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Hip Hop

Kendrick Lamar in der Mercedes-Benz-Arena

Messiasplänkelei: Kendrick Lamar macht, dass die US-Revolution audiovisuell ist

Kendrick Lamar Duckworth, so sein vollständiger Name, muss sich mit einer möglichen Urheberrechtsverletzung im Video zu „All The Stars“ herumplagen. Doch das tut der wiederholten Neuerfindung in der sehr steilen Karriere des 30-Jährigen aus Compton, L.A., keinen Abbruch. Sein beachtlicher Katalog ist nach dem 2012er Raketendebüt „Good Kid, M.a.a.d. City“, dem sehr jazzigen Geniestreich „To Pimp a Butterfly“ und dem letztjährigen Politikstatement „DAMN.“ seit Kurzem um eine Facette reicher: Der Soundtrack zu Marvels neuem Sci-Fi-Streifen „Black Panther“ greift das aus der Mode gekommene Format der Label-Compilation auf. Kendrick hat produziert und eine durchaus empathische Kuratorrolle übernommen. Darüber hinaus halten die eigenen Wortbeiträge auf fast allen Songs das Projekt marionettenartig zusammen.

Dem nicht verstummenden Ruf, eine Art neuer Rap-Messias zu sein, folgt er einfach. Nur der Biss eines Kanye West hält mit dem perfektionistischen Anspruch mit, eine ganze Hörergeneration durch Popkultur derart progressiv zu allumfassender Weiterentwicklung zu drängen. Von jahrelang ausgefeilter Reimtechnik bis ­Radiohits scheint K-Dot das Komplettpaket mit fast schon spirituellem Tiefgang in den Texten zu sein. Seine Live-Auftritte wie kürzlich bei den Grammys (fünf gewann er!) werden immer auch zu politischen Statements. Diesmal tourt er mit UK-Goldkehle James Blake, dessen elektronischer Pop einen großer Kontrast bildet. Spannend!

Mercedes-Benz-Arena Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, Mo 5.3., 19.30 Uhr, VVK ab 75,15 €

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