Berlinale 2016

„The Advocate for Fagdom“ im Forum der Berlinale 2011

Eine Dokumentation versucht nun erstmals, das Schaffen des extremen Filmemachers Bruce LaBruce einzufangen.

The Advocate For Fagdom

Wer ist Bruce LaBruce? Wo kann man ihn und seine Filme einordnen? Das sind die Fragen, um die der Dokumentarfilm „The Advocate for Fagdom“ von Angйlique Bosio kreist. Der Film ist das erste Porträt über den kanadischen Filmemacher, Autor und Fotografen und der erste Versuch, sein Schaffen in einem Film zu reflektieren. Weggefährten, Regisseure, Autoren, Schauspieler und Künstler wie John Waters, Bruce Benderson, Glenn Belverio, Gus Van Sant, Jürgen Brüning und Susanne Sachsse, aber auch LaBruce selbst, werden dazu interviewed.
Einig sind sich alle, dass es kein Label gibt, unter das man das Werk von LaBruce fassen kann: Seine Filme sind Porno, aber nicht nur, sie sind Independent, Punk, politisch, Arthouse, lustig, schockierend. Sie sind rebellisch und wenden sich gegen den Gay-Mainstream, aber nicht nur. Obwohl gleich zu Anfang klar ist, dass niemand eine adäquate Beschreibung für das Werk von LaBruce hat und dass dies die große Qualität und das Besondere seiner Filme ist, versucht „The Advocate for Fagdom“ dennoch eine solche Einordnung zu leisten.
Ergänzt werden die Interviews mit Ausschnitten aus „Super 8Ѕ“, „Hustler White“, „The Raspberry Reich“, „Otto; or, Up with Dead People“ und Szenen während des Drehs von „L.A. Zombie“. Leider gerät die Doku zu sehr zur überschwänglichen Lobeshymne und wird zu einer Hommage an LaBruce. Sicher zu Recht, aber das ist zu wenig für ein filmisches Porträt dieses außergewöhnlichen Künstlers.

Text: Katharina Wagner

tip-Bewertung für Fans von Bruce La Bruce: Sehenswert

tip-Bewertung für alle anderen: Annehmbar

The Advocate for Fagdom, Frankreich 2011; Regie: Angйlique Bosio; 92 Minuten

Lesen Sie hier: Schwul-lesbisches Kino auf der Berlinale 2011

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

[fbcomments]