Levante

Aleppo Supper Club in Friedrichshain

Paris des Nahen Ostens: Imbiss oder Restaurant? Egal, denn der Aleppo Supper Club schmeckt gerade im Kleinen groß

Foto: Henry Schröder

Zugegeben, die Rigaer Straße war zuletzt eher selten aufgrund ihrer Aromen in den Schlagzeilen. Mitten im Häuserkampfkiez aber serviert nun das kleine Aleppo Supper Club bislang ungeschmeckte Perspektiven auf die syrische Küche – zumal gerade die aleppinische Küche als die Haute Cuisine des arabischen Raums gehandelt wird. Im Aleppo Supper Club kommt dabei automatisch auch die ungewöhnliche und ungewöhnlich drastische Geschichte Syriens auf den Tisch: Die Mutter des Besitzers Samer Hafez floh mit ihrem Fleischwolf im Koffer, weil dieser schließlich unentbehrlich für die Herstellung von Kibbe ist, Bulgurküchlein gefüllt mit Lamm und Nüssen. Ebendieser Fleischwolf legte auch den Grundstein für das Cateringunternehmen von Samer Hafez, inzwischen hat der sogar für den Bundespräsidenten gekocht.

Nun sind eben diese Kibbe bei unserem Besuch leider ausverkauft. Wir teilen uns stattdessen den Auberginendip Metabel und tiefroten Granatapfelsalat mit Rotkohl und viel Knoblauch. Sauer, süß, cremig, knackig – die Fahrt nach Friedrichshain lohnt allein dafür. Es wäre aber ein Fehler, die Hauptgerichte zu verpassen: Die Reisgerichte Maqluba und Kabsa sind würzig, nussig, aufregend. Im ersteren verstecken sich gebratene Auberginenscheiben und Cashews, im zweiten Rosinen und Karotten. Und auch wenn es schwerfällt, danach noch an Dessert zu denken, die hausgemachten Grießröllchen mit Käsecreme und Pistazien müssen zum Abschluss sein. Zwar kann sich dieser gemütliche Laden noch nicht ganz entscheiden, ob er nun Restaurant oder Imbiss sein möchte, kulinarisch aber kann dieses versteckte Juwel mit den anderen Hotspots der zeitgeistigen Levante-Küche Berlins schon längst mithalten.

Aleppo Supper Club Rigaer Str. 58, Friedrichshain, Mo–So 9–22 Uhr, www.alepposupper.club