Psychedelic-Pop

Of Montreal

Ginge es endlich gerecht zu, müssten Of Montreal längst größer sein als Arcade Fire

Manchmal fühlt man sich als über Musik Schreibender ja wie der gute alte Sisyphus: Man formuliert sich einen Wolf, wie toll und fantastisch dieses oder jenes leider noch viel zu unbekannte Pop-Genie doch ist. Nur interessiert das dann wieder kein Schwein.
In diese Kategorie fällt auf jeden Fall Kevin Barnes mit seiner famosen Band Of Montreal. Ginge es mit (ge)rechten Dingen zu, müssten diese vermeintlichen, in Wirklichkeit aus Athens, Georgia, stammenden Kanadier mindestens so berühmt sein wie die tatsächlichen Kanadier von Arcade Fire. Ach was, noch viel mehr: Denn eine Band, die in 20 Jahren ihres Bestehens über ein Dutzend fast ausschließlich großartige Alben veröffentlicht hat, die nur leider fast niemand kennt, die sollte Fußballstadien füllen und nicht wie eh und je in kleinen Indie-Kaschemmen auftreten müssen (no offense, Festsaal Kreuzberg!).
Okay, die Songs des flamboyanten Verkleidungskünstlers und halsbrecherischen Vokalakrobaten Barnes neigen tendenziell zur Hörerüberforderung, weil sie mit melodischen und rhythmischen Sensationen viel zu freigiebig um sich schleudern und stilistisch zwischen „Sgt. Pepper’s“, Glam Rock, Syd Barrett, Gay Disco und New Order mäandern. Andererseits springt einem doch – nur mal so als Beispiel – die absolute Meisterhaftigkeit des 11-Minuten-Ohrwurms „The Past Is A Grotesque Animal“ vom 2007erMonster-Album „Hissing Fauna, Are You The Destroyer?“ geradezu ins Gesicht. Ach, es hört ja doch wieder keiner zu…

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