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Berliner Kieze

Von Tegel bis Lübars: 12 spannende Orte in Reinickendorf

Reinickendorf gehört zu den facettenreichsten Bezirken Berlins. Rund um die Residenzstraße und den Schäfersee herrscht Weddinger Flair, deutlich betulicher geht es da in Hermsdorf, Frohnau und Heiligensee zu. In Tegel wiederum dreht sich alles um den See, der gleichsam Erholung bietet und zumindest in der Vergangenheit (Stichwort: Borsig-Werke) auch Wirtschaftsmotor war. Spätestens seit Sidos Hit „Mein Block“ kennen auch die letzten Berliner*innen die (berüchtigte) Hochhaussiedlung im Märkischen Viertel. Wir haben uns im flächenmäßig fünftgrößten Bezirk Berlins umgeschaut und empfehlen euch hier 12 tolle Orte, die man in Reinickendorf immer besuchen kann. Viel Spaß beim Entdecken!


Durch den Tegeler Forst spazieren

Die "Dicke Marie" ist mehr als 500 Jahre alt. Foto: Imago/Schöning
Die „Dicke Marie“ ist mehr als 500 Jahre alt. Foto: Imago/Schöning

Der höchste und der älteste Baum Berlins stehen nah beieinander im Tegeler Forst. Unter der „Dicken Marie“ spielten schon die Humboldt-Brüder, die ganz in der Nähe im nach ihnen benannten Schloss aufwuchsen. Mehr als 500 Jahre hat die Stieleiche auf dem Buckel! Ebenfalls ein stattliches Alter hat die Tegeler Lärche, die 1795 gepflanzt wurde, heute 45 Meter misst und damit Berlins höchster Baum ist. Wir haben 12 besondere Bäume in Berlin zusammengestellt. Denn obwohl jeder der zehntausenden in der Stadt kostbar ist, gibt es doch ein paar, die besonders interessant sind. Einer ist sogar nach dem King of Pop benannt.

  • im Tegeler Forst nähe Greenwich Promenade, Tegel

Im Strandbad Lübars schwimmen und Pommes „rot-weiß“ snacken

Ganz idyllisch geht es im Strandbad Lübars zu, aber Langeweile kommt nicht auf. Foto: Berliner Bäderbetriebe
Ganz idyllisch geht es im Strandbad Lübars zu, aber Langeweile kommt nicht auf. Foto: Berliner Bäderbetriebe

Der kleine Ziegeleisee, an dem das Strandbad Lübars liegt, war einst eine Tonabbaustelle. Heute säumt ein 20 Meter breiter weißer Sandstrand eine Seite des Ufers. Weiße Strandkörbe stehen dort, Schilfinseln wachsen in hohen Büschen, das Wasser ist klar. Im hinteren Teil tummeln sich Sonnenanbeter, Kinder und Jugendliche auf einer großen Liegewiese. Neben der Idylle sorgen ein Sprungturm, ein Beachvolleyballfeld und Wasserrutschen für Spaß. An einer Holzbude am Strand werden Cocktails – einschließlich Kindercocktails –, Cola, Bier, Pommes & Co. serviert. Wo es sich noch in Berlin gut schwimmen lässt, verraten wir euch hier.

  • Strandbad Lübars Am Freibad 9, Lübars, Mo–Fr 9–19 Uhr, Sa + So 8–19 Uhr, in den Sommerferien täglich von 8–20 Uhr

Noch einmal vor der Schließung den Flughafen Tegel besuchen

Nach der Eröffnung des BER wird der Flughafen Tegel für immer verschwinden. Foto: Imago/Joko
Nach der Eröffnung des BER wird der Flughafen Tegel für immer verschwinden. Foto: Imago/Joko

Tegel ist Kult, auch wenn die Tage des citynahen Airports endgültig gezählt scheinen. Der BER wird nun doch – wider Erwarten muss man beinahe sagen – fertiggestellt. Über Zukunftskonzepte wird derzeit verhandelt, so oder so ist ein Umbau sicher. Ehe der Airport zur Megabaustelle wird, solltet ihr diesen noch einmal besuchen.

  • Flughafen Tegel Reinickendorf

Die Invalidensiedlung geht auf den Preußenkönig Friedrich II. zurück

Die Invalidensiedlung liegt mitten im Frohnauer Wald. Foto: Imago/Ritter
Die Invalidensiedlung liegt mitten im Frohnauer Wald. Foto: Imago/Ritter

Das Invalidenhaus, heute als Invalidensiedlung bekannt, geht auf den Alten Fritz zurück und war ursprünglich als Ruhestätte für verwundete Soldaten konzipiert. In den 1930er-Jahren fand der Umzug von Mitte nach Frohnau statt. Dort stehen knapp 50 Mehrfamilienhäuser mitten im Wald an der Grenze zu Brandenburg, die heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, zum Glück wieder offen steht. Die charakteristischen Klinkerbauten können auch heute noch ausschließlich von Menschen angemietet werden, die eine Schwerbehinderung von 50% oder mehr nachweisen können. Ein Spaziergang durch das Viertel zeigt, wie ruhig und idyllisch es dort zugeht.

