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Alle wichtigen Fakten zum Thema Abfindung im Arbeitsrecht

Jeder Arbeitnehmer kann früher oder später in die Situation kommen, dass er zu Unrecht gekündigt wird. In diesem Zusammenhang denken die meisten an das Thema Abfindung. Schließlich werden immer wieder Berichte veröffentlicht, laut derer Menschen in Manager-Positionen saftige Abfindungen erhalten. Aber wie steht es wirklich um die Abfindungen für gewöhnliche Arbeitnehmer? Welche Rechte und Pflichten stehen wem gesetzlich zu? Alles zum brisanten Thema Abfindung erfahren Sie hier.

Foto: Kim Gunnarsson/ Flickr/ Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)

Abfindung im Falle eines Aufhebungsvertrags

Sofern eine Kündigung gerechtfertigt ist und im Einvernehmen zwischen dem Angestellten und dem Arbeitgeber abläuft, besteht in vielen Fällen ein Recht auf eine Abfindung. Vor allem dann, wenn das betreffende Unternehmen die Gründe einer Kündigung nicht ausreichend darlegen oder beweisen kann, haben Arbeitnehmer eine gute Chance auf eine einmalige Zahlung. Und falls sich der Arbeitgeber zuerst einmal querstellt: Einen Anwalt für Arbeitsrecht findet man auf JuraForum.de.

Arbeitsgerichte sind streng

Im Falle eines Aufhebungsvertrages kann es sich durchaus lohnen, vor Gericht zu ziehen. In vielen Fällen passiert es, dass Gerichte dem Arbeitgeber Recht zusprechen und die Kündigung in der Folge entweder ungültig wird oder eine Abfindung gezahlt werden muss. Stellt ein Richter tatsächlich fest, dass die Kündigung unzulässig war, so muss der Arbeitgeber das gesamte Gehalt seit Wirksamwerden der Kündigung nachzahlen – obwohl der Arbeitgeber nicht gearbeitet hat.

Abfindung kann im Vertrag festgelegt werden

Es kommt nicht selten vor, dass eine Abfindung sogar ausdrücklich im Arbeitsvertrag erwähnt wird. Viele Arbeitgeber sind gerne bereit dazu, ihren Mitarbeitern aufgrund einer ausgesprochenen Kündigung eine gewisse Geldsumme zu bezahlen. In der Regel ist die Summe, welche vor Gericht aufgrund einer unzulässigen Kündigung erstritten werden kann, wesentlich höher. Aus diesem Grund ist die Floskel zum Thema Abfindungen äußerst beliebt bei Arbeitgebern – sie können hier nämlich bares Geld sparen. Allerdings nur dann, wenn sich die Arbeitnehmer nicht zur Wehr setzen.

Die Höhe der Abfindung wird individuell bemessen

Die Höhe einer erstrittenen Abfindung hängt vor allem davon ab, wie lange eine Betriebszugehörigkeit besteht. Auch auf die Branche und natürlich auf das Verhandlungsgeschick des Gekündigten kommt es an. Sofern der Fall vor Gericht geht, ist oftmals die Qualität der anwaltlichen Arbeit ausschlaggebend. Üblicherweise kann mit einer Summe gerechnet werden, welche circa einem Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr entspricht. Ein konkretes Beispiel macht diesen Fakt anschaulich: Sie haben fünf Jahre lang für einen Bruttolohn von 4.000 Euro gearbeitet und werden dann gekündigt. Ihnen steht als Abfindung ein Betrag von rund 20.000 Euro zu. Manchmal werden allerdings nur halbe Gehälter vereinbart oder vom Gericht akzeptiert – in diesem Fall fällt die Abfindung deutlich geringer aus. Klar ist: Wer mehr verdient, der erhält auch eine höhere Abfindung.

Abfindung im Falle einer betriebsbedingten Kündigung

Wenn der Arbeitgeber die Kündigung aus betrieblichen Gründen ausspricht, so kann der Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem eine Abfindung erhalten. Zu diesen Bedingungen gehört unter anderem, dass das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist. Zu diesem Zweck muss das Verhältnis seit mindestens sechs Monaten bestehen und der Betrieb muss mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Bei sehr kleinen Unternehmen kann daher nicht mit einer Abfindung gerechnet werden. Wenn tatsächlich dringende betriebliche Gründe vorliegen, die der Arbeitgeber auch beweisen kann, so stehen die Chancen auf eine Abfindung ebenfalls schlecht. Ein berechtigter Grund wäre zum Beispiel ein Rückgang der Aufträge oder eine ernsthafte wirtschaftliche Schieflage des betreffenden Unternehmens. Sehr gute Chancen auf eine Abfindung bestehen hingegen dann, wenn im Vertrag eine Geldauszahlung gegen Klageverzicht vereinbart wurde.

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