz: 33,2 km | Zeit: 3 Stunden

Der Stechlin

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Nummer 5 unserer Fahrradtouren: Der Stechlinsee ist Norddeutschlands größter Klarwassersee – und einer der saubersten Seen in Deutschland. Foto: imago images/Blickwinkel

80 Kilometer nördlich von Berlin gelegen ist die Wasserstadt Fürstenberg/Havel seit dem Bau der Nordbahn in den 1870er-Jahren ein lohnenswertes Ausflugsziel für Berliner. Die Stadt, auf drei Inseln entstanden und von der Havel umschlungen, ist das Herz des Fürstenberger Seenlandes. Die Landschaft um den westlichen Stadtteil Fürstenbergs Steinförde wurde durch die letzte Eiszeit geschaffen und ist geprägt von Eichen- und Buchenwäldern, Kiefern- und Fichtenbeständen, der Steinhavel und schönen Seen. Vor Ort am Ufer des Stechlin in Neuglobosow bekommen Ausflügler guten Räucherfisch von der Fischerei Stechlinsee. Hinter Neuglobosow verläuft der Radweg bis Menz, parallel zur Straße als Schnellfahrstrecke, auf der ehemaligen Eisenbahnsraße geradeaus. Das letzte Highlight der Tour ist die tolle Fahradstraße bis Seilershof. Von dort ist es nur ein Katzensprung bis Dannenwalde.

  • Distanz: 32 km | Zeit: 2 Stunden

Ohne Proviant durchs Havelland

Nummer 6 unserer Fahrradtouren: Gediegen Speisen kann man auch im Schloss Ziethen. Foto: imago images/HiPi

In Paulinenaue radeln wir auf der „stillen Pauline“, ehemalige Bahnstrasse und Teil des Havelland-Radwegs, los. Die weitere Strecke führt über wenig befahrbare Landstraßen. Vom Ökohof Kuhhorst aus fährt man wenige hundert Meter weiter zur Ziegenkäserei Karolinenhof. Die vielen Autos verraten, dass dies längst kein Geheimtipp mehr ist, aber auch nach Jahren sind die hervorragenden Ziegenkäseprodukte und das Wiesencafé unbedingt einen Besuch wert. Gediegener ist das Ambiente im Schloss Ziethen. Wem das Schloss zu bourgeois ist, der kann auf dem familienfreundlichen Spargelhof Kremmen ab April je nach Saison Spargel, Blaubeeren, Kürbisse und Gänsefleisch kaufen oder im Hofrestaurant genießen.

Distanz: 31km | Zeit: 2 Stunden


Durch den Naturpark Westhavelland

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Nummer 7 unserer Fahrradtouren: Sternenpark Westhavelland: So schön ist Deutschland im Dunkeln. Foto: Unsplash/Max Saeling

Im Naturpark führt der Wechsel von bewaldeten Sanddünen und großen Sumpfgebieten und Mooren zu einem bemerkenswerten Reichtum and Flora und Fauna. Der Gülpersee ist seit 1967 Naturschutzgebiet und wurde schon als Vogeldorado bezeichnet. Im Frühjahr und Herbst lassen sich fast alle nordischen Vogelarten beobachten, die durch Mitteleuropa ziehen. Dank der dünnen Besiedlung ist die Lichtverschmutzung des Nachthimmels so gering, dass die Milchstraße in vollem Glanz erstrahlen kann. Das Gebiet wurde deshalb als „Sternenpark Westhavelland“ ausgezeichnet.

  • Distanz: 57km | Zeit: 3,5 Stunden

Familientour Spreewald

Nummer 8 unserer Fahrradtouren: Der Spreewald. Diese kurze Fahrradtour kann zu einem tollen Tag für die ganze Famiile werden. Foto: imago iamges/Chromorange

Lübbenau, der staatliche anerkannte Erholungsort im Spreewald, ist der Startpunkt der Tour. Nach der Überquerung des Sudumfluters hinter dem Dorf Boblitz erreichen wir die Spreewaldmoore von Raddusch und Umgebung. Wir fahren auf Wegen, die zum Moorlehrpfad gehören, durch den Lebensraum Moor: Dieses artenreiche und einmalige Ökosystem im Spreewald ist ein wichtiger Teil des Biosphärenreservats und für den Naturschutz von überregionaler Bedeutung. Im Naturhafen Raddusch kann man eine Kahnfahrt unternehmen. Weiter geht es zur Slavenburg Raddusch. Die heutige Burg ist äußerlich weitgehend originalgetreu hergerichtet. Sie beherbergt ein Burgrestaurant und ein Mueseum, dass mit der ständigen Ausstellung „Archäologie in der Niederlausitz“ eine Zeitreise durch 12.000 Jahre Siedlungsgeschichte bietet.

  • Distanz: 22km | Zeit: 1,5 Stunden

Zum Kohleausstieg in die Lausitz

Nummer 8 unserer Fahrradtouren: Nein, das ist nicht die Ostsee, sondern der Geierswalder See – Hotel und Restaurant „Der Leuchtturm“. Foto: imago images/Shotshop

Eine Landschaft im Wandel: vom Braunkohleabbau hin zu einer Seenlandschaft mit mehr als einem Dutzend gefluteten Bergbaufolgeseen. Die von Menschen erschaffenen Seen sind im Flachwasser- und Böschungsbereich stark abrutschgefährdet und sollten deshalb nur in freigegebenen Bereichen betreten werden. Vor mehr als 160 Jahren begann die Kohleförderung in der Lausitz. Der Energiehunger der Städte Berlin und Dresden gab tausenden Menschen Arbeit und griff tief in Landschaft und Kultur der Lausitz ein. Jetzt entsteht nach und nach die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas. Die Rundtour führt auf größtenteils gut asphaltierten Wegen entlang der Senftenberger Seen, weiter durch das Herzstück des Lausitzer Seenlandes und zum tatsächlich noch aktiven Tagebau Welzow.

