Country-Dub

Jeb Loy Nichols

Der Schleicher – Jeb Loy Nichols klingt immer noch großartig wie eingeschlafene Füße. Man könnte doch mal Country spielen, als wäre er Lounge-Pop. Oder Hillbilly zum Dub verlangsamen. Den Schmidtchen Schleicher aus Nashville geben. Wär das nicht eine gute Idee? Hatte aber schon jemand. Und zwar vor mehr als 20 Jahren. Die Band hieß Fellow Travellers, der Typ mit der Idee Jeb Loy Nichols. Die Fellow Travellers gibt es zwar schon lange nicht mehr, der im Cowboy-Staat Wyoming geborene Nichols lebt schon ewig im nicht allzu Americana-haften Wales, aber auf der einen brillanten Idee reitet er immer noch herum. Auch auf seinem neuesten Album „The Country Hustle“ hört sich die altehrwürdige US-amerikanische Volksmusik an, als hätte man ihr das Blut ausgesaugt. Und nicht nur der: Trotz des Album-Titels lässt Nichols auch Disco, Soul und Psychedelia seine hoffentlich patentierte Verfahrensweise angedeihen, alle verfügbaren emotionalen Spitzen rabiat und restlos zu kappen. Egal, ob es in „That’s All I Want“

lustig klappert, ob in „Hate Hate Hate“ die Disco-Kugel rotiert, als wäre es noch einmal 1977: Am Schluß klingt doch tatsächlich jeder verdammte Song wie eingeschlafene Füße. Es kribbelt ein wenig, aber nicht zu sehr, und etwas sehr Vertrautes fühlt sich pelzig und seltsam und irgendwie ganz neu und anders an. Es ist eine großartige Erfahrung.

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