Drama

„Ma Folie“ im Kino

Hanna trifft Yann und trennt sich seinetwegen von Goran. Goran will nur, dass Hanna glücklich ist, deswegen will er mit ihr befreundet bleiben.

Foto: W-Film

Das nimmt allerdings Yann nicht gut auf. Er zeigt plötzlich ein anderes Gesicht. Hanna bekommt allmählich Probleme, denn eines Morgens läutet der Wecker nicht, sie kommt zu spät zur Arbeit. „Darüber müssen wir in der Super­vision reden“, heißt es. Hanna ­arbeitet in einem Kinderschutzzentrum, sie ist umgeben von Psychologie, ein unangenehmes Gefühl der Kontrolle macht sich breit.
Die Pointe von Andrina Mracnikars „Ma Folie“ ist, dass sich in die zwischenmenschlichen Beziehungen zunehmend ein technisches Element mischt. Denn Yann zieht sich zwar aus Hannas Leben zurück, er schickt aber Videobotschaften. Darin geht es nun nicht mehr um Zärtlichkeit und imaginierte Nähe, sondern um Bedrohung und Überwachung. Hanna hat es mit einem Stalker zu tun, sie reagiert darauf naheliegenderweise argwöhnisch. Mit der Berliner Schauspielerin Alice Dwyer in der Hauptrolle hat Andrina Mračnikar einen dramaturgisch plausiblen Psychothriller gedreht, dessen Spannung durch wenig überzeugende Nebenfiguren, papierene Dialoge und schematische Psychologie stark beeinträchtigt ist.

Ma Folie A 2015, 99 Min., R: Andrina Mračnikar, D: Alice Dwyer, Sabin Tambrea, Start: 21.7.

Bewertungspunkte4

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