Biopic

„3 Tage in Quiberon“ im Kino

Mit Romy am Atlantik: Mit „3 Tage in Quiberon“ verneigt sich die Berliner Regisseurin Emily Atef vor Romy Schneider

Peter Hartwig/ Rohfilm Factory/ Prokino

Im Hotel „Sofitel Diététique“ in Quiberon ­tragen die Gäste häufig weiße Bademäntel. Sie sind zum Entgiften an die Atlantikküste gekommen. 1981 befindet sich unter den Diät­kunden auch ein Filmstar: Romy Schneider soll sich von ihrem schwierigen Leben erholen. Doch sie hat sich auf etwas eingelassen, was ihrer Ruhe abträglich ist: Der Reporter Michael Jürgs und der Fotograf Robert ­Lebeck kommen nach Quiberon. Das Interview und die Bilder, die damals entstanden, zählen heute zu den wichtigsten Quellen über die späten Jahre von Romy Schneider.

Und sie sind nun auch Grundlage für den Film „3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef. Die Bilder sind in Schwarz-weiß, das ist den Vorlagen von Robert Lebeck geschuldet, passt aber auch zu der Aura des Melancholischen, die alles durchdringt: Ein Jahr später stirbt Romy Schneider, wir sehen sie also im Zeichen ­eines nahenden Todes.

Dass dieser Film zustande kam, hat wohl viel mit der Schauspielerin Marie Bäumer zu tun, die für diese Rolle wie geschaffen erscheint. In Charly Hübner als Robert Lebeck hat sie einen tollen Partner, während Birgit Minichmayer (als Freundin Hilde) und Robert Gwisdek (als Michael Jürgs) vergleichsweise nur Chorfiguren sind. Emily Atef war sichtlich daran gelegen, mit der tragischen Figur Romy Schneider möglichst würdevoll umzugehen. Ihr Film – der sich stark an Lebecks Fotografien orientiert – bleibt aber mit seiner künst­lichen Patina ­eigentümlich kühl und ordnet alles einer letztlich versöhnlichen Version unter.

3 Tage in Quiberon D/F/A 2018, 115 Min., R: Emily Atef, D: Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Charly Hübner, Robert Gwisdek, Start: 12.4.

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