  • Invalidensiedlung Frohnau

Im Museum Reinickendorf in die Geschichte des Bezirks eintauchen

Im Keller des Museums wird eine historische Waschküche ausgestellt. Foto: Patricia Schichl
Im Keller des Museums wird eine historische Waschküche ausgestellt. Foto: Patricia Schichl

Die Dauerausstellung des Museums Reinickendorf ist in der alten Dorfschule untergebracht. Die einzelnen Räume sind Themen gewidmet. „In den vergangenen 15 Jahren haben wir die Räume nach und nach bearbeitet und neugestaltet“, erklärt Leiterin Cornelia Gerner. Sisyphusarbeit, könnte man meinen, doch es hat sich gelohnt: Von der Waschküche im Keller bis zum Kunstdepot und dem Bezirksarchiv unterm Dach ist die Einrichtung bestens aufgestellt, um sämtliche Facetten des Bezirks abzubilden und für alle Besucher- und Altersgruppen das passende Angebot bereitzuhalten. Zu den Highlights gehören das Germanische Gehöft, das „Quitzow-Modell“, das einen Raubritterüberfall auf Berlin nachstellt, sowie die Themenräume zu den bekannten Reinickendorfer Künstler*innen Hannah Höch und Wladimir Lindenberg.

  • Museum Reinickendorf Alt-Hermsdorf 35, Reinickendorf, Tel. 404 40 62, Mo.–Fr. 9–17 Uhr, So. 9–17 Uhr

Vor dem Reinickendorfer „Kastanienwäldchen“ frischgezapftes Bier trinken

Norbert Raeder betreibt am Schäfersee die Traditionskneipe "Kastanienwäldchen". Foto: Imago/Schöning
Norbert Raeder betreibt am Schäfersee die Traditionskneipe „Kastanienwäldchen“. Foto: Imago/Schöning

„Wirte sind auch Seelsorger“, sagt Norbert Raeder. Der Lokalpolitiker ist zugleich Inhaber des „Kastanienwäldchens“, einer der bekanntesten Kiezkneipen am Schäfersee. Als infolge der zurückgehenden Corona-Infektionszahlen über Lockerungen gesprochen wurde, ließ die Politik die Kneipenwirte im Regen stehen. Damals sprachen wir mit Raeder unter anderem über (Kiez-)Solidarität. Mittlerweile serviert der Wirt wieder Bier im kleinen Sommergarten, es gibt einen Eisstand. Doch die Events fehlen. Wir drücken die Daumen, dass die Kneipe die Corona-Krise übersteht.

  • Kastanienwäldchen Residenzstraße 109, Reinickendorf, Mo–Fr 16–22 Uhr, Sa + So bis 24 Uhr

Im Tegeler Fließ den Wasserbüffeln beim entspannten Grasen zusehen

Pflegen seit Jahren das einzigartige Tegeler Fließ: Die Wasserbüffel von Landwirt Helmut Querhammer. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Pflegen seit Jahren das einzigartige Tegeler Fließ: Die Wasserbüffel von Landwirt Helmut Querhammer. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Seit dem Jahr 2015 sind die robusten (Nutz-)Tiere mit den markanten, geschwungenen Hörnern und dem ruhigen Gemüt im Einsatz, gewissermaßen als tierische Landschaftspfleger. Die konventionelle Pflege wäre ebenso mühsam wie kostspielig, weshalb das ökologische Projekt initiiert wurde – mit Erfolg. Heute erfreuen sich vor allem Ausflügler, die durchs Tegeler Fließ ziehen, über die grasenden Wasserbüffel. Im Frühjahr sah es so aus, als würde der Vertrag zwischen Land und dem Landwirt Helmut Querhammer auslaufen. Wir haben nachgefragt, wie es mit den Wasserbüffeln weitergeht – und zum Glück eine positive Antwort erhalten.

  • Tegeler Fließ Reinickendorf

Reinickendorfs Cités erinnern an die französischen Besatzungstruppen

In der Waidmannsluster "Cité Foch" tragen viele Straßen französische Namen. Foto: Imago/Schöning
In der Waidmannsluster „Cité Foch“ tragen viele Straßen französische Namen. Foto: Imago/Schöning

In Reinickendorf gibt es gleich mehrere Cités. Der Name ist nicht das einzige französische an ihnen. Die Straßen heißen so wie in Paris, und auch ihre Bewohner waren einst französisch. Erbaut wurden die Cités für die französischen Truppen, die nach dem Krieg im Norden Berlins stationiert wurden. Vor allem die Cité Foch wird derzeit stark umgebaut. Die Schwimmhalle aus Besatzungszeiten wird bald abgerissen, also noch einmal schnell hin! Überhaupt haben die Franzosen Berlin geprägt – von den Hugenotten bis zu den alliierten Soldaten gibt es überall in der Stadt Spuren des „Savoir vivre“ zu finden.

