Sci-Fi-B-Movie

Moonlandingz

An Moonlandingz ist alles schräg: Sound, Image und vor allem Entstehungsgeschichte. Ein gelber Regenponcho plus silber glänzendem Penis-Schutz. Ein Top aus Plastikfolie samt Spiegeleier-BH. Lippenstift-Gesichtsbemalung zum spacigen Glamrock-Kostüm. So oder auch mal wieder ganz anders zeigt sich Moonlandingz-Frontmann Johnny Rocket alias Lias Saoudi auf Live-Bühnen und in Musikvideos. Die skurrile Inszenierung passt schon deshalb, weil The Moonlandingz kein 08/15-Projekt sind. Ursprünglich war es der Name einer fiktiven Combo auf einem Konzept-Album des experimentellen Electro-Duos Eccentronic Research Council aus Sheffield. Um die Moonlandingz – eine „cosmic synth krautabilly group“ – mit Leben zu füllen, wurden Sänger Saoudi und Gitarrist Saul Adamczewski von der anrüchigen Londoner Band Fat White Family als Verstärkung rekrutiert.

Es gibt Konzerte, eine EP und nun sogar ein Album namens „Interplanetary Class Classics“, beides aufgenommen von und mit John Lennon-Sohn Sean in dessen New Yorker Studio. Aus Fiktion wurde Realität und diese Realität mutet mit ihrem Clash aus stoischem Krautrock und analogem Synthie-Punk, avantgardistischer Soundspielerei und poppiger Eingängigkeit wie ein schrill-düsterer Science-Fiction-B-Movie an. Auf dem letzten Stück der Platte, dem hypnotischen Sechsminüter „This Cities Undone“, tobt sich sogar Sean Lennons Mutter Yoko Ono stimmlich aus. Exzentriker unter sich.

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