Doku

„Krieg und Spiele“ im Kino

Krieg und Spiele schaut auf Militarismus heute.

„Wer gesehen wird, hat schon verloren.“ Auf diese Devise könnte man die Veränderung bringen, die durch den zunehmenden Einsatz von Drohnen die militärischen Auseinandersetzungen betreffen. „Air Power“ heißt heute meist nicht mehr flächendeckende Bombardements, sondern präzise gesteuerte Attacken.
Die Dokumentarfilmerin Karin Jurschick begibt sich auf die ­Suche nach einem Zusammenhang, den man als „militainment“ bezeichnet. Tatsächlich ist das aber nur ein wichtiger Aspekt, den sie mit einem Programmierer des Spiels „Call of Duty“ bespricht. „Krieg und Spiele“ kommt bald nicht mehr umhin, die Frage nach ­Moral und Ethik zu verhandeln – angesichts des Umstands, dass die Automatisierung der militärischen Auseinandersetzung neue Situationen erschafft. Kann man eine Software programmieren, die ­Roboter ethisch handeln lässt?

Jurschick reist einmal um die Welt, nach Israel/Palästina und in die USA, beginnt aber in Deutschland, und endet auch hier. Denn dieses Hochtechnologieland ist auch in Forschung und Entwicklung der Waffen eingebunden. Ein Berliner Politologe behält das letzte Wort: Dronen seien „postheroische Waffen“. Soll man da heldenhaft dagegen sein? Man würde sich lächerlich machen.

Text: Bert Rebhandl

Krieg und Spiele, D 2016, 90 Min., R: Karin Jurschick, Start: 18.8.

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