  • Distanz: 66 km | Zeit: 4 Stunden

Drei-Tages-Tour von Berlin bis Usedom

Berlin-Usedom 1: Zum Grimitzsee

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Fährt man unserer Route entlang, so hat man einen weiten Blick über den Werbellinsee. Foto: imago images/Hohlfeld

Der Berlin-Usedom Radweg führt auf einer Länge von 337 Kilometern durch die Schorfheide und über Ückermünde auf die Insel Usedom. 75 Kilometer sind für die erste Etappe vorgesehen. Von Prenzlauer Berg geht es ins Seehotel Schorfheide bis Joachimsthal. Dem Berlin-Usedom Radweg zu folgen, ist gar nicht so einfach. Denn nicht immer ist das Hinweisschild sofort zu finden. Erst hinter Bernau wird die Orientierung leichter: Man muss nur dem Asphaltband folgen, das sich organisch durch den Wald schlängelt. Mehrfach geht es rauf und runter.

Belohnt wird der Radfahrer mit einem fantastischen Weitblick über den glasklaren Werbellinsee. Mit dem letzten Schwung geht es nach Althüttendorf. Der Ort liegt zwar nicht mehr direkt am Berlin-Usedom Radweg, lockt aber mit dem Seehotel Schorfheide, einer ausgezeichneten Radlerunterkunft am Wasser. Nach dem Essen im Restaurant geht es noch in die Sauna – mit Blick über den Griemitzsee. Das ist alles genau so schön, wie man es sich wünscht. Und dabei nur wenige Stunden mit dem Rad von Berlin entfernt.

  • Distanz: 75 km | Zeit: 7 Stunden

Berlin-Usedom 2: Nach Nechlin

Vorbei an Windrädern und grasenden Kühen. Der Radweg ist nur in Ausnahmefällen nicht asphaltiert. Foto: imago images/Rainer Weisflog

Ein ohrenbetäubendes Kreischen und Trompeten schallt dem Frühaufsteher entgegen. Kraniche, Singschwäne und Wildgänse begeben sich mit Geschrei auf Futtersuche. All das lässt sich vom Frühstücksraum des Seehotels Schorfheide beobachten – im Wintergarten mit Blick auf eine naturbelassene Wiese am See. Die zweite Etappe ist die längste. Es geht bis nach Nechlin. Ein Highlight auf der Strecke sind außerdem die schönen Buchenwälder bei Grumsin. Denn sie gehören zu den eindrucksvollsten Wäldern Europas.

Landschaftlich ändert sich die Strecke ab Angermünde: Es wird hügeliger und damit sportlicher. Von den Uckerseen aus ist bereits Prenzlau im Blick, mit seiner Marienkirche, einem der bedeutendsten Zeugnisse der Backsteingotik. Ihre Türme sind kilometerweit zu sehen. Nechlin liegt in einem kleinen Tal der Ucker nördlich von Prenzlau. Es ist der letzte Ort vor Mecklenburg-Vorpommern, mit ein paar Bauernhöfen, einem Bahnhof – und einer ehemaligen Brennerei. Dort kann man auch wunderbar übernachten oder in der Abendsonne ein Bier genießen.

  • Distanz: 87 km | Zeit: 8 Stunden

Berlin-Usedom 3: Bis Ueckermünde

Wenn man angekommen ist, befindet man sich hier: Am Hafen von Ueckermünde. Foto: BildFunkMV

Tag Drei. Die Beine sind müde, doch die Motivation ist groß wie am ersten Tag. Anders als in Brandenburg ist der Radweg in Mecklenburg Vorpommern nur an wenigen Stellen gut ausgebaut. Und gerade zwischen Nechlin und Ueckermünde ließe sich der Verlauf schöner und auch fahrradtauglicher gestalten. Vor der Kleinstadt Pasewalk sind die Wege asphaltiert, dafür allerdings nur noch straßenbegleitend. Schnurgerade geht es neben der Landstraße durch einen Kiefernwald. Rechts und links stehen Warnschilder, die das Betreten des Waldes verbieten: Militärgebiet. Passend heißt die Gegend Drögenheide.

Ab Torgelow sind die Wälder wieder frei zugänglich, und die letzten Kilometer bis Ueckermünde steigern die Vorfreude immens. Die ersten reetgedeckten Ferienhäuser stehen am Straßenrand. Ein holländischer Fachwerkhof präsentiert sich pittoresk auf einer Lichtung. Es wird immer deutlicher: Das ist nicht mehr Brandenburg. Im Örtchen Eggesin liegen Segelboote im Hafen, auf dem Wasserwanderrastplatz stehen Zelte und Wohnwagen am Wasser, Möwen kreisen um die Kutter. Die Orte gehen ineinander über. Ueckermünde ist ein Ostseeort light. Strandkörbe stehen am Ufer, größere Schiffe legen im Hafen an. Gut gelaunt radeln wir die letzten Kilometer ans Haff, wo man den Blick bis nach Usedom genießen kann.

  • Distanz: 50 km | Zeit: 4 Stunden

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