Kommentar

„2016“ von Erik Heier

Ich habe mir dieses Jahr 2016 nicht ausgedacht, das passiert alles wirklich. Jetzt wurde zum Beispiel bekannt, dass der
be­liebte Beststeller-Autor und Nahost-Sachverständige Jürgen Todenhöfer demnächst den „Freitag“ herausgeben wird

Erik Heier

Todenhöfers Reisebericht „Inside IS“ hat sich ja blendend verkauft. Und möglicherweise lässt sich bei dem ­syrischen Präsidenten Assad auch anzeigenmäßig noch was rauholen. Auch könnte man gegebenenfalls das Programm des Kreml-konformen Senders „RT Deutsch“ auf der Fernsehseite abdrucken. Aber vielleicht erklären hinterher irgendwelche mächtigen Strippenzieher dieses ganze durchgeknallte Jahr für ungültig, wegen Dopings zum Beispiel, oder weil irgendwo ein Wahlautomat gehackt wurde. Bis es jedoch so weit ist, darf Donald Trump mit einem souveränen Rückstand von mehr als zweieinhalb Millionen Stimmen den US-Präsidenten geben, Großbritannien sich mit faktischer Blindheit aus der Europäischen Union rauswählen und der Allmächtige bedauernswertes Gefallen daran finden, einen großen Geist nach dem anderen zu sich zu beordern, nur bei Margot Honecker gab es da wahrscheinlich ein kleines Versehen. Auch in den letzten Zügen zeigt 2016 seine ganze Klasse. Gerade bekam die Berliner Literatin Julia Zange eine einstweilige Verfügung gegen ihren neuen, vorzüglichen Roman zugestellt – von ihren Eltern. Es ist ein Jammer. Sollte dieses 2016 tatsächlich für ungültig erklärt werden, bitte ich übrigens darum, es nicht wiederholen zu müssen.

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