  • Cité Foch Avenue Charles de Gaulle, Wittenau

Schmökern mit freiem Blick über den Hafen in der Humboldt-Bibliothek

Die Humboldt Bibliothek ist ein architektonisches Kleinod im Norden Berlins. Foto: Barnos / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0
Die Humboldt Bibliothek ist ein architektonisches Kleinod im Norden Berlins. Foto: Barnos / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0

Sein Entwurf sollte zugleich monumental und intim sein. Man kann sagen: Das ist Charles Moore gelungen. Die Humboldt-Bibliothek in Tegel sollte Teil eines neuen Kulturquartiers werden, aufgrund eines finanziellen Engpasses wurde allerdings nur diese Leihbücherei verwirklicht. Die aber kann sich sehen lassen. Dem 1989 fertiggestellten Haus ist ein vom Klassizismus inspirierter Eingangsbereich vorgelagert, mehrgeschossige Regalreihen erinnern an historische Klosterbibliotheken, die gewölbte Decke an ein Kirchenschiff. Die Westseite ist verglast und gibt so den Blick auf den Hafen frei. Das Ausleihen von Medien als auch Nutzen der Arbeitsplätze ist wieder möglich, so wie auch in vielen anderen Berliner Bibliotheken.

  • Humboldt-Bibliothek Karolinenstraße 19, Reinickendorf, Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-18 Uhr, Reservierung von Arbeitsplätzen telefonisch unter 030 90294-5935 oder vor Ort

Entlang der Greenwichpromenade flanieren und „Moby Dick“ sichten

„Moby Dick“ gehört zu Berlins bekanntesten Ausflugsschiffen. Foto: Imago/Jürgen Ritter
„Moby Dick“ gehört zu Berlins bekanntesten Ausflugsschiffen. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Sicher kein Geheimtipp, aber doch immer wieder schön. Mit der U-Bahnlinie 6 kommt man in weniger als 30 Minuten von der Friedrichstraße in Mitte nach Tegel. Von dort sind es durch die Fußgängerzone mit ihrer beeindruckenden Dichte an Eisdielen nur noch wenige Gehminuten bis zur Greenwichpromenade, wo bei gutem Wetter viele Anwohner flanieren und sich eigentlich immer Enten und Schwäne tummeln. Mit etwas Glück sieht man am Hafen „Moby Dick“ ankern, ein Ausflugsschiff in Form eines Wals.

  • Greenwichpromenade Tegel

Das Märkische Viertel gehört zu Berlins berüchtigsten Plattenbauvierteln

Rapper Sido machte das Märkische Viertel einst berühmt. Foto: Imago/Ritter
Rapper Sido machte das Märkische Viertel einst berühmt. Foto: Imago/Ritter

„Meine Stadt, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause, mein Block“: Wer kennt sie nicht, die Hook von Rapper Sidos erstem Hit, die gleichzeitig eine Hommage ans Märkische Viertel, Drogen und harte Jungs ist? Sido hat sich verändert, er hat jetzt viel Geld und eines von den Einfamilienhäusern, die er früher so belächelt hat, und glaubt an Verschwörungstheorien. Obendrauf verteidigt er auch noch Xavier Naidoo, der tief in die Gefilde der Verschwörungstheorien eingetaucht ist. Doch während es mit Sido bergab gegangen ist, befindet sich das Märkische Viertel zumindest teilweise im Aufwind: Stellenweise hat es einen neuen, satt orangen Anstrich bekommen – und dazu noch eine bessere Anbindung an den Rest von Berlin.


Jazz-Konzerte besuchen im Loci Loft

Das Loci Loft ist einer der wenigen Veranstaltungsorte in Reinickendorf, in denen regelmäßig Konzerte stattfinden – sogar jetzt, wo doch so viele andere Clubs noch geschlossen sind. Ab dem 14. August wird auf der Terrasse die Wiedereröffnung gefeiert! Der Fokus des Programms liegt auf Jazz. Zu den regelmäßigen Gästen gehören das Trio Scho, Lenard Streicher oder Devi Ananda, die viele aus ihrer Rolle im UdK-Erfolgsmusical „Grimm“ kennen.

  • Loci Loft Oraniendamm 72, Waidmannslust

Plattenbausiedlungen und Großbaustellen

Das Märkische Viertel ist nicht die einzige Hochhaussiedlung in Berlin. Sobald fest steht, was aus dem Flughafen Tegel wird, rollen die Bagger an – dann wird auch der (bald ehemalige) Flughafen zur Großbaustelle.

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