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Filmreihe

Durchlässige Grenzen – Neue Wege des mexikanischen Films

Dem künstlerischen Aufschwung des mexikanischen Films in den vergangenen zehn Jahren trägt das Arsenal im Juni mit der Filmreihe „Durchlässige Grenzen – Neue Wege des ­mexikanischen Films“ Rechnung. Deren Titel bezieht sich insbesondere auf die Selbstverständlichkeit, mit der die ­mexikanischen Filmemacher und Filmemacherinnen die ­traditionellen Schranken zwischen Dokumentar- und Spielfilm, Experimental- und Essayfilm ignorieren

Viele der von Kurator James Lattimer ausgesuchten Filme besitzen dokumentarische Aspekte, doch selten in einem ­hergebrachten Sinn. So ist Pedro González-Rubios Dokumentarfilm „Inori“ über ein durch die Überalterung seiner Bewohner vom Verschwinden bedrohtes japanisches Bergdorf vor allem eine meditative Naturstudie. Und auch „Las Letras“ begegnet seinem Sujet auf ungewöhnliche Weise: Ausgehend von einem Mord an Polizisten in Chiapas, für den ein indi­gener Professor und Aktivist verantwortlich gemacht und verurteilt wurde, nähert sich der Film von Pablo Chavarría Gutiérrez dem Fall mit einer beständig suchenden Kamera, dazu: ­Fragmente einer Tanzperformance und Einblendungen von Briefen des Professors aus dem Gefängnis.
Spannend ist auch, wie in „Todos lo démas“ (Foto), dem ersten Spielfilm der Dokumentarfilmerin Natalia Almada, das ­alltägliche Chaos des Lebens Einlass in das pedantisch organisierte Dasein einer älteren Verwaltungsangestellten findet: Während sie fein säuberlich ihre Hausschuhe ausrichtet und obsessiv irgendwelche Listen führt, berichtet ihr Fernseher von Unglücken, Gewalttaten und miesen Lebensbedingungen. Denn das Leben ist eben doch etwas anderes als die abgesteckten Bahnen, die sie im Schwimmbad betrachtet.

Durchlässige Grenzen – Neue Wege des mexikanischen Films 2.–30.6., Kino Arsenal (im Filmhaus), www.arsenal-berlin.de

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