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Hartmut Mehdorn will zurücktreten – Stefanie Dörre kommentiert

tip-Chefredakteurin Stefanie Dörre kommentiert

Könnte sein, dass Hartmut Mehdorn ?bald eine Sorge weniger hat, nämlich die, ob der BER einmal genügend doppelstöckige Spezialterminals für die Abfertigung des Airbus A360 haben werde. Denn wie es aussieht, wird die Produktion des Großflugzeuges bald eingestellt, lange?bevor der Großflughafen eröffnet.
Doch das ist vermutlich das einzige BER-Problem, das sich durch Aussitzen lösen lässt, sodass sich Flughafenchef Mehdorn zu einer klassischen Vorwärtsverteidigung entschlossen hat. Der nicht eröffnete BER sei jetzt schon viel zu klein und müsse deshalb noch vor der Einweihung unbedingt durch Anbauten erweitert werden.
Okay, lieber Herr Mehdorn, möchte man da sagen, 45 Millionen Fluggäste pro Jahr, mit Erweiterung, hört sich wirklich gut an. Aber wäre es nicht besser, am BER könnten überhaupt erst einmal die geplanten 27 bis 30 Millionen Passagiere jährlich abgefertigt werden? Und nicht null! Null ist eben gar niemand. Null wird auch nicht mehr, wenn man der Zahl noch mehr potenzielle Fluggäste in der Zukunft zugesellt. Und können die Anbauten nicht, wie in Tegel, im laufenden Betrieb gemacht werden? Die sind hässlich, aber es funktioniert.
Immerhin hat sich der Aufsichtsrat Ende letzter Woche dazu entschlossen, ein Datum, pardon, Halbjahr, für die BER-Eröffnung zu nennen, sorry, anzudeuten, denn es wird „ein Terminkorridor zur lnbetriebnahme im zweiten Halbjahr 2017 ins ?Auge gefasst“. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ soll Mehdorn den Plan „Terminband“ genannt haben.
Währenddessen kostet der laufende Unterhalt des nicht benutzbaren Flughafens monatlich rund 17 Millionen Euro, so Mehdorn im Januar 2014. Andere sprechen von einer Million Euro pro Tag. Und die BER-Probleme werden sich nicht von selbst lösen. Außer, es heißt 2017: Beamen ist das neue Fliegen. Klingt unwahrscheinlich. Aber ist ein reibungsloser Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen in, sagen wir, 2018 wirklich wahrscheinlicher?
Nun, das wird dann nicht mehr Hartmut Mehdorns Sorge sein. Er will spätestens im Juni 2015 von seinem Posten zurücktreten. Der Nachfolger? Klaus Wowereit wäre jedenfalls schon eingearbeitet.

Text: Stefanie Dörre

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