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Auf den Spuren der Moderne in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt mit seinen zahlreichen Kulturschätzen ist immer eine Reise wert, aber seit ein paar Monaten lockt ein neues Highlight Besucher ins Land. In Dessau, wo von 1925 bis 1932, das Bauhaus beheimatet war, hat ein neues Museum eröffnet, das an die berühmte Schule erinnert, die weltweit Architektur, Design und Kunst revolutionierte.

Bauhaus Museum Dessau / Bild: Michael Deutsch

Die Ausstellung im Bauhaus Museum Dessau trägt den Titel „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“. Sie beschreibt das Bauhaus als einen lebendigen Ort, an dem gelernt und gelehrt, künstlerisch experimentiert sowie an industriellen Prototypen gearbeitet wurde. Das Bauhaus war ein vielseitiger „Probierplatz“ und galt in dieser Eigenschaft als Kooperationspartner für die Industrie und nicht zuletzt auch als ein umtriebiger Kommunikator in eigener Sache. Mit über 1.000 ausgewählten Exponaten aus der wertvollen und weltweit zweitgrößten Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau erzählt die Ausstellung die Geschichte der Schule in Dessau. Informationen über Anreise, Eintrittspreise, Öffnungszeiten und vieles mehr gibt es unter www.bauhaus-dessau.de.

Neben dem einzigartigen Bauhauserbe in Dessau-Roßlau gibt es in Sachsen-Anhalt aber auch viele weitere faszinierende Zeugnisse der Moderne: Magdeburg, Halle (Saale) und zahlreiche andere Orte haben fortschrittliche Wohnsiedlungen, innovatives Design, technische Neuerungen und experimentelle Kunst aus den 1920er-Jahren zu bieten. Spannende Zeugnisse aus dieser Zeit des Aufbruchs finden sich auch an Orten, wo man sie vielleicht nicht erwartet.

So versteckt sich im verträumten Harzstädtchen Elbingerode ein modernes Diakonissen-Mutterhaus. Der von dem Architekten Godehard Schwethelm 1932 entworfene hochmoderne Stahlskelettbau gilt heute mit seinen Rundungen und schönen Glasfenstern als ein Meisterwerk des Neuen Bauens. Bis heute dient das Haus in Elbingerode Wohn- und Krankenpflegezwecken der Diakonissen-Schwesternschaft. Unweit von Elbingerode wartet die Harzstadt Quedlinburg mit einem weiteren Highlight auf: Die Lyonel-Feininger-Galerie, die über einen der weltweit bedeutendsten Bestände an Druckgrafiken, Aquarellen und Zeichnungen des bekannten deutsch-amerikanischen Malers Lyonel Feininger verfügt.

Elbingerode Diakonissen-Mutterhaus / Bild: Michael Deutsch

Ein „Frühlicht“ der Moderne ging von Sachsen-Anhalts heutiger Landeshauptstadt Magdeburg aus. Der Magdeburger Oberbürgermeister Hermann Beims (1919-1931) gilt als Wegbereiter in einer Stadt, die sich sozial und modern früher und konsequenter neu aufstellte als jede andere deutsche Großstadt. Zusammen mit dem Stadtbaurat Bruno Taut, Carl Krayl und Tauts Nachfolger Johannes Göderitz schuf er das, was heute „Magdeburger Moderne“ genannt wird. Viele Bauten dieser Zeit sind bis heute erhalten – allen voran das Stadthallen-Areal auf der Rothehorninsel in der Elbe, die Hermann-Beims-Siedlung und die Otto-Richter-Straße. Als Vertreter des „Neuen Bauens“ hat Bruno Taut übrigens auch Berlin durch die Großsiedlungen Britz und Zehlendorf geprägt.

Otto-Richter-Straße Magdeburg / Bild: Magdeburg Marketing

Informationen zu den zahlreichen weiteren Orten der Moderne finden sich unter www.bauhaus-entdecken.de